Der Große Preis von Österreich 1977 (offiziell XV Gröbl Möbel Großer Preis von Österreich) fand am 14. August auf dem Österreichring in der Nähe von Zeltweg statt und war das zwölfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977.
Berichte Hintergrund Um die Sicherheit auf dem insgesamt sehr schnellen Österreichring zu erhöhen, wurde die erste Kurve durch eine Bremsschikane entschärft. Dies geschah indirekt als Folge des Unfalls von Mark Donohue, der an dieser Stelle während des Trainings zum Grand Prix 1975 tödlich verunglückt war. Die Maßnahmen, die dort unmittelbar nach dem Unfall getroffen worden waren und beim Rennen 1976 Gültigkeit hatten, wurden inzwischen als unzureichend empfunden.
Wie bereits zwei Wochen zuvor in Deutschland wurden 30 Teilnehmer für das Rennwochenende gemeldet. Die einzigen Veränderungen waren Fahrerwechsel in den Teams Shadow und ATS, wo Riccardo Patrese durch seinen Landsmann Arturo Merzario beziehungsweise Hans Heyer durch den Österreicher Hans Binder ersetzt wurden. Harald Ertl, der bereits bei den beiden vorangegangenen Rennen nicht anwesend war, hatte das Team Hesketh inzwischen dauerhaft verlassen und wurde durch Ian Ashley ersetzt.
In der Fahrerwertung führte Niki Lauda mit zehn Punkten vor Jody Scheckter und mit 16 Punkten vor Mario Andretti. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 18 Punkten vor Lotus und mit 27 Punkten vor Wolf.
Mit Vittorio Brambilla, Emerson Fittipaldi, Ronnie Peterson, Carlos Reutemann und John Watson (jeweils einmal) traten fünf ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Die Kontrahenten um den WM-Titel des Vorjahres, Lauda und James Hunt, bildeten entsprechend dem Trainingsergebnis die erste Startreihe vor Andretti und Hans-Joachim Stuck. Dessen Teamkollege Watson, der sich in dieser Saison bereits einmal für die Pole-Position und fünfmal für den zweiten Startplatz qualifiziert hatte, beendete das Training nur auf dem zwölften Rang.
Rennen Am Vormittag des Renntages regnete es. Kurz vor dem Start begann es jedoch abzutrocknen, was die meisten Piloten dazu veranlasste, auf Slicks ins Rennen zu gehen.
Lauda begann das Rennen als Führender vor Hunt und Andretti. Letzterem gelang es jedoch bereits während der ersten Runde, an den beiden vor ihm liegenden Kontrahenten vorbeizuziehen. Es folgte Jody Scheckter auf dem vierten Rang vor Patrick Tambay und Stuck. Gunnar Nilsson, der sich als einer von wenigen Fahrern für einen Start auf Regenreifen entschieden hatte, gelangte während der ersten Runde vom 16. Startplatz bis auf Rang sieben nach vorn. Während der folgenden drei Runden erreichte er sogar den zweiten Platz, womit sich seine Entscheidung als richtig erwies. Eine ähnliche Aufholjagd zeigte unterdessen der ebenfalls auf Regenreifen fahrende Merzario, der während der ersten sechs Runden acht Plätze gutmachte und sich auf dem sechsten Rang vor Lauda wiederfand, der zwischenzeitlich hinter Scheckter und Stuck zurückgefallen war.
Ab der zehnten Runde war die Strecke soweit abgetrocknet, dass Nilsson und Merzario ihre Boxen aufsuchen mussten, um die Reifen wechseln zu lassen. Hunt gelangte dadurch wieder auf den zweiten Rang vor Scheckter, Stuck und Alan Jones, der von Platz 14 aus gestartet war und in den ersten Runden ebenfalls einige Plätze gewonnen hatte.
In der zwölften Runde gelangte Hunt in Führung, da Andretti aufgrund eines Motorschadens ausschied. Jones setzte derweil seinen Weg an die Spitze fort, indem er Stuck und Scheckter überholte und somit den zweiten Platz einnahm.
In der 44. Runde schied mit Hunt erneut der zu diesem Zeitpunkt Führende infolge eines Motorschadens aus. Der fortan an der Spitze liegende Jones stellte daraufhin seinen ersten Grand-Prix-Sieg sicher. Es war zugleich der erste und einzige Sieg des Shadow-Teams. Lauda wurde Zweiter vor Stuck, der somit seinen zweiten Podestplatz in Folge erreichte, der sich allerdings auch als sein letzter in der Formel 1 herausstellte.
Es war der erste Grand-Prix-Sieg eines Australiers seit dem Erfolg von Jack Brabham beim Großen Preis von Südafrika 1970.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M26 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell P34 4 5 Lotus 78 6 7 Brabham BT45B Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 11 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 12 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR3 22 Ensign N177 23 24 Hesketh 308E 25 39 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Copersucar FD05 30 McLaren M23 33 Penske PC4 34 Iberia Airlines 36 McLaren M23 British Formula One Racing Team 38 March 761
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:39,32 215,377 km/h 1 2 1:39,45 215,095 km/h 2 3 1:39,74 214,470 km/h 3 4 1:39,97 213,976 km/h 4 5 1:40,12 213,656 km/h 5 6 1:40,22 213,442 km/h 6 7 1:40,29 213,293 km/h 7 8 1:40,40 213,060 km/h 8 9 1:40,44 212,975 km/h 9 10 1:40,62 212,594 km/h 10 11 1:40,74 212,341 km/h 11 12 1:40,92 211,962 km/h 12 13 1:40,93 211,941 km/h 13 14 1:41,00 211,794 km/h 14 15 1:41,13 211,522 km/h 15 16 1:41,24 211,292 km/h 16 17 1:41,40 210,959 km/h 17 18 1:41,70 210,336 km/h 18 19 1:41,71 210,316 km/h 19 20 1:41,92 209,882 km/h 20 21 1:41,92 209,882 km/h 21 22 1:41,96 209,800 km/h 22 23 1:42,15 209,410 km/h 23 24 1:42,22 209,266 km/h 24 25 1:42,31 209,082 km/h 25 26 1:42,38 208,939 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Henton, Ashley, Rebaque und Ribeiro an der Qualifikation. 1:42,43 208,837 km/h – DNQ 1:42,52 208,654 km/h – DNQ 1:42,75 208,187 km/h – DNQ 1:43,03 207,621 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 54 0 1:37:16,49 14 1:42,22 (35.) 2 54 0 + 20,13 1 1:41,81 (36.) 3 54 0 + 34,50 4 1:42,45 (41.) 4 54 0 + 34,75 5 1:42,47 (52.) 5 54 0 + 1:12,09 15 1:42,22 (45.) 6 53 1 + 1 Runde 9 1:42,64 (48.) 7 53 0 + 1 Runde 20 1:42,67 (49.) 8 53 0 + 1 Runde 12 1:40,96 (52.) 9 53 0 + 1 Runde 22 1:44,42 (50.) 10 53 0 + 1 Runde 17 1:43,44 (42.) 11 53 0 + 1 Runde 23 1:43,35 (48.) 12 53 1 + 1 Runde 19 1:43,84 (48.) 13 53 0 + 1 Runde 10 1:42,70 (42.) 14 52 2 + 2 Runden 18 1:43,54 (35.) 15 52 1 + 2 Runden 13 1:42,92 (49.) 16 52 1 + 2 Runden 25 1:42,33 (34.) 17 50 0 DNF 26 1:46,76 (32.)– 45 0 DNF 8 1:42,72 (35.)– 43 0 DNF 2 1:42,23 (40.)– 41 0 DNF 7 1:42,89 (41.)– 38 1 DNF 16 1:41,93 (36.)– 29 1 DNF 21 1:45,64 (26.)– 21 2 DNF 6 1:49,67 (21.)– 11 0 DNF 3 1:54,09 (10.)– 2 0 DNF 24 2:11,09 (2.)– 0 0 DNF 11 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 542Wolf-Ford 38 3Ferrari 344Lotus-Ford 32 5McLaren-Ford 22 6Lotus-Ford 207McLaren-Ford 188Shadow-Ford 129March-Ford / Brabham-Alfa Romeo 12 10 Tyrrell-Ford 10 11 Ligier-Matra 1012Brabham-Alfa Romeo 9 13 Copersucar-Ford 814Tyrrell-Ford 6 15 † Brabham-Alfa Romeo 616Surtees-Ford 517Ensign-Ford 118Shadow-Ford 119Penske-Ford 120Ensign-Ford 121Surtees-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 22Copersucar-Ford 0 23Hesketh-Ford 024March-Ford 0 25Surtees-Ford 026Shadow-Ford 0 27Hesketh-Ford 028March-Ford 029Shadow-Ford 030March-Ford / McLaren-Ford 031March-Ford 032Ensign-Ford 033March-Ford 0 34McLaren-Ford 035B.R.M. / Surtees-Ford 036LEC-Ford 037McLaren-Ford 038March-Ford / Shadow-Ford 0– †Shadow-Ford 0–March-Ford 0–Renault 0–Hesketh-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 71 (73)2 47 3 38 4 355 276 167 138 109 8 Pos. Konstrukteur Punkte10 511 212 113 0 14 015 LEC-Ford 0– 0 – 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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