Die Luxemburgische Filmindustrie ist recht klein, was angesichts der Einwohnerzahl von Luxemburg (etwa 400.000 Einwohner) nicht überraschend ist. Allerdings verfügt das Land im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl über einen beachtlichen Filmausstoß. Dies sind zumeist Koproduktionen mit ausländischen Filmproduktionsgesellschaften, die sich aufgrund der hohen luxemburgischen Filmförderungen zur Zusammenarbeit mit Luxemburger Unternehmen entschließen.

Geschichte

Anfänge (1899–1979) Der erste bekannte in Luxemburg gedrehte Film war 1899 ein zweiminütiger Bericht über die Champagnerfabrik Mercier in der Stadt Luxemburg. Er wurde von Eugène Mercier für die Weltausstellung 1900 in Auftrag gegeben. Gedreht wurde er von den Brüdern Lumière.

Vor dem Ersten Weltkrieg und in den 1920er Jahren drehten verschiedene Regisseure und Enthusiasten Kurz- und Dokumentarfilme. In den 1930er und 1940er Jahren drehten René Leclère und Pierre Bertogne Dokumentarfilme über Luxemburg.

Das Land verfügt auch über die 1977 gegründete Cinémathèque de la Ville de Luxembourg, die rund 20.000 Filme beherbergt.

Aufkommen des Professionellen Films (1980–1989) In den 1980er Jahren erlebte das luxemburgische Kino dank Produktionen der AFO-Film (Paul Scheuer, Maisy Hausemer und Georges Fautsch) oder Regisseuren wie Andy Bausch sowie Schauspielern wie Thierry van Werveke einen Aufschwung. Die erste professionelle Filmgesellschaft, Samsa Film, wurde 1986 gegründet.

Institutionalisierung und Etablierung (1990–2000er) Zur 150-jährigen Unabhängigkeit Luxemburgs, subventionierte das Ministerium für Kultur 1990 erstmailig einen Film (Schacko Klak) mit zwei Millionen Franc.

1993 gewannen Dammentour von Paul Scheuer (AFO-Productions) und Hochzeitsnacht von Pol Cruchten Preise beim Max Ophüls Festival in Saarbrücken.

Dies fiel zeitlich mit der Einrichtung des Luxemburger Filmfonds und der Einführung staatlicher Subventionen für die Filmproduktion zusammen.

Mit dem am 8. Mai 2012 gegründeten Filmland in Kehlen hat man ein Filmstudio, in dem ein Film komplett produziert werden kann, von den Vorbereitungen über die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion.

Bei der 86. Oscarverleihung im Jahr 2014 wurden zwei luxemburgische Koproduktionen für einen Oscar nominiert: Ernest & Célestine (Studio 352) und Mr Hublot (Zeilt Productions). Letzterer wurde als Bester animierter Kurzfilm ausgezeichnet.

Die erfolgreichsten luxemburgischen Filme Gelistet sind die luxemburgischen Filme mit den meisten Kinobesuchern in Luxemburg einschließlich Wiederaufführungen. (Stand: 12. Juni 2018) Titel Regisseur/Regisseurin Erscheinungsdatum in Luxemburg Besucher1Congé fir e MordAFO42 6192Le club des chômeursAndy Bausch33 8163Mumm Sweet MummAFO26 8674Heim ins ReichClaude Lahr25 2395Alte JungsAndy Bausch21 8176Doudege WénkelChristophe Wagner20 6937Kleine GeheimnissePol Cruchten17 7678Wat huet e gesot?AFO198117 6529TroublemakerAndy Bausch16 98810Back in TroubleAndy Bausch15 54811Eng nei ZäitChristophe Wagner15 45312KlibberKleeschenSchueberMaischenAllerHerrgottsNationalSprangKirmesAFO15 22813La revancheAndy Bausch14 61614Der neunte TagVolker Schlöndorff13 03915DammentourAFO12 88416HochzeitsnachtPol Cruchten11 67317Schatzritter und das Geheimnis von MelusinaLaura Schroeder11 38118Schacko KlakFrank Hoffmann, Paul Kieffer11 04619A Wopbopaloobop A LopbamboomAndy Bausch11 00020Kiriku und die ZauberinMichel Ocelot10 713

Förderung

Film Fund Luxmeburg

Die Filmförderung Luxemburg ist eine dem Ministerium für Kultur unterstellte Organisation, deren Aufgabe darin besteht, die Filmproduktion in Luxemburg zu unterstützen, zu entwickeln und in allen europäischen und internationalen audiovisuellen Initiativen zu vertretten.

Nationales audiovisuelles Zentrum (Centre national de l'audiovisuel, CNA) Das CNA hat den Zweck, audiovisuelle Dokumente in Luxemburg zu sammeln, zu restaurieren und zu verbreiten. Durch ihre Medienbibliothek Médiathèque unterstützt es Dokumentarfilme und andere audiovisuelle Produktionen. Darüber hinaus realisiert es Ausstellungen und Veröffentlichungen und organisiert öffentliche Veranstaltungen im audiovisuellen Bereich.

Veranstaltungen

Luxemburger Filmpreis

Der Luxemburger Filmpreis ist eine Auszeichnung für die besten luxemburgischen Beiträge im Bereich Film. Der Filmpreis wird seit 2003 vergeben und wird grundsätzlich alle zwei Jahre von der Filmförderung und der D'Filmakademie vergeben.

Luxembourg City Film Festival Das Luxembourg City Film Festival, auch LuxFilmFest genannt, ist ein seit 2011 jährlich stattfindendes Filmfestival in Luxemburg. Es wird vom Ministerium für Kultur und der Stadt Luxemburg unterstützt und ist das offizielle Festival des Landes.

Weblinks

Schlüsselsektoren Audiovisuelle Produktion auf luxembourg.lu Luxemburgischer Filmfonds Troublemaker – Filmbesprechung und Biographie von Andy Bausch Videos von Feierblumm Productions a.s.b.l. Centre national de l'audiovisuel

Einzelnachweise

Kategorie:Filmgeschichte Film, Luxemburg