mini|Waldhambach aus der Vogelperspektive Waldhambach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitkleinste Ortsgemeinde darstellt.

Geographie Lage Der Ort liegt am östlichen Rand des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes auch genannt wird, zwischen Annweiler am Trifels und Bad Bergzabern. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – die zu Landau in der Pfalz gehörende Exklave Wollmesheimer Wald, Eschbach, Göcklingen, Klingenmünster, Münchweiler am Klingbach, Waldrohrbach und eine Exklave von Ilbesheim bei Landau in der Pfalz.

Erhebungen und Gewässer Die Ostflanke des Großen Hahnstein liegt auf der Gemarkung von Waldhambach, ebenso der Südfuß des Schletterbergs. Die Gemeinde wird vom Kaiserbach durchflossen, welcher als Elsenbach bei Steinweiler in den Klingbach mündet; mitten im Siedlungsgebiet mündet in diesen von links der Wolfsbach und weiter östlich der Talschbach sowie der Woogsbach. Im Westen des Gemeindegebiets nimmt der Kaiserbach von links den Bach vom Rohrbacher Tal auf.

Geologie Vor Ort kommen die Gesteine Achat und Granodiorit vor.

Geschichte Im 13. Jahrhundert stand die Gemeinde unter der Hoheit des Leininger Grafen Emich IV. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Waldhambach zur Herrschaft Madenburg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in den Kanton Landau eingegliedert. 1814 wechselte sie in den Kanton Annweiler. Ein Jahr später wurde sie Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die „Wald-Hambach“ – so die damalige Schreibweise – dem Landkommissariat Bergzabern an; aus diesem ging das Bezirksamt Bergzabern hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Bergzabern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Waldhambach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Waldhambach der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels zugeordnet. Zudem wurden die bislang zu Waldhambach gehörenden Weiler Frauenlob und Kaiserbacher Mühle in die Ortsgemeinde Klingenmünster umgemeindet.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waldhambach. Seit 1871 beruhen die Werte auf Volkszählungen. +JahrEinwohner18153731835422187139219053281939296 Jahr Einwohner19503131961320197036319873582011362

Religion

mini|hochkant|Denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Wendelin

Der Evangelische Anteil der Bewohner des Ortes gehören zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer. Die einst im Ort lebenden Juden wurden in Annweiler begraben.

Bis Ende 2015 war der Ort katholischerseits Sitz einer Pfarrei, seither ist die Pfarrei von Annweiler zuständig.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Waldhambach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Bürgermeister Patricia Hammer (CDU) wurde am 14. April 2026 Ortsbürgermeisterin von Waldhambach. Bei der parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 durchgeführten Direktwahl war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 78,1 % gewählt worden.

Hammers Vorgänger Stephan Platz (Einzelbewerber) hatte das Amt am 10. September 2024 übernommen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 52,4 % gegen Patricia Hammer durchgesetzt. Platz legte sein Amt 2025 vorzeitig nieder.

Der Vorgänger von Stephan Platz, Peter Fischer (CDU), hatte das Amt seit dem 1. September 2023 ausgeübt. Nachdem der bisherige Ortsbürgermeister eine Amtsniederlegung abgekündigt hatte und für eine am 23. Juli angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht worden war, oblag die Neuwahl gemäß Gemeindeordnung dem Rat der Ortsgemeinde. Dieser entschied sich am 24. Juli einstimmig für den bisherigen Beigeordneten Peter Fischer als Ortsbürgermeister.

Fischers Vorgänger Michael Martin (CDU) hatte das Ehrenamt 2017 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 89,55 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Mitte Mai 2023 kündigte Martin an, sein Ehrenamt vorzeitig zum 31. August 2023 niederzulegen, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Martins Vorgänger waren Christian Burkhart (CDU, Ortsbürgermeister 2014–2017, ab 1. Januar 2018 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels) und zuvor Günter Foltz (CDU), der nach zehn Jahren im Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidiert hatte.

Wappen

Kultur Kulturdenkmäler Vor Ort befinden sich mit der katholischen Pfarrkirche St. Wendelin und zwei Wegekreuzen insgesamt drei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur Mit dem Hundsfelsen im Süden der Gemeindegemarkung kommt außerdem ein Naturdenkmal hinzu. Darüber hinaus ist die Gemeinde Bestandteil des Klettergebiets Südpfalz und des Vogelschutzgebiets Pfälzerwald.

Infrastruktur mini|Steinbruch von Waldhambach im Osten der Gemarkung

Wirtschaft Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte vor Ort jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Die Gemeinde untersteht dem Forstamt Annweiler und ist dem Forstrevier Trifels unterstellt. Im Südosten der Gemarkung befindet sich ein Steinbruch.

Behörden Bis 1966 gehörte Waldhambach zum Gerichtsbezirk Annweiler, seither ist für die Gemeinde das Amtsgericht Landau zuständig.

Verkehr Der Ort ist durch die B 48, erreichbar. Nächstgelegener Bahnhof ist Annweiler am Trifels. Waldhambach ist über die Buslinie 524 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die vom Pfalzklinikum über Waldrohrbach und Annweiler bis nach Albersweiler führt, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.

Ehrenbürger Ludwig Schlink (1922–2007), Altbürgermeister Wilhelm „Willi“ Mandery (1930–2022), Altbürgermeister, verliehen 24. Juli 2005, für sein Engagement für die Gemeinde, den Sportverein, den Tennisverein und für die Kirche; begründete zudem die Partnerschaft mit dem französischen Waldhambach Günter Foltz (1954–2020), Altbürgermeister (CDU), verliehen 19. Juli 2016, für sein Engagement im örtlichen Vereinsleben

Literatur 650 Jahre Waldhambach. Aus der Geschichte eines südpfälzischen Walddorfes. Ortsgemeinde, Waldhambach 1997. Alfons Helfrich, Bernhard Braun, Emil Bernhard: Familienregister zu den katholischen Kirchenbüchern von Waldhambach und Waldrohrbach. 1735–1875. Pirmasenser Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung, Pirmasens 2002.

Weblinks

Ortsgemeinde Waldhambach Ortsgemeinde Waldhambach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Annweiler

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Südliche Weinstraße Kategorie:Geographie (Pfälzerwald)