Saint-Georges-du-Mesnil ist eine Ortschaft und eine ehemalige französische Gemeinde mit 152 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) im Département Eure in der Region Normandie. Sie gehörte zum Arrondissement Bernay und zum Kanton Beuzeville.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 wurden die ehemaligen Gemeinden Saint-Georges-du-Mesnil und Saint-Jean-de-la-Léqueraye zur Commune nouvelle Le Mesnil-Saint-Jean zusammengelegt und haben in der neuen Gemeinde den Status einer Commune déléguée. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ort Saint-Georges-du-Mesnil.Erlass der Präfektur No. 27-2018-09-25-003 über die Bildung der Commune nouvelle Le Mesnil-Saint-Jean vom 25. September 2018.
Geografie Saint-Georges-du-Mesnil liegt in der Südostecke der Landschaft Lieuvin, 43 Kilometer südöstlich von Le Havre, 24 Kilometer nordöstlich von Lisieux und etwa 15 Kilometer nördlich von Bernay, dem Hauptort des gleichnamigen Arrondissements. Nachbarortschaften von Saint-Georges-du-Mesnil sind Noards im Westen, Saint-Jean-de-la-Léqueraye im Norden, Giverville im Südosten und Épreville-en-Lieuvin im Südwesten. Das frühere Gemeindegebiet umfasst 318 Hektar, die mittlere Höhe beträgt 161 Meter über dem Meeresspiegel, die Mairie steht auf einer Höhe von 165 Metern.
Saint-Georges-du-Mesnil ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.
Bei dem geologischen Untergrund handelt es sich vornehmlich um Alluvialboden. Saint-Georges-du-Mesnil ist eine der Gemeinden im Département Eure, in denen die Gefahr sich plötzlich bildender metertiefer Löcher im Boden besteht. Die sogenannten sind alte Mergelgruben, die sich zum Beispiel nach starkem Regen öffnen können, wenn die Schuttfüllung in die Seitengänge geschwemmt wird. Durchschnittlich gibt es im Département Eure etwa 15 unterirdische Hohlräume, besonders und Versickerungsstrecken pro Quadratkilometer. In Saint-Georges-du-Mesnil gibt es elf und einen karstischen Hohlraum.
Geschichte An der Kapelle des Schlosses Léqueraie wurden Tegulæ aus gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 486 n. Chr.) gefunden.
Das Lehen beziehungsweise die Seigneurie Mesnil und ein namens Richard du Mesnil wurden 1199 erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie blieb bis ins 14. Jahrhundert im Besitz der . Im 14. Jahrhundert unterstand Mesnil dem von La Poterie-Mathieu. Das war nach 1376 Hugues de Bethencourt, der auch von La Léqueraye war. 1433 gelangte Mesnil durch Heirat in den Besitz der Familie Vipart. 1472 war der nichtadelige Jean Barrey aus Bernay von Mesnil. 1531 kam es zu Streitigkeiten um Besitzrechte zwischen der Familie Vipart und Yves Barrey. Jacques Barrey schenkte der Abtei Notre-Dame de Bernay 1578 fünf Acre Land. Der letzte von Mesnil vor der Französischen Revolution (1789–1799) hieß Margeot.
Weitere in Saint-Georges-du-Mesnil waren Honneville und La Léqueraye. Sie wurden 1198 erstmals urkundlich erwähnt. La Léqueraye unterstand wie Mesnil La Poterie-Mathieu. Im 16. Jahrhundert war ein Nichtadeliger aus Rouen von La Léqueraye. Dann wechselte La Léqueraye mehrfach den Besitzer. Der letzte vor der Französischen Revolution war Victor-Alexandre de Belin.
Eine weitere war La Rue. Sie unterstand ebenfalls La Poterie-Mathieu und wurde 1380 erstmals urkundlich erwähnt.
Jahr Einwohner 1793 500 1836 467 1861 383 1886 215 1911 159 1946 110 1954 97 1962 120 1968 108 1975 79 1982 63 1990 81 2006 97 2009 106 2017 143 Die Einteilung in wurde durch die Französische Revolution beendet. 1793 erhielt Saint-Georges-du-Mesnil unter dem Namen den Status einer Gemeinde und 1801 durch die Verwaltungsreform unter Napoleon Bonaparte (1769–1821) unter dem heutigen Namen das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten In Saint-Georges-du-Mesnil stehen mehrere Häuser und Bauernhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Wände bestehen aus Holz, Lehm, Fachwerk, Putzmörtel, Backstein, Feuerstein und Naturstein. Die Dächer sind mit Schiefer, Stroh oder flachen Dachziegeln gedeckt. links|mini|Die Kirche Saint-Georges
Das Herrenhaus von Saint-Georges-du-Mesnil wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Das Taubenhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Taubenzucht war ein Recht. Das Schloss La Lequeraye wurde ebenfalls in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Zu dem Schloss gehören ein Taubenhaus aus Back- und Feuerstein, eine Kapelle und landwirtschaftliche Gebäude.
Kirchenschiff und Portalvorbau der Pfarrkirche Saint-Georges stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Chor wurde im 18. Jahrhundert erneuert, die Sakristei im 19. Jahrhundert. In der Kirche gibt es mehrere als Monument historique (‚historisches Denkmal‘) klassifizierte Kunstgegenstände. Zum Beispiel zwei Skulpturen des Heiligen Georg aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Sie wurden im Jahr 2010 restauriert. Der Altar stammt aus dem 18. Jahrhundert, das Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert. Saint-Georges-du-Mesnil gehört zur römisch-katholischen Gemeinschaft , die Teil der Pfarrei Montgeoly des Bistums Évreux ist.
Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2009 waren 15,1 Prozent der Erwerbstätigen in der damaligen Gemeinde beschäftigt, die anderen waren Pendler. 18,1 Prozent der 15- bis 64-Jährigen waren im Ruhe- oder Vorruhestand, 1999 waren es nur 8,9 Prozent. 8,6 Prozent der Arbeitnehmer waren arbeitslos.
Der nächste Bahnhof ist der in Glos-sur-Risle. Er ist 11,7 Kilometer entfernt. Der nächste Flughafen ist der 33,4 Kilometer entfernt liegende in Saint-Gatien-des-Bois. Zwei Départementsstraßen führen durch die Ortschaft. Die D29 führt zur Anschlussstelle Bernay der .
Der Schulbus wird vom Kommunalverband Vièvre-Lieuvin organisiert. Die Schulkinder besuchen die Primarschulen in Lieurey oder Saint-Georges-du-Vièvre, das Collège in Cormeilles, das Gymnasium die Berufsfachschule () in Pont-Audemer.
Lokale Produkte Auf dem früheren Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Pont-l’Évêque, Calvados und Pommeau () sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (), Geflügel () und Cidre ( und ).
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Einzelnachweise
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