mini|Hedwig Schlichter Hedwig Schlichter, im argentinischen Exil Hedy Crilla bzw. Krilla (* 26. September 1898 in Wien, Österreich-Ungarn; † 31. März 1984 in Buenos Aires, Argentinien) war eine österreichische Schauspielerin, Regisseurin, Theaterleiterin und Schauspiellehrerin.

Leben Hedwig Schlichter erhielt ihre künstlerische Ausbildung an Wiens Akademie für Musik und darstellende Kunst. 1920 ging sie ans Stettiner Stadttheater. Weitere Theaterstationen waren Wien, München, Leipzig und Berlin, wo sie unter anderem am Theater in der Klosterstraße auftrat. Zwischen 1929 und 1933 erhielt Schlichter Nebenrollen in mehreren deutschen Filmen. 1933 am Deutschen Theater und am Deutschen Künstlertheater engagiert, erhielt die österreichische Künstlerin nur noch ein deutsches Anschlussengagement, vom Theater in der Stresemannstraße, ehe sie durch die Nationalsozialisten vom Spielbetrieb ausgeschlossen wurde. Daraufhin entschloss sich die jüdische Künstlerin zur Emigration.

Schlichter ging zunächst nach Paris, wo sie am Cercle Culturel Autrichien an der Seite Leon Askins auftrat. 1939 wanderte sie nach Argentinien aus. In Buenos Aires nannte sie sich fortan Hedy Crilla und spielte weiterhin Theater. Anfangs trat sie bevorzugt an Paul Walter Jacobs Emigrantenspielstätte Freie Deutsche Bühne (Teatro alemán independiente) auf. Dort reüssierte sie in Stücken Somerset Maughams, Lillian Hellmans und Henrik Ibsens. Sporadisch wirkte Hedy Crilla mit kleinen Parts auch in argentinischen Filmen mit. Die Schauspielerin führte darüber hinaus auch Theaterregie und gab Schauspielunterricht. Dabei orientierte sie sich an den Lehrmethoden Stanislawskis und Strasbergs.

Ab 1947 betrieb Hedy Crilla ein Kindertheater und gründete die Escuela de Arte Escénico de la Sociedad Hebraica Argentina, eine Ausbildungsstätte für Theaterkünstler. Nebenbei inszenierte sie auch weiterhin Stücke, darunter 1976 Frank Wedekinds Frühlings Erwachen und 1982 David Edgards Mary Barnes. 1977 gab sie ihre Abschiedsvorstellung als Schauspielerin. Hedwig „Hedy“ Schlichter/Crilla, die ihre spanische Schreibweise gelegentlich auch in „Krilla“ variierte, hat auch in argentinischen Fernsehproduktionen mitgewirkt.

Filme 1929: Tagebuch einer Verlorenen 1931: Mädchen in Uniform 1932: Acht Mädels im Boot 1932: Das schöne Abenteuer 1932: Das erste Recht des Kindes 1932: Eine Tür geht auf 1932: Was wissen denn Männer 1933: Morgenrot 1933: Schüsse an der Grenze 1942: Ceniza al viento 1947: Heißer Boden (Tierra del fuego) 1948: La hostería del caballito blanco 1949: Un pecado por mes 1950: El ladrón canta boleros 1969: Invasión 1970: Juan Lamaglia y señora 1975: El pibe cabeza

Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 443.

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