mini|hochkant=1.2|Zentrale Sichtachse des Friedhofs Der Heidefriedhof ist ein städtischer Friedhof im Berliner Ortsteil Mariendorf im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Auf seiner zentralen Hauptachse sind Wacholder und Heidekraut angepflanzt, die dem Friedhof seinen Namen geben.

Lage und Geschichte mini|Gedenktafel für das Immaterielles Erbe Friedhofskultur mini|hochkant=1|Gedenkstein für Kriegsopfer der letzten Kampftage 1945 Der Friedhof ist in einen Landschaftsgarten mit einer Fläche von 210.000 m² eingebettet und liegt südlich der Reißeckstraße unweit des Mariendorfer Dorfkerns. Die Anlage wurde 1951 vom Architekten Bernhard Kynast errichtet., Webseite von berlin.de, abgerufen am 22. Juli 2012.

Auf dem Heidefriedhof gibt es eine Gedenkstätte für Kriegsopfer. Sie umfasst 624 Einzelgräber und ein Sammelgrab, in denen Soldaten des Zweiten Weltkrieges und Zivilisten bestattet sind.Heidefriedhof Tempelhof, Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um Umwelt, abgerufen am 21. Juli 2012. In den letzten Kriegsmonaten mussten vermehrt Bestattungen vorgenommen werden, so dass die vorhandenen, innerstädtischen Friedhöfe bald an ihre Grenzen stießen. Um die Seuchengefahr einzudämmen, wurden Notbegräbnisstätten eingerichtet, beispielsweise auf dem Bäumerplan am St. Josef-Krankenhaus (das ehemalige Reservelazarett Nr. 111) oder am Wenckebach-Krankenhaus (ehemaliges Reservelazarett Nr. 122). Hier wurden rund 250 bzw. 350 Tote bestattet. Auf Veranlassung des Gartenbauamtes wurden im März 1952 diese Toten aus hygienischen Gründen in Einzelgräber umgebettet. Tote, deren Identifikation nicht mehr möglich war, wurden in einem Sammelgrab bestattet, welches mit einem 9,5 Meter hohen Holzkreuz gekennzeichnet wurde. 2002 erfolgte eine Erneuerung der Grabkreuze. Dabei wurden die Daten der Toten vervollständigt, im Winter 2016 wurde das große Holzkreuz restauriert; von August bis November 2017 erfolgte ein Austausch der kleinen Holzkreuze gegen Kreuze aus dunklem Granit. mini|Säulenförmige Namensplatten an den Urnenbeisetzungen ohne individuelle Grabstelle

2009 war der Friedhof der Hauptveranstaltungsort am Berliner Tag des Friedhofs.

Bestattungsarten Folgende Bestattungsarten werden auf dem Heidefriedhof angeboten (Urnen- und Erdbeisetzungen werden in fast allen Abteilungen durchgeführt, so dass es keine reinen Urnen- oder Erdbeisetzungsabteilungen gibt): Aschengemeinschaftsgräber (Ausstreuen der Asche aus der Aschenkapsel) Erdbeisetzungen ohne individuelle Grabstelle Erdgemeinschaftsgräber (Gemeinschaftsbeisetzung in einem gestalteten Gemeinschafts-Grab) Erdreihengrabstellen (keine Nutzungsrechtsverlängerung an der Grabstelle möglich) Erdwahlgrabstellen (auch mehrstellig, Nutzungsrechtsverlängerung ist möglich) Urnenbeisetzungen ohne individuelle Grabstelle Urnengemeinschaftsgräber (Gemeinschaftsbeisetzung in einem gestalteten Gemeinschafts-Grab) Urnenreihengrabstellen (keine Nutzungsrechtsverlängerung an der Grabstelle möglich) Urnenwahlgrabstellen (Nutzungsrechtsverlängerung ist möglich) Urnenwandgrabstellen (in einem Kolumbarium)

Grabstätten (Auswahl) Otto Burgemeister (1883–1957), Bezirksbürgermeister und Stadtältester von Berlin, Lage der Grabstelle: Abt. E VII Nr. 283/84 Arthur Degner (1888–1972), ostpreußischer Maler, Grafiker und Kunsterzieher, Lage der Grabstelle: Abt. E VIII Nr. 42/43 Jürgen Fuchs (1950–1999), systemkritischer Schriftsteller aus der ehemaligen DDR, Lage der Grabstelle: Abt. D VII Nr. 335/36 Fritz Grantze (1893–1966), Politiker und Stadtältester von Berlin, Lage der Grabstelle: Abt. A VII Nr. 447 Franz Klühs (1877–1938), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Lage der Grabstelle: Abt. K IV Nr. 272 Willy Kreuer (1910–1984), Architekt u. a. der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin, Lage der Grabstelle: Abt. H II Nr. 934/35 Alfred Menger (1901–1979), Politiker und Stadtältester von Berlin, Lage der Grabstelle: Abt. H I Nr. 229 Fritz Wiesener (1880–1929), Politiker und Bürgermeister von Berlin-Tempelhof, Lage der Grabstelle: Abt. K III Nr. 360/61 Dietmar Pertsch (1929–2022), Literaturwissenschaftler, Mediendidaktiker, Seminardirektor, Verfasser der ersten Monographie in deutscher Sprache über den jiddischen Schriftsteller Isaac Bashevis Singer, Lage der Grabstelle: Abt. E II 141/42 inzwischen aufgelöste Grabstellen:

Egon Kaiser (1901–1982), Musiker und Bandleader der 30er Jahre

Siehe auch Berliner Bestattungswesen Liste der Friedhöfe in Berlin

Weblinks

Landeseigener Heidefriedhof auf kauperts.de, abgerufen am 22. Juli 2012.

Einzelnachweise

Kategorie:Friedhof im Bezirk Tempelhof-Schöneberg Kategorie:Berlin-Mariendorf