Die Hannoversche Glashütte war eine im 19. Jahrhundert gegründete Glashütte bei HannoverN.N.: Eingemeindungen seit 1824, Tabelle in: Stadtlexikon Hannover, S. 153 im (heutigen) Stadtteil Hainholz.Waldemar R. Röhrbein: Hannoversche Glashütte (siehe Literatur)

Geschichte Die Hannoversche Glashütte wurde 1871 – im Jahr der Begründung des Deutschen Kaiserreichs – als „Norddeutsche Aktiengesellschaft für Glasfabrikation“ in Hainholz gegründet. Neben den anfänglich seinerzeit üblichen Sorten von Flaschen wurden auch leichte Medizin-, Flacon- und andere Hohlgläser produziert, die jahrzehntelang als Spezialität des Unternehmens angeboten wurden. Das Hauptgeschäft bildete jedoch die Herstellung von Flaschen aller Art für Weine, Liköre, Sekt und Bier sowie Brunnen- und Mineralwasser.

Unterdessen war 1873 offensichtlich eine weitere „Hannoversche Glashütte von Henning Boetius & Compagnie“ in Hainholz entstanden, zu der um 1880 ein Zugangsweg entstand, der ab 1892 Hüttenstraße benannt wurde.Laut Helmut Zimmermann entsprechend den Hannoverschen Geschichtsblättern (HG) von 1914 „nach der dortigen Hannoverschen Glashütte“; siehe Helmut Zimmermann: Hüttenstraße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 122 Die 1911 angelegte Glashüttenstraße in Vahrenwald soll ebenfalls „nach der dort vorhandenen Glashütte“ von „H. Boetius & Companie“ benannt worden sein.Helmut Zimmermann: Glashüttenstraße. In: Die Straßennamen ..., S. 92Anmerkung: Das Stadtlexikon Hannover bezieht sich unter dem Lemma Hannoversche Glashütte bei beiden Straßennamen auf das Gründungsdatum 1871 der oben genannten Aktiengesellschaft.

Während der Weimarer Republik war die Hannoversche Glashütte 1927 mit modernsten Mitteln ausgestattet, darunter eine sogenannte „Owens-Maschine“, die das Glas automatisch zu Flaschen aufblies. Im selben Jahr erreichte die Kapitalgesellschaft mit ihren rund 300 Mitarbeitern eine Flaschenproduktion von rund 8.000.000 Stück. 1929 führte die Weltwirtschaftskrise zur Schließung des Unternehmens. Die Gebäude wurden 1933 abgebrochen.

Literatur Paul Hirschfeld: Die Hannoversche Glashütte von H. Boëtius & Co. in Hainholz vor Hannover. In ders.: Hannovers Grossindustrie und Grosshandel, mit Unterstützung des Königlichen Oberpräsidiums und der Provinzialbehörden der Provinz Hannover herausgegeben von der Deutschen Export-Bank, Berlin, Leipzig: Duncker u. Humblot, 1891, S. 65; Digitalisat über Bayerische Staatsbibliothek Friedrich Stadelmann (Bearbeiter): Hannover, die Großstadt im Grünen. Kleiner Führer, hrsg. vom Verkehrs-Verein Hannover e. V., 1.- 15-Tausend, Hannover: Verkehrs-Verein Hannover, 1927, S. 326f. Waldemar R. Röhrbein: Hannoversche Glashütte. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 260.

Einzelnachweise und Anmerkungen

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