mini|Blick auf Schwarzenbach

Schwarzenbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schwarzenbach hat eine Fläche von 3,144 km². Sie ist in 1372 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2291,80 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteil Osterhof.

Geografische Lage mini|Ortsbild von Schwarzenbach (2024) Das Dorf befindet sich in Luftlinie ca. 2,15 km östlich des Hauptortes Burgthann direkt am Ludwig-Donau-Main-Kanal und am Schwarzenbach. Durch den Ortskern verläuft die Staatsstraße 2401 nach Burgthann (1,8 km nordwestlich) bzw. nach Dörlbach (0,6 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Westhaid (1,3 km nördlich), nach Peunting (0,7 km südöstlich) und am Osterhof vorbei nach Ezelsdorf (2,8 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde erstmals in der Monumenta Zollerana mit dem Datum 28. Februar 1289 urkundlich erwähnt, als König Rudolf I. den Nürnberger Burggrafen Friedrich III. von Zollern u. a. mit Gütern „in villa sweczenbach“ belehnte.

Im Jahre 1299 verpfändete König Albrecht I. die Reichshofmark Altdorf an Anna, die Gattin des Grafen Emicho von Nassau-Hadamar. Dies betraf auch Höfe in Schwarzenbach, da diese der Hofmark Altdorf unsterstellt waren.

Das u. a. auf Burg Grünsberg ansässige Adelsgeschlecht Rindsmaul verfügte von alters her über Grundbesitz in Schwarzenbach. 1344 war Hartmann II. von Rindsmaul Lehensherr über elf Höfe im Dorf.

Der Verkauf des Marktes Altdorf durch den Grafen Johann von Nassau an den Burggrafen Albrecht zu Nürnberg wurde am 27. November 1360 durch Kaiser Karl IV. beurkundet. Die von der Hofmark Altdorf lehensabhängigen Höfe gingen damit ebenfalls in Zollerschen Besitz über. Mit dem Tode der Sophia von Henneberg, der Witwe des Nürnberger Burggrafen Albrecht, am 5. Mai 1372, gingen die Eigentumsrechte an diesen Höfen an deren Schwiegersohn Swantibor I. von Pommern über. Mit Urkunde vom 13. Juni 1393 wurde Altdorf – und damit auch die betreffenden Höfe in Schwarzenbach – an Ruprecht III. von der Pfalz veräußert.

Die Beschreibung des Nürnberger Umlands aus dem Jahre 1504 erhält folgenden Hinweis: „Swertzebach ist Nurnbergisch und pfalzgravisch, aber auch marggrevisch“. Der 1504 ausbrechende Landshuter Erbfolgekrieg veränderte die Situation in der hiesigen Gegend fundamental. Durch einen Vertrag mit der erbberechtigten Wittelsbacher der Linie Baiern-München wurden der Freien Reichsstadt Nürnberg alle Gebiete zugesprochen, die sie von der gegnerischen Kriegspartei (den Pfalzgrafen der Linie Baiern-Landshut) erobert hatten. Am 27. Juni 1504 eroberten die Nürnberger die Stadt Altdorf und deren Besitzungen. Mit dem „Kölner Schiedsspruch“ des Jahres 1505 bestätigte Kaiser Maximilian I. der Stadt Nürnberg die mit Waffengewalt erzwungenen Besitzrechte an Altdorf und damit auch an Teilen Schwarzenbachs.

In den Folgejahren war die Hochgerichtsbarkeit in Schwarzenbach zwischen Altdorf und dem markgräflichen Pflegamt Burgthann sehr umstritten. Dies gipfelte in der Anrufung des Reichskammergerichts, welches 1583 das Dorf Schwarzenbach den „Nürnbergern“ und damit dem Pflegamt Altdorf zuordnete. Dennoch sind in den Folgejahren eine Vielzahl von Vorfällen zwischen dem Burgthanner Amtmann und dem Altdorfer Pfleger dokumentiert, unter denen die Einwohner Schwarzenbachs zu leiden hatten. Im Juli 1796 wird das Dorf von Husaren der 1791 preußisch gewordene Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach besetzt.

Mit Besitzergreifungspatent vom 20. Mai 1806 wurde die Markgrafschaft Ansbach und damit auch Burgthann dem Königreich Bayern angegliedert. Die bisherigen Pflegeämter – darunter auch das Oberamt Burgthann und das Pflegamt Altdorf – wurden aufgelöst.

Mit dem Gemeindeedikt des Jahres 1808 wurde Schwarzenbach dem Steuerdistrikt Ezelsdorf zugewiesen. Die Ruralgemeinde Schwarzenbach entstand im Jahre 1818 mit dem zweiten Gemeindeedikt. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Altdorf.

Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name 1827 Johann Brunner 1869 Georg Buchner 1894 Thäter 1957 Johann Schönweiß 1830 Andreas Waller 1870 Johann Poppel 1919 Konrad Buchner 1966 Hans Strobel (bis 31.12.1971) 1846 Georg Kreußel 1876 Dietz 1945 Johann Thäter 1858 Georg Buchner 1882 Buchner 1952 Johann Buchner

Im Jahre 1836 müssen 2 Bauernhöfe dem in den Folgejahren errichteten Ludwig-Donau-Main-Kanal weichen. Der Schwarzenbacher Ortsteil Osterhof wurde 1852 auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1925 wird für Osterhof eine gesonderte Einwohnerstatistik geführt. Am 17. Juli 1925 wird der Schwarzenbacher Glocken- und Uhrturm feierlich eingeweiht.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 nach Burgthann eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Schwarzenbach Jahr1871 1910 1925 1933 1939 1950197019872007 2010 20152020 2025 Einwohnerzahl259 303 313 281 280 381401517700 675 682692 726 Quellen: 1871 / 1910 / 1925+ / 1933+1939 / 1950–1987+ / 2007–2025

Dorf Schwarzenbach Jahr18711925 1950 1970 1987 Einwohnerzahl259306 363 356 487 Quelle: 1871–1987

Baudenkmäler mini|Straßentunnel unter dem Alten Kanal (2023) Glockenturm von Schwarzenbach Ludwig-Donau-Main-Kanal Straßentunnel durch den Ludwig-Donau-Main-Kanal Altdorfer Straße 13: Wohnstallhaus Altdorfer Straße 30: Ehemaliges Schulhaus

Freizeit In den Sommermonaten besteht die Möglichkeit den Ludwig-Donau-Main-Kanal mit dem Treidelschiff Elfriede zu befahren. (Abgerufen am 14. März 2013) mini|Treidelschiff Elfriede (2023) An der Anlegestelle befindet sich die einzige Gastwirtschaft des Ortes mit einem Biergarten.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Burgthann Kategorie:Ort im Landkreis Nürnberger Land Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nürnberger Land) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Nürnberger Land