Der Große Preis von Deutschland 1977 (offiziell XXXIX Großer Preis von Deutschland) fand am 31. Juli auf dem Hockenheimring in Hockenheim statt und war das elfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977.
Berichte Hintergrund Zum elften WM-Lauf auf dem Hockenheimring, der die nach Sicherheitsaspekten für die Formel 1 nicht mehr zeitgemäße Nordschleife des Nürburgrings ab diesem Jahr dauerhaft als Austragungsort des Deutschen Grand Prix ablöste, trat erneut ein stark besetztes Teilnehmerfeld an, dessen 30 Piloten sich für einen der 24 Startplätze zu qualifizieren versuchten. Die ungewöhnlich hohe Zahl an kleinen Privatteams, die zwei Wochen zuvor beim Großen Preis von Großbritannien eine Vorqualifikation erforderlich machten, wurde allerdings nicht erreicht.
Das Renault-Team entschied sich nach dem unglücklichen Debüt beim Britischen Grand Prix gegen eine Teilnahme am Deutschland-GP. Stattdessen beraumte man weitere Testfahrten an, um den Wagen weiterzuentwickeln.
Das deutsche ATS Racing Team weitete anlässlich des Heim-Grand-Prix sein Engagement auf zwei Wagen des Typs Penske PC4 aus und gab somit dem einheimischen Rennfahrer Hans Heyer die Chance auf sein Formel-1-Debüt. Teddy Pilette übernahm den BRM P207 von Guy Edwards. Außerdem kehrte Héctor Rebaque ins Cockpit des zweiten Werks-Hesketh zurück.
In der Fahrerwertung führte Niki Lauda mit sieben Punkten vor Mario Andretti und Jody Scheckter. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit neun Punkten vor Lotus und mit 22 Punkten vor McLaren.
Mit James Hunt, Clay Regazzoni und Carlos Reutemann (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Alle drei gewannen dabei den Großen Preis von Deutschland als dieser auf dem Nürburgring ausgetragen wurde.
Training Jody Scheckter fuhr zum ersten Mal in diesem Jahr und zum zweiten Mal insgesamt auf die Pole-Position. Den zweiten Startplatz sicherte sich, wie schon mehrfach in dieser Saison, Brabham-Pilot John Watson. Es folgte der WM-Führende Lauda neben Titelverteidiger Hunt in der zweiten Reihe. Hans-Joachim Stuck und Jacques Laffite bildeten die dritte Startreihe.
Rennen Bereits nach wenigen Metern endete das Rennen für Regazzoni und Alan Jones durch eine Kollision.
An der Spitze blieb während der ersten Umläufe die Startreihenfolge erhalten, bis Watson in der siebten Runde aufgrund eines Motorschadens ausfiel. Reutemann und Andretti überholten unterdessen den sechstplatzierten Laffite.
Lauda schloss auf den führenden Scheckter auf und konnte ihn schließlich in Runde 13 überholen. Hunt versuchte ebenfalls, an dem Südafrikaner vorbeizuziehen, doch dieser verteidigte sich erfolgreich, bis Hunt in der 33. Runde wegen eines Motorproblems aufgeben musste. Dadurch gelangte Stuck auf den dritten Rang vor Reutemann. Als Andretti ebenfalls wegen eines Motorschadens ausfiel, übernahm Vittorio Brambilla den fünften Rang vor Patrick Tambay, der somit sein erstes Punkteresultat in der Formel 1 erreichte. Dies wurde allerdings erst dadurch möglich, dass der zuvor sechstplatzierte Ronnie Peterson wenige Runden vor dem Ende des Rennens ebenfalls einem Motorschaden zum Opfer fiel.
Stuck stand zum ersten Mal nach einem Grand Prix auf dem Podium. Gaststarter Heyer, der zum Rennen angetreten war, obwohl er die Qualifikation verfehlt hatte, schied nach neun Runden wegen eines gebrochenen Schalthebels aus, wurde aber aufgrund seiner illegalen Teilnahme ohnehin disqualifiziert. Bis heute (Stand 2026) ist dies der einzige Fall, in dem ein Fahrer die Status DNQ, DNS, DNF und DSQ in einem einzigen Rennen erhielt.
Dies war der letzte Formel-1-Grand-Prix, bei dem das Rennen mit dem Fallen einer Flagge gestartet wurde. Seitdem wird jedes Rennen per Ampelsequenz gestartet.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M26 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell P34 4 5 Lotus 78 6 7 Brabham BT45B Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 11 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 12 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR2 22 Ensign N177 23 24 Hesketh 308E 25 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Copersucar FD05 30 McLaren M23 34 Penske PC4 35 Iberia Airlines 36 McLaren M23 37 March 761B 40 BRM P207 BRM P202 3.0 V12
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:53,07 216,153 km/h 1 2 1:53,34 215,638 km/h 2 3 1:53,53 215,277 km/h 3 4 1:53,68 214,993 km/h 4 5 1:53,91 214,559 km/h 5 6 1:53,97 214,446 km/h 6 7 1:53,99 214,408 km/h 7 8 1:54,27 213,883 km/h 8 9 1:54,44 213,565 km/h 9 10 1:54,53 213,397 km/h 10 11 1:54,77 212,951 km/h 11 12 1:55,19 212,175 km/h 12 13 1:55,25 212,064 km/h 13 14 1:55,70 211,239 km/h 14 15 1:55,92 210,839 km/h 15 16 1:56,09 210,530 km/h 16 17 1:56,22 210,294 km/h 17 18 1:56,35 210,059 km/h 18 19 1:56,54 209,717 km/h 19 20 1:56,63 209,555 km/h 20 21 1:56,64 209,537 km/h 21 22 1:56,68 209,465 km/h 22 23 1:56,89 209,089 km/h 23 24 1:57,18 208,571 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Néve, de Villota, Heyer, Fittipaldi, Merzario und Pilette an der Qualifikation. 1:57,26 208,429 km/h – DNQ 1:57,39 208,198 km/h – DNQ Heyer startete trotz Nichtqualifikation illegal vom letzten Startplatz. 1:57,58 207,862 km/h Box DNQ 1:58,53 206,196 km/h – DNQ 1:59,13 205,157 km/h – DNQ 1:59,55 204,437 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 47 0 1:31:49,3 3 1:55,99 (28.) 2 47 0 + 14,33 1 1:56,17 3 47 0 + 20,90 5 1:56,42 4 47 0 + 1:00,27 8 1:57,13 5 47 0 + 1:27,37 10 1:57,48 6 47 0 + 1:29,81 11 1:56,88 7 46 0 + 1 Runde 19 1:58,76 8 46 0 + 1 Runde 20 1:58,64 9 42 0 DNF 14 1:57,54 10 42 0 DNF 16 1:57,92 – 40 1 DNF 23 1:57,99 – 34 0 DNF 7 1:56,84 – 32 0 DNF 4 1:56,35 – 31 0 DNF 9 1:57,41 – 26 0 DNF 13 1:57,19 – 22 0 DNF 15 1:58,32 – 21 1 DNF 6 1:57,66 – 20 0 DNF 24 2:00,19 – 14 1 DNF 21 2:01,08 – 10 0 DNF 18 2:00,32 – 8 0 DNF 2 – 5 1 DNF 12 1:58,66 – 0 0 DNF 17 – – 0 0 DNF 22 – DSQ Heyer wurde nach seinem Ausscheiden disqualifiziert, da er ohne erfolgreiche Qualifikation zum Rennen antrat. 9 0 DNF Box 2:02,31 Anmerkungen
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 482Wolf-Ford 383Lotus-Ford 32 4Ferrari 31 5McLaren-Ford 22 6Lotus-Ford 207McLaren-Ford 17 8 Tyrrell-Ford 10 9 Ligier-Matra 1010Brabham-Alfa Romeo 911March-Ford / Brabham-Alfa Romeo 8 12 Copersucar-Ford 8 13 † Brabham-Alfa Romeo 614Surtees-Ford 515Tyrrell-Ford 416Shadow-Ford 317Ensign-Ford 118Shadow-Ford 119Penske-Ford 120Ensign-Ford 121Surtees-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 22Copersucar-Ford 023March-Ford 0 24Surtees-Ford 025Shadow-Ford 0 26Hesketh-Ford 027Shadow-Ford 028March-Ford / McLaren-Ford 029March-Ford 030March-Ford 0 31Hesketh-Ford 032Ensign-Ford 033March-Ford 0 34McLaren-Ford 035B.R.M. / Surtees-Ford 036McLaren-Ford 037LEC-Ford 038March-Ford 0– †Shadow-Ford 0–March-Ford 0–Renault 0–Hesketh-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 65 (67)2 47 3 38 4 345 236 147 108 89 5 Pos. Konstrukteur Punkte10 411 212 113 0 14 015 LEC-Ford 0– 0 – 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1977 Deutschland Kategorie:Sportveranstaltung in Hockenheim Kategorie:Hockenheimring Baden-Württemberg