Ai Fukuhara (jap. , Fukuhara Ai; * 1. November 1988 in Sendai) ist eine ehemalige japanische Tischtennisspielerin. Im Einzel erreichte sie 2003 mit 14 Jahren das WM-Viertelfinale, holte 2005 Bronze beim World Cup und belegte bei den Olympischen Spielen 2016 den vierten Platz. Mit der Mannschaft gewann sie bei Weltmeisterschaften viermal Bronze und einmal Silber, bei Olympischen Spielen je einmal Bronze und Silber.
Erfolge mini|links|Weltranglistenpositionen von Ai Fukuhara Ai Fukuharas wurde bereits als Dreijährige von ihrer Mutter, einer Tischtennisspielerin, ans Tischtennis herangeführt. 1999 wurde sie Zweite bei der japanischen Mädchenmeisterschaft.
In den folgenden Jahren nahm sie an vielen Pro-Tour-Turnieren für Erwachsene teil, 2001 verbesserte sie sich in der Weltrangliste um fast 200 Plätze und kam damit im Alter von 13 Jahren unter die besten 100. 2003 wurde sie erstmals für die Weltmeisterschaft nominiert und kam dort als 14-Jährige im Einzel ins Viertelfinale – ein Ergebnis, das sie danach nicht erneut erreichte. Im Jahr darauf nahm sie zum ersten Mal an den Olympischen Spielen teil, gewann mit der japanischen Damenmannschaft WM-Bronze und im Einzel Silber beim Asian Cup. Bei ihrer ersten Teilnahme am World Cup 2005 schlug sie mit Li Jiawei (#3 der Weltrangliste), Tie Yana (#9), Lin Ling (#10), Lau Sui Fei (#11) und Gao Jun (#12) zahlreiche Topspielerinnen, gewann Bronze und rückte so in der Weltrangliste auf Platz 16 vor.
Ihre erste Medaille auf der Pro Tour war Gold im Doppel bei den Taiwan Open 2006, im Einzel holte sie im selben Jahr Bronze bei den German Open. Zudem konnte sie mit der Mannschaft erneut WM-Bronze gewinnen. 2007 rückte sie im Alter von 19 Jahren erstmals in die Top 10 der Weltrangliste vor und qualifizierte sich – sowohl im Einzel als auch im Doppel – zum ersten Mal für die Pro Tour Grand Finals, schied dort aber jeweils in der ersten Runde aus. Eine olympische Medaille verpasste sie 2008 nur knapp, mit der Mannschaft ging das Spiel um Platz 3 gegen Südkorea verloren. Im Einzel schied sie im Achtelfinale gegen die spätere Siegerin Zhang Yining aus. Im Laufe der Jahre 2008 und 2009 fiel sie in der Weltrangliste allmählich wieder bis auf Platz 31 zurück, bevor sie sich wieder steigern konnte. Sowohl 2008 als auch 2010 konnte sie bei den Weltmeisterschaften erneut Bronze mit dem japanischen Team gewinnen, 2010 erreichte Fukuhara im Einzel außerdem das Halbfinale bei den Pro Tour Grand Finals und kehrte in die Top 10 zurück. Ein Jahr später holte sie bei den Grand Finals Silber im Doppel mit Kasumi Ishikawa und bei der WM Bronze im Mixed mit Seiya Kishikawa. Um 2010 wurde sie von Tang Yuanyuan trainiert. 2011 wurde Ai Fukuhara erstmals Japanmeisterin im Einzel.
Bei den Olympischen Spielen 2012 verlor sie im Viertelfinale gegen Ding Ning, mit der Mannschaft holte sie Silber. An Position 10 gesetzt, schied sie bei der WM 2013 im Einzel überraschend bereits in der ersten Runde aus, erreichte aber das Viertelfinale im Doppel mit Sayaka Hirano. 2014 nahm sie zum ersten Mal seit 2002 nicht an der Weltmeisterschaft teil, bei den Grand Finals kam sie ins Viertelfinale. Auch 2015 konnte sie sich noch einmal für die Grand Finals qualifizieren, schied aber in der ersten Runde aus. Zudem erreichte sie mit Rang 4 ihre beste Platzierung in der Weltrangliste. Mit der Mannschaft holte sie 2016 WM-Silber und Olympiabronze – im Einzel erreichte sie bei den Olympischen Spielen den 4. Platz –, danach zog sie sich im Alter von 27 Jahren aus dem Profisport zurück.
Privates Am 1. September 2016 heiratete Ai Fukuhara den taiwanesischen Tischtennisspieler Chiang Hung-Chieh. Mit ihm hat sie eine Tochter (* 2017) und einen Sohn (* 2019). 2021 ließ sich das Paar scheiden.
Turnierergebnisse Quelle: ITTF-Datenbank