Der Sudeten-Eisenhut (Aconitum plicatum), auch als Faltenstirniger Eisenhut bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Eisenhut (Aconitum) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung mini|Laubblätter und Blütenstände

Vegetative Merkmale Der Sudeten-Eisenhut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 150 (25 bis 190) Zentimetern. Der Sudeten-Eisenhut weist eine nicht kugelige Rübe als Überdauerungs- und Speicherorgan auf. Der Stängel ist aufrecht. Die Stängelblätter weisen unterseits eine undeutlich netzartige Nervatur auf.

Generative Merkmale Die Blütezeit erstreckt sich über die Monate Juli bis September. Der einfachen oder wenig verzweigten, traubigen Blütenstand ist behaart. Die kahlen Vorblätter der untersten Endtraubenblüte sind bei einer Länge von 1 bis 2, selten bis zu 3 Millimetern linealisch, dreieckig. Die Außenseite des der Blütenhüllblätter sowie die Blütenstiele sind zerstreut bis dicht mit krummen Trichomen besetzt, gegebenenfalls sind die Blütenstiele auch kahl.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die Perigonblätter sind blau bis violett gefärbt. Der Helm, das heißt das oberste Perigonblatt, ist zumeist breiter als hoch. Die Nektarblätter können ebenfalls sowohl behaart als auch kahl sein, die Staubblätter weisen nur im oberen Teil dicht sitzende und abstehende Trichome auf. Es sind zwei oder drei Fruchtblätter vorhanden.

Die Samen sind schwarz.

Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl der Gattung Aconitum beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl 2n = 32 vor.

Giftigkeit

Der Sudeten-Eisenhut ist sehr giftig.

Vorkommen und Gefährdung Es gibt Fundortangaben für Tschechien, Deutschland und Polen.

Innerhalb Deutschlands kommt der Sudeten-Eisenhut in Bayern (Bayerischer Wald) und selten im südlichen Sachsen (Erzgebirge) vor.

Aconitum plicatum besiedelt Hochstaudenfluren, Quellfluren und Schluchtwälder.

Aconitum plicatum in Deutschland „Extrem selten“ und ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt eingestuft.

Taxonomie Die erste Beschreibung dieser Art erfolgte 1819 durch Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach in Uebersicht der Gattung Aconitum, Grundzüge einer Monographie derselben ... Seite 29. Reichenbach hatte den Namen von Johann Christian Gottlieb Köhler übernommen. Synonyme für Aconitum plicatum sind: Aconitum amoenum , Aconitum bracteosum , Aconitum callibotryon , Aconitum clusii , Aconitum firmum , Aconitum hians , Aconitum laetum , Aconitum napellus subsp. firmum auct. non 1912, Aconitum napellus subsp. hians und Aconitum napellus subsp. formosum .

Literatur

Józef Mitka: The genus Aconitum L. (Ranunculaceae) in Poland and adjacent countries: A phenetic-geographic study. Kraków: Jagiellonian Univ., Inst. of Botany, 2003.

Einzelnachweise E. von Raab-Straube, Ralf Hand, E. Hörandl, E. Nardi, 2014+: Ranunculaceae. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 400.

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt mit Foto bei Michael Hassler: Flora Germanica. - Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Version 7.51, Stand 29. Juli 2021.

Kategorie:Hahnenfußgewächse