Das Gymnasium Altona ist ein Gymnasium in Hamburg mit den Schwerpunkten Naturwissenschaft, Sprache, Medien und Musik.

Die Schule wurde 1882 in Ottensen als Realschule gegründet. Nach Umwandlung in ein Gymnasium galt die Schule als eine Alternative zum altsprachlichen Christianeum. 1968 wurde das „mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium für Jungen Altona“ auch für Mädchen geöffnet. Bis dahin waren Mädchen auf das Gymnasium Allee im benachbarten Stadtteil Altona-Altstadt angewiesen. 2020 wurde das Gymnasium von etwa 1000 Schülern in den Klassenstufen 5 bis 12 besucht. Die Schule bietet seit 1978 die Möglichkeit, parallel zum Abitur die Berufsqualifikation zum Chemisch-Technischen Assistenten zu erwerben.CTA-Ausbildung Ausbildung zum CTA auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018.

Seit der Einführung der Profiloberstufe im Jahr 2009 können die Schüler in der Oberstufe zwischen fünf Profilen mit unterschiedlicher Schwerpunktausrichtung wählen.

Gebäude Das Schulgebäude am Hohenzollernring wurde von Stadtbaumeister Emil Brandt entworfen. Der Bau begann 1908, das Gebäude wurde 1910 eingeweiht.Baudenkmal Gymnasium Altona Beschreibung auf Seite des Bezirksamtes Altona. Abgerufen am 15. Februar 2018. Das historistische Gebäude hat drei Geschosse, die Aula liegt im zweiten Obergeschoss und weist eine auffällige, tempelartige Kuppel auf, die den Eindruck erwecken soll, eine nach traditioneller Bauweise gebaute, selbsttragende Steinkonstruktion zu sein. Tatsächlich besteht diese aber aus einem dünnen, gedämmten Material, das mit Stahlseilen an der Dachkonstruktion befestigt ist und so getragen wird. In der Sandsteinverkleidung der Fassade des Gebäudes finden sich zahlreiche Reliefs, die auf die naturwissenschaftliche, handwerkliche und protestantische Orientierung der Schule hinweisen sollen. Als Beispiel sind die lebensgroßen Sandsteinstatuen von Otto Stichling zu nennen, die den Haupteingang schmücken. Auf der rechten Seite ist Nikolaus Kopernikus dargestellt, der die naturwissenschaftliche Orientierung symbolisiert, und auf der linken Seite Martin Luther, stellvertretend für die protestantische Ausrichtung.Schulgeschichte Geschichte der Schule auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018.

Das Oberstufengebäude (Bleickenallee 5) besteht aus zwei Bauteilen, von denen der hintere 1928 von Gustav Oelsner entworfen wurde.

Das Haus der Chemie (Bülowstraße 14) wurde im Jahr 2012 eröffnet. Es beherbergt zwei Chemielabore, einen Chemie-Unterrichtsraum und einen PC-Raum sowie die Mensa. Im Jahr 2017 wurde es um einen Trakt mit je zwei Biologie- und Physikräumen erweitert.

In den Jahren von 2012 bis 2020 wurde das Hauptgebäude umfangreich saniert: Die Fassade wurde instand gesetzt, die Elektrik erneuert, die Fußbodenbeläge ausgetauscht, neue Vorhänge angebracht, die Brandschutzanlage auf den neuesten Stand gebracht sowie die Innenanstriche den Vorgaben der Denkmalpflege angepasst.

Im Jahr 2022 wird um die Sporthalle am Hauptstandort herum ein zweigeschossiges L-förmiges Gebäude errichtet, das sechs Klassenräume, fünf Differenzierungsräume, einen Chemieraum und einen Musik-Theater-Raum für kleinere Veranstaltungen bereithält. Mit diesem Zubau wird die bereits erreichte Fünfzügigkeit der Schule auch räumlich sichergestellt. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2023 zu erwarten.

Profiloberstufe Das Gymnasium Altona bietet für die Oberstufe fünf verschiedene ProfileDie Oberstufe Beschreibung auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018. mit unterschiedlichen Schwerpunkten an.

Das Profil Kulturwelten spezialisiert sich auf Spanisch oder Französisch und ist mit einem gesellschaftlichen Fach kombiniert. Das Profil Materie, Mensch, Technik arbeitet hauptsächlich im Chemielabor der Schule und ist kombiniert mit dem Fach Geschichte. Das Profil Mensch und Umwelt setzt den Schwerpunkt auf Biologie, kombiniert mit Geographie. Das Profil Politik und vernetztes Gestalten fokussiert sich auf Politik-Gesellschaft-Wirtschaft, kombiniert mit den Fächern Kunst und Musik. Das Profil Wirklichkeiten und Visionen ermöglicht eine vertiefte fächerübergreifende praktische und wissenschaftliche Arbeit an den Inhalten der beteiligten Fächer Kunst und Geschichte.

Neben den profilgebenden Fächern können die Schüler andere Kurse frei dazu wählen. Die einzige Bedingung ist, dass die folgenden Aufgabenfelder durch mindestens ein Fach abgedeckt sind:

Aufgabenfeld I: sprachlich-literarisch-künstlerisch-musisch Aufgabenfeld II: gesellschaftswissenschaftlich Aufgabenfeld III: mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch

Chemisch-Technische Assistenz Seit 1978 bietet das Gymnasium Altona die Möglichkeit eines doppelt qualifizierten Ausbildungsganges. Neben dem Abitur erhalten die Schüler eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Chemisch-Technischen-Assistenten (CTA). An der Ausbildung können Schüler der gymnasialen Oberstufen in Hamburg teilnehmen. Die theoretische Ausbildung findet im Gymnasium Altona und die praktische Ausbildung in den Chemielaboren im angeschlossenen „Haus der Chemie“ statt.

Mit Ausbildungsbeginn in der 10. Klasse wird ein praktisch orientierter Methodenkurs im Chemielabor absolviert, dem anschließend, in der Studienstufe, die chemische Analytik und der physikalisch-technischen Analytik folgt. Das 5. Semester beinhaltet die Fächer organische Synthese, Umweltanalytik, instrumentelle Analytik und Lebensmittelanalytik und dient der Vertiefung der chemischen Kenntnisse sowie der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Die CTA-Ausbildung dauert insgesamt dreieinhalb Jahre.

Projekte Basar Fast jedes Jahr veranstaltet das Gymnasium Altona Ende November einen Weihnachtsbasar, bei dem die Schüler selbstgemachte weihnachtliche Kleinigkeiten verkaufen. Der gesamte Erlös wird grundsätzlich an soziale Einrichtungen gespendet, in den Jahren 2012 bis 2016 für die Organisation Basis & Woge e. V., welche sich für Straßenkinder in Hamburg einsetzt und mit dem Geld unter anderem Möbel, Spiele und den Ausbau von Räumlichkeiten finanziert.Ein Riesenscheck für Basis&Woge.e. V. Artikel von Dorothea Grusnick vom 1. Februar 2017 auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018.

Erasmus+ Das Gymnasium Altona ist seit 2009 Teil einer internationalen Schulpartnerschaft und hat mehrmals an dem Projekt Erasmus+ teilgenommen. Das letzte Projekt im Rahmen des Comenius-Programms lief 2015 aus. Von 2022 bis 2027 ist die Schule wieder für das Erasmus+-Programm akkreditiert.

Ein Ziel des ausgelaufenen Projektes war unter anderem, europäische Fördergelder für 2015–2016 zu sichern und so Ressourcen für einen interkulturellen Austausch zu haben. 2016 war das Gymnasium Altona Gastgeber für Schüler und Lehrer aus den jeweiligen Partnerschulen. Zudem sollten 2017 zwei Treffen mit Schülern und Lehrern in Frankreich und Süditalien stattfinden.

Es gibt vier Partnerschulen: Das „Lycée général et technologique Jean-Baptiste De Baudre“ (Frankreich), die „IES San Sebastián“ (Spanien), die „IS Benedetti Tommaseo“ (Venedig, Italien) und die „Majorana Laterza“ (Putignano, Italien). Die Kommunikation erfolgt über E-Mail und soziale Netzwerke. In den 2010er Jahren gab es drei Themen, zu denen die Schüler gearbeitet haben. Das Ziel sind internationale Produkte. Das erste Projekt trug den Namen „Das Meer“ mit dem Unterpunkt „Städte und Kulturen“. Als Nächstes folgte das Thema „Die Zukunft, deine/meine/unsere Angelegenheit.“ Hierzu widmeten sich die Biologie- und Physik-Kurse der Frage „Leben auf dem Mars?“ und haben mit Unterstützung durch Fördergelder einen Mars Rover gebaut. Schüler der französischen Schule haben sich mit dem Thema „Können Autos fliegen?“ auseinandergesetzt. Das Thema des aktuellen Erasmus-Projektes ist „The Art of Recycling“. Das Ziel dieses Projekts ist, das Umweltbewusstsein der Schulen zu stärken, z. B. durch Mülltrennung und Müllvermeidung, Wiederverwertung, Upcycling, und dass die teilnehmenden Schüler und Lehrer dazu angeregt werden, ihr Konsumverhalten zu überdenken und bewusster zu leben. Spanien möchte hierzu eine Tauschplattform entwickeln, auf der Güter getauscht werden können, um die massive Verschwendung zu senken. Des Weiteren gab es bei jedem der Projekte Geschichten-, Foto, -Illustrations- und Logowettbewerbe.

Es gibt jedoch auch einige Unterschiede zwischen Comenius und Erasmus+. Bei den Comeniusprojekten wurde den Beteiligten eine Geldpauschalen Unterstützung von 20.000 bis 22.000 Euro zugesprochen. Von dem Geld mussten in den zwei Jahren mindestens 24 Mobilitäten geschaffen werden. Hierbei stand vor allem der europäische Gedanke im Vordergrund.

Bei Erasmus+ gab es 2018 einige kleine Änderungen. Die Geldpauschale wurde verringert und es gibt nur noch acht Reisen für Lehrer und sechs für die Schüler. Dafür werden für das Projektmanagement 6.000 Euro zur Verfügung gestellt. Hierbei stehen vor allem die internationalen Projekte im Vordergrund.Internationale Schulprojekte Erasmus+ auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018.Erasmus+ – Das Programm im Überblick Programmübersicht auf der offiziellen Webseite. Abgerufen am 15. Februar 2018.

WLAN-Projekt und Digitalisierung 2014 war das Gymnasium Altona Teil des Pilotprojekts „Start in die nächste Generation“ der Behörde für Schule und Berufsbildung und verfügte als eine von sechs Schulen in Hamburg (Stand Oktober 2015) über flächendeckendes WLAN. Ziel der Schulentwicklung ist eine umfassende digitale Lernkultur gemäß den KMK-Kompetenzen in der Digitalen Welt. Seit März 2020 wird als zentrale Kommunikationsplattform der Schulserver IServ verwendet.Mobiles Lernen: Start in die nächste Generation Projektbeschreibung auf Seite der Behörde für Schule und Berufsbildung. Abgerufen am 15. Februar 2018.Laptop-WLAN-Pilotprojekt ist gestartet Pressemitteilung der Schulbehörde vom 2. Dezember 2014. Abgerufen am 15. Februar 2018.

Sozialpraktikum Seit 2016 besteht für die 10. Klassen die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Sozialpraktikum vor den Sommerferien zu absolvieren. Die Schüler sind selbst für die Suche eines Praktikumsplatzes verantwortlich, zum Beispiel in den Bereichen Altenpflege, Arbeit mit Behinderten oder in der Flüchtlingshilfe. Das Sozialpraktikum soll helfen, gesellschaftliche Erfahrungen zu sammeln, die Empathiefähigkeit zu steigern, Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement zu entwickeln und andere Menschen zu unterstützen.Berufsorientierung Beschreibung des Konzepts Berufsorientierung auf der Website der Schule. Abgerufen am 15. Februar 2018.

Saftladen im Gymnasium Altona Einen zentralen Treffpunkt bietet der sogenannte „Saftladen“ im Kellergeschoss des Hauptgebäudes. Dieser wurde im Jahr 1977 im Oberstufengebäude der Schule von Eltern gegründet, um Schülern erschwingliche Snacks anbieten zu können. Außerdem dient dieser Ort als Entspannungsraum für Schüler und Lehrer. Inzwischen ist der Saftladen in das Hauptgebäude verlegt worden. Er wird von einem Bäcker mit Brötchen beliefert, die dann von Eltern und Großeltern belegt und verkauft werden. Der „Saftladen“ arbeitet zum Selbstkostenpreis.

Geschichte des Gymnasiums Altona von 1858 bis 2022 Gründungsphase mini|Schulgründer Friedrich Fischer Die Schule führt ihr Bestehen spätestens seit der Fünfzigjahrfeier 1932 auf die Gründung der staatlichen Realschule im Jahr 1882 zurück. Im Lauf der Zeit wechselte sie im Zusammenhang mit der Entwicklung der allgemeinen Schulpolitik mehrfach ihren Namen, ihren Bildungsauftrag und ihren Standort, nicht aber ihren Charakter als Bildungsstätte für die aufstrebenden mittleren und zum Teil auch unteren Schichten Ottensens und seiner weiteren Umgebung.