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Ensembles Ensemble Altstadt Lauf an der Pegnitz mini|300px|Marktplatz mit dem Alten Rathaus Geschichtlicher Kern der am rechten Ufer der Pegnitz gelegenen Stadt () ist das Dorf Lauf, das sich heute noch im unregelmäßigen Teil des Stadtgrundrisses deutlich abzeichnet und sich von der Gegend des späteren Spitals bis vor das Nürnberger Tor erstreckte. Von der von der Pegnitz bergaufwärts führenden Straße, der heutigen Johannisstraße, erhielt es gleichsam ein ordnendes Rückgrat. Die neben dem Dorf systematisch angelegte Neusiedlung, vermutlich erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, erhielt um die Mitte des 13. Jahrhunderts Marktrecht. Als dem Ort 1355 Stadtrechte verliehen worden waren, wurde das alte Dorf in die daraufhin begonnene Stadtbefestigung einbezogen. Damals entstand die in ihren Grundzügen erhaltene Dreitoranlage, von der nur das Wassertor abgegangen ist; eine Modernisierung nach dem Plan des Antonio Fazuni von 1539 mit einer Eckbastion wurde nur sehr ungenügend ausgeführt. Der dritte Kern der Stadt ist die Burg Lauf, die wohl schon im 12. Jahrhundert auf der Pegnitzinsel entstanden war. Diesem um 1300 zerstörten Wehrbau folgte im 14. Jahrhundert die durch Kaiser Karl IV. errichtete Burg mit dem berühmten Wappensaal. Die Erlaubnis von 1430, Flügelmauern zwischen Stadt und Schloss zu errichten, führte zur Einbeziehung des Schlosses in die Stadt und definiert zugleich die Begrenzung des Ensembles. Gegenüber am Rande der systematischen Neusiedlung, zwischen Markt, Dorf und Schloss, liegt das 1317 von einem Nürnberger Bürger gestiftete Glockengießerspital. Die seit 1504 an Nürnberg übergegangene Stadt verwüstete 1553 ein großer Stadtbrand, dem auch die Spitalkirche zum Opfer fiel, die seitdem als Ruine das Stadtbild prägt. Bei dem Wiederaufbau nach altem Grundriss wurden die heute noch die Stadt charakterisierenden Baumaßnahmen festgelegt, so fallen die den Fachwerkbauten vorgeblendeten Sandsteinfassaden ins Gewicht, außerdem begann der Traufseitbau nach Nürnberger Vorbild den Giebelbau zu verdrängen. (Aktennummer: E-5-74-138-1)

Ensemble Wehr I und II mini|300px|links|Ensemble der Pegnitz-Mühlen Das Ensemble () wird durch topographische Gegebenheiten wie stadtgeschichtliche Resultate um die Wehre I und II definiert. Die älteste Siedlung von Lauf a. d. Pegnitz lag an der namengebenden Stromschnelle der Pegnitz, die hier das stärkste Gefälle des ganzen Flusslaufes besaß, so dass auch die Voraussetzungen zur Anlage von Mühlen zu beiden Seiten des Flusses gegeben war. Dieser wassertechnische Ausbau der Pegnitz zu vier Wehranlagen – im 15. Jahrhundert war das ganze System in Betrieb – hatte dann zu einer einzigartigen Konzentration von Industrie geführt. Die erste Erwähnung von Mühlen erfolgte um 1275, eine höchste Konzentration ist im 16. Jahrhundert festzustellen, die schließlich während der Industrialisierung zur Konzentration von Mittelbetrieben geführt hatte. Die letzte Laufer Mühle war 1979 der Entwicklung zu Großmühlen zum Opfer gefallen, aber schon 1936 bis 1938 waren sowohl das Wehr III aufgelöst wie erste Mühlengebäude abgetragen worden. Trotzdem sind hier immer noch wichtige Reste industrieller Produktion lokalisiert und dokumentiert. Das Ensemble umfasst die Wehre an der Stelle des stärksten Gefälles und der schon im Mittelalter gebauten Verzweigung der Pegnitz. Diese „Wassergebäu“ sind heute noch an Nord- und Südseite mit Gebäuden der Mühlen- und Hammerwerke besetzt. Entsprechend dieser alten und vielfältigen Nutzung ist es bezeichnend, dass hier auch noch die frühe Elektrizitätsversorgung der Stadt begonnen hat. Am Wehr I in der Nähe der Burg ist auf der Altstadtseite die Reichelsche Schleifmühle erhalten, ein industrie- bzw. handwerksgeschichtliches Denkmal, dessen Überlieferung bis auf das Jahr 1596 zurückgeht. Gegenüber steht der monumental wirkende Ziegelsteinbau der Schlichtenmühle, wo seit dem 13. Jahrhundert – also seit der Anfangszeit der Laufer Mühlengeschichte – eine Mühle überliefert ist. Anschließend an der Südseite, der Winterleiten, folgt die bauliche Anlage der Barthschen Kunstmühle, ehemals Holfeldermühle oder Samstagsmühle – bereits zu Wehr II gehörig. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Mühlenwohnhaus, ursprünglich ein Barockbau von 1781, der 1912 reich neubarock umgestaltet worden ist, mit zugehörigem großem Garten und Gartenpavillon und ehemals einem westlich anschließenden großen Mühlengebäude (heute störender Neubau). Auf der Nordseite oder Sommerleiten ist der verzweigte Wasserlauf der Pegnitz für eine ganze Gruppe von industriellen und handwerklichen Werkstätten und Anlagen bis ins 20. Jahrhundert genutzt worden. Am weitesten im Fluss liegt ein kleines ehemaliges Elektrizitätswerk, das untergebracht ist in einem im Wesentlichen wohl aus dem 18. Jahrhundert stammenden Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss (Sichartstraße 7). Östlich anschließend sind die Werkstätten des Engelhardschen Hammerwerks erhalten. Hierbei handelt es sich um einen Ziegelsteinbau mit Schlot, dessen Energiebedarf bis zum Betriebsschluss weitgehend auf der Wasserkraft basierte; die technische Ausstattung mit Maschinen und Werkzeugen ist erhalten (Sichartstraße 5). Parallel und zwischen dem flussseitigen Elektrizitätswerk und dem ufer- bzw. straßenseitigen jüngeren Elektrizitätswerk steht die Roggenmühle, die zur Barthschen Kunstmühle gehörte und als Roggenmühle zwischen 1894 und 1912 genutzt wurde, danach noch lange als Wasserkraftanlage diente. Es handelt sich um einen Sandsteinquaderbau, der im Wesentlichen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen dürfte, jedoch, wie ein mit 1544 datierter spolienartig eingesetzter Quaderstein bezeugt, noch auf spätmittelalterliche Vorgängerbauten hinweist (Sichartstraße 11). Zu den jüngsten Bauten der Gruppe gehört das Elektrizitätswerk II (Sichartstraße 9); hierbei handelt es sich um einen schlichten Ziegelsteinbau, bei dem die kreisförmigen Ankerplatten der Zuganker als dekorative Elemente in der Kranzgesimszone ausgenutzt wurden. Hierdurch wird auch die innere technische Raumnutzung von außen erkennbar; insbesondere gilt dies auch für den erhaltenen Dachaufbau, der ehemals als Verteiler der hier hergestellten Elektrizität diente. Anschließend nach Westen folgt der wichtige Fabrikkomplex Sichartstraße 15, 17, 19, 21, 23, 25 mit Bauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts; er ist wichtiger Bestandteil dieser Wehranlagen auch als Dokument des aufgelösten Wehres III. Zu dem ganzen Komplex gehören die Wehranlagen und Radkammern sowie die Wasserstollen, deren Anlagen der Wasserführung und Schutzgeländer das Erscheinungsbild mitbestimmen. (Aktennummer: E-5-74-138-2)

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Lauf an der Pegnitz

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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