Der Große Preis von Italien 1977 (offiziell XLVIII Gran Premio d’Italia) fand am 11. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 14. Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977.
Berichte Hintergrund Auch zum Italien-GP reisten trotz der Gewissheit, dass nur 24 Teilnehmer fürs Rennen zugelassen würden, 34 Piloten an. Da man aufgrund der im Vorfeld des Großen Preises der Niederlande zwei Wochen zuvor festgestellten unklaren Regelauslegung weiterhin auf eine Vorqualifikation, wie sie beim Großen Preis von Großbritannien erstmals praktiziert worden war, verzichtete, mussten während der regulären Trainingszeiten am Freitag und Samstag aus allen Piloten die 24 schnellsten ermittelt werden, die eine Startberechtigung erhielten.
Niki Lauda reiste mit 21 Punkten Vorsprung nach Monza und hatte somit die Möglichkeit, vorzeitig seinen zweiten WM-Titel sicherzustellen, obwohl noch drei Rennen folgten. Für mehr Aufsehen sorgte jedoch seine Ankündigung, die Scuderia Ferrari zu verlassen und in der folgenden Saison für Brabham an den Start zu gehen. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 33 Punkten vor Lotus und mit 38 Punkten vor Wolf. Ferrari konnte daher bei dem Heimrennen vorzeitig die Weltmeisterschaft sichern.
Gleich drei italienische Gaststarter erhielten an diesem Wochenende die Chance, ihr Grand-Prix-Debüt zu bestreiten. Dies waren Bruno Giacomelli, der einen dritten McLaren-Werkswagen zur Verfügung gestellt bekam, Giorgio Francia in einem dritten Werks-Brabham sowie Lamberto Leoni, der an der Seite seines Landsmannes Vittorio Brambilla den zweiten Surtees TS19 anstelle von Vern Schuppan übernahm.
Das Schweizer Privatteam Jolly Club meldete für Loris Kessel einen modifizierten Williams FW03 unter der Bezeichnung Apollon Fly.
Mit Ronnie Peterson (dreimal), Clay Regazzoni (zweimal) und Emerson Fittipaldi (einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training James Hunt eroberte zum fünften Mal in dieser Saison die Pole-Position und teilte sich die erste Startreihe mit Carlos Reutemann. Jody Scheckter qualifizierte sich als Dritter vor seinem WM-Kontrahenten Lauda, der hinter Mario Andretti und vor Riccardo Patrese auf dem fünften Rang folgte. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 4. Juli 2012)
Rennen
Hinter Jody Scheckter, der die Führung übernahm, bog Regazzoni nach einem bemerkenswerten Start vom siebten Platz aus als Zweiter in die erste Kurve ein. Es folgten Hunt und Andretti, die beide bereits während der ersten Runde wieder an dem Schweizer vorbeiziehen konnten. In der folgenden Runde gelang dies auch Reutemann und Lauda, während Andretti Rang zwei einnahm und fortan auf den führenden Scheckter aufholte.
In der zehnten Runde ging Andretti in Führung, indem er Scheckter in der Parabolica auf der Außenbahn überholte. Begünstigt durch den technisch bedingten Ausfall Scheckters in Runde 24 behielt Andretti den Spitzenplatz bis ins Ziel.
Lauda überholte seinen Teamkollegen Reutemann in der 35. Runde. Dieser rutschte wenig später aufgrund einer Ölspur, die Giacomellis McLaren M23 infolge eines Motorplatzers hinterlassen hatte, ins Aus. Gleiches geschah auch dem unmittelbar folgenden Patrese.
Nach seinem zweiten Platz fehlte Lauda nur noch ein Punkt, um den WM-Titel sicherzustellen, da Scheckter punktelos blieb. Aufgrund der zuvor erfolgten Verkündung des Teamwechsels war die Begeisterung im Ferrari-Team sowie bei den Fans nicht mit dem WM-Gewinn zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle vergleichbar.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M26 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 14 McLaren M23 3 Tyrrell P34 4 5 Lotus 78 6 7 Brabham BT45B Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 21 9 March 761B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 March 771 11 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 12 15 Renault RS01 Renault EF1 1.5 V6t 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR1 22 Ensign N177 23 24 Hesketh 308E 25 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Copersucar FD05 30 McLaren M23 33 Penske PC4 34 35 BRM P207 BRM P202 3.0 V12 Iberia Airlines 36 McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 38 Boro 001 Jolly Club of Switzerland 41 Apollon Fly
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:38,08 212,887 km/h 1 2 1:38,15 212,736 km/h 2 3 1:38,29 212,433 km/h 3 4 1:38,37 212,260 km/h 4 5 1:38,54 211,894 km/h 5 6 1:38,68 211,593 km/h 6 7 1:38,68 211,593 km/h 7 8 1:38,77 211,400 km/h 8 9 1:38,86 211,208 km/h 9 10 1:38,92 211,080 km/h 10 11 1:39,05 210,803 km/h 11 12 1:39,17 210,548 km/h 12 13 1:39,18 210,526 km/h 13 14 1:39,21 210,463 km/h 14 15 1:39,42 210,018 km/h 15 16 1:39,50 209,849 km/h 16 17 1:39,62 209,596 km/h 17 18 1:39,63 209,575 km/h 18 19 1:39,85 209,114 km/h 19 20 1:40,03 208,737 km/h 20 21 1:40,19 208,404 km/h 21 22 1:40,26 208,259 km/h 22 23 1:40,28 208,217 km/h 23 24 1:40,51 207,741 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Ribeiro, Fittipaldi, Leoni, Henton, de Villota, Ashley, Pilette, Binder, Kessel und Francio an der Qualifikation. 1:40,79 207,163 km/h – DNQ 1:40,97 206,794 km/h – DNQ 1:41,03 206,671 km/h – DNQ 1:41,13 206,467 km/h – DNQ 1:41,21 206,304 km/h – DNQ 1:41,22 206,283 km/h – DNQ 1:41,92 204,867 km/h – DNQ 1:43,10 202,522 km/h – DNQ Apollon-Ford 1:46,68 195,726 km/h – DNQ 1:49,67 190,389 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 52 0 1:27:50,30 4 1:39,1 (31.) 2 52 0 + 16,96 5 1:39,6 3 52 0 + 23,63 16 1:40,4 4 52 0 + 28,48 9 1:40,6 5 52 0 + 30,11 7 1:40,6 6 52 0 + 1:19,22 12 1:40,6 7 50 0 + 2 Runden 24 1:43,7 8 50 1 + 2 Runden 8 1:39,8 9 48 0 + 4 Runden 23 1:42,3 – 41 0 DNF 17 1:41,3 – 39 0 DNF 2 1:40,0 – 39 0 DNF 6 1:40,5 – 38 0 DNF 15 1:41,8 – 31 0 DNF 11 1:40,9 – 26 1 DNF 1 1:40,5 – 24 0 DNF 13 1:40,6 – 23 0 DNF 3 1:39,9 – 22 0 DNF 20 1:41,7 – 19 1 DNF 18 1:40,2 – 9 0 DNF 21 1:42,3 – 5 0 DNF 10 1:42,9 – 4 0 DNF 22 1:44,5 – 4 0 DNF 19 1:44,5 – 3 0 DNF 14 1:43,7
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 692Wolf-Ford 423Lotus-Ford 41 4Ferrari 35 5McLaren-Ford 226McLaren-Ford 21 7Lotus-Ford 20 8 Ligier-Matra 169Shadow-Ford 1610March-Ford / Brabham-Alfa Romeo 12 11 Copersucar-Ford 11 12 Tyrrell-Ford 1013Brabham-Alfa Romeo 914Tyrrell-Ford 7 15 † Brabham-Alfa Romeo 616Surtees-Ford 517Ensign-Ford 318Ensign-Ford 319Shadow-Ford 120Penske-Ford 121Hesketh-Ford 022March-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte23Surtees-Ford 0 24Copersucar-Ford 0 25March-Ford 026Surtees-Ford / Penske-Ford 0 27Shadow-Ford 028Hesketh-Ford 0 29Shadow-Ford 030March-Ford / McLaren-Ford 031March-Ford 032Ensign-Ford 033March-Ford 034McLaren-Ford 0 35B.R.M. / Surtees-Ford 036LEC-Ford 037McLaren-Ford 038March-Ford / Shadow-Ford 0– †Shadow-Ford 0–March-Ford 0–Renault 0–Hesketh-Ford 0–McLaren-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 86 (88)2 56 3 42 4 385 276 177 178 169 11 Pos. Konstrukteur Punkte10 611 512 113 0 14 015 LEC-Ford 0– 0 – 0 Weblinks
Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Einzelnachweise
#1977 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza