mini|Quartiersplatz Theresienhöhe in München
Als Quartiersplatz wird der Platz eines Stadtviertels („Quartiers“) bezeichnet, der als soziales Zentrum für die Bewohner sowie als Identifikationsmerkmal des jeweiligen Viertels dienen soll. Im Gegensatz zu Markt- oder Verkehrsplätzen stehen bei Quartiersplätzen Erholungs- und Freizeitaspekte im Vordergrund.
Geschichte Im Zuge der Urbanisierung, die in Europa am Ende des 19. Jahrhunderts erstmals einen Höhepunkt erreichte, entstanden außerhalb der ursprünglichen Städte zahlreiche, zum Teil sehr eng bebaute neue Stadtviertel. Um den Bedürfnissen der Bewohner dieser Quartiere nach Erholung und Freiraum nachzukommen, wurden parkähnliche Plätze angelegt. Diese sollten, im Gegensatz zu den oft eher nur repräsentativen Zwecken dienenden historischen Stadtplätzen, der Bevölkerung als Raum zur Entspannung und für freizeitliche Aktivitäten zugutekommen, außerdem dienten sie als wichtiger sozialer Treffpunkt. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist für diese Plätze der Begriff Quartiersplatz gebräuchlich. Die Quartiersplätze galten als Ersatz für einen privaten Garten, den die Bewohner der Stadtviertel in der Regel nicht besaßen.
Gestaltung Ein Quartiersplatz ist zumeist parkähnlich gestaltet. Neben Grünflächen und Ruhezonen sind oft Kinderspielplätze sowie verschiedene Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung vorhanden. Erholungsräume und Plätze für Freizeitaktivitäten werden je nach Platzangebot räumlich getrennt, um gegenseitigen Störungen vorzubeugen. Die Gestaltung der Quartiersplätze soll den jeweiligen Stadtvierteln und deren Bewohnern als individueller Identifikationspunkt dienen.
Literatur
Einzelnachweise Plätze in einem geteilten Land. S. 36 f.
Plätze in einem geteilten Land. S. 155, 167 f.
Kategorie:Plätze Kategorie:Stadtsoziologie Kategorie:Urbaner Freiraum