Der Steinbach ist ein linker Nebenfluss der Großen Röder in Sachsen. Er entspringt im Landschaftsschutzgebiet Massenei bei Großröhrsdorf, speist die Talsperre Wallroda und mündet nach etwa 5,5 Kilometern zwischen Wallroda und Kleinröhrsdorf in die Große Röder.

Natur In der Massenei treten am Anfangsverlauf des Steinbachs größere Vorkommen von Schilfrohr auf. Außerdem wachsen das Gemeine Beckenmoos und in Deutschland geschützte Torfmoose im Uferbereich. Im weiteren Flussverlauf wird das Schilf von Wald-Schachtelhalm und Wald-Frauenfarn abgelöst. Wasserfrösche besiedeln den Fluss. Ab Höhe des Masseneibades wachsen auch Sumpf-Kratzdisteln, Springkräuter und Brombeeren entlang des Steinbachs. Im gesamten Flussverlauf sind Wasserläufer zu finden.

Nach der Talsperre Wallroda verläuft der Steinbach durch kleinere Bestände von Erlen und Weiden. Die in Deutschland geschützte Gebänderte Prachtlibelle ist hier auch heimisch.

Der Steinbach wird in der Massenei zusätzlich von zwei Quellen gespeist. Kurz nach der Flussquelle entspringt die Bornematzinquelle und fließt in den Steinbach. In der Nähe des Steinteiches entspringt eine Sprudelquelle.

Steinteich miniatur|Der Steinteich Am Lauf des Steinbachs in der Massenei befindet sich der Steinteich (in einigen Karten unter dem Namen Schäfereiteich verzeichnet). Ein markierter Wanderweg sowie ein Reitweg verlaufen am Teich vorbei, ein weiterer Wanderweg führt rund um den Teich herum. Das Ufer ist stellenweise dicht mit Rohrkolben bewachsen. Auf dem Steinteich kommt die Weiße Seerose vor. In der Mitte des Sees liegt eine kleine Insel, die von verschiedenen Vogelarten als Brutstätte genutzt wird. Der Graureiher ist am Steinteich zu beobachten.

Die Wäsche der Steinteichnixen Der Steinbach kreuzt in der Massenei den Sagenweg, der auf einer Länge von ca. acht Kilometern durch das Waldgebiet verläuft und Wanderern die Sagen der Region näherbringt. Zwei der Sagen beschäftigen sich mit dem Steinbach bzw. dem Steinteich. Eine handelt von den Steinteichnixen:

Wüstung Rüdigersdorf Am Flusslauf des Steinbaches in der Massenei befindet sich das wüste Dorf Rüdigersdorf oder Rörschdorf. Das Dorf besaß eine eigene Mühle mit Mühlgraben. Im 18. Jahrhundert berichtete der Großröhrsdorfer Historiker Friedrich Ehregott Praßer von Grabungsfunden des ehemaligen Ortes. So wurden Grundmauern, Balken, Türschwellen, Tonscherben und Teile der Mühlradwelle gefunden. Der Autor Friedrich Bernhard Störzner berichtet ebenfalls von zahlreichen Fundstücken entlang des Steinbachs, die auf ein großes Dorf in der Massenei schließen lassen. Er vermutete auch, dass Rüdigersdorf eine eigene Kirche besaß. Den Untergang des Dorfes datiert er in die Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert. Nach der Zerstörung gaben die verbliebenen Einwohner den Ort auf, die Überreste wurden vom Wald überwachsen.

An das einstige Dorf erinnert heute eine Gedenktafel.

Die Glocken von Rüdigersdorf Eine weitere Tafel des Sagenwegs durch die Massenei erzählt von den Glocken von Rüdigersdorf:

Talsperre Wallroda miniatur|Talsperre Wallroda

In der Gemarkung Wallroda wurde zwischen 1986 und 1989 der Steinbach angestaut und so die Talsperre Wallroda errichtet. Diese weist mit einem 200 Meter langen Staudamm einen Gesamtstauraum von 1,0 Mio. m³ auf. Der Stausee ist sowohl als Angelgewässer, als auch als Erholungsregion und Landschaftsschutzgebiet überregional bekannt.

Sonstiges In Höhe des Steinteichs mündet der ca. 3 Kilometer lange Faulbach in den Steinbach.

Oberhalb der jetzigen Staumauer der Talsperre Wallroda befand sich vor der Errichtung der Talsperre im Jahr 1986 ein hölzernes Wehr. Das so angestaute Gewässer wurde von den Anwohnern Wallrodas und Kleinröhrsdorfs als Badestelle genutzt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Gewässer im Landkreis Bautzen