mini|Schulterklappenabzeichen des Generalhauptquartiers des Southwest Pacific Area. Southwest Pacific Area (SWPA) war der Name des alliierten Befehlsbereichs im Südwestpazifik während des Pazifikkriegs. Er war einer von vier großen alliierten Befehlsbereichen im Pazifikraum während des Krieges. Er umfasste die Philippinen, Borneo, Niederländisch-Indien ohne Sumatra, Australien, Neuguinea und die umliegenden Inselgruppen sowie die westlichen Salomonen und einige angrenzende Gebiete. In ihm waren die Truppen der verschiedenen alliierten Mächte, hauptsächlich der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, Australiens, der Niederlande und der Philippinen unter einem gemeinsamen Kommando gebündelt.
Oberster Befehlshaber war der General Douglas MacArthur. Unter seinem Befehl wurden im SWPA fünf Subkommandos gebildet: Allied Land Forces (Alliierte Landstreitkräfte), Allied Air Forces (Alliierte Luftstreitkräfte), Allied Naval Forces (Alliierte Seestreitkräfte), United States Army Forces in Australia (USAFIA, Heereskräfte der Vereinigten Staaten in Australien) und United States Army Forces in the Philippines (Heereskräfte der Vereinigten Staaten in den Philippinen). Letzteres erlosch mit der Kapitulation der letzten alliierten Kräfte in den Philippinen auf Corregidor am 6. Mai 1942. Das USAFIA wurde zum United States Army Services of Supply, Southwest Pacific Area (USASOS SWPA) umgeformt. Nach einer Reform der United States Army Forces in the Far East im Jahr 1943 übernahm dies die Verwaltungsaufgaben des USASOS, wodurch dieses nur noch logistische Aufgaben wahrnahm. Im Jahr 1945 wurden beide aus dem Verbund des SWPA herausgelöst. Die drei verbleibenden Subkommandos blieben ihm bis zu seiner formellen Auflösung am Tag der Kapitulation Japans am 2. September 1945 unterstellt.
Ursprünge mini|Karte der verschiedenen Areas im Pazifik, 1942. Staatsgrenzen auf dem Stand Juni 1937. Den direkten Vorläufer des Southwest Pacific Area stellte das kurzlebige ABDACOM dar. Im Dezember 1941 und Januar 1942 wurde es auch South West Pacific Area genannt.Paul Hasluck: The Government and the People 1942–1945. 1970, S. 49. Der schnelle japanische Vormarsch in Niederländisch-Indien trennte den Bereich des ABDACOM schnell in zwei voneinander getrennte Bereiche, weshalb sein Befehlshaber, der britische Feldmarschall Archibald Wavell, es im Februar 1942 wieder auflöste. Als britischer Oberbefehlshaber in Indien übernahm er anschließend die Kriegsschauplätze Burma und Sumatra im Westen des ehemaligen ABDACOM.Louis Morton: Strategy and Command - The First Two Years. 1962, S. 240–242.
Zwischen dem 26. Februar und 1. März trafen sich die Stabschefs der Truppen Australiens und Neuseelands in Melbourne, um zu erörtern, wie der nun unter keinem übergeordneten Befehl stehende Raum neu geordnet werden könnte. Sie schlugen als Ergebnis vor, einen neuen Befehlsbereich, der Australien und Neuseeland umfasse, zu schaffen und Wavells ehemaligen Stellvertreter, Generalleutnant George Brett zum Oberbefehlshaber zu machen. Brett hatte am 25. Februar das Kommando über die USAFIA übernommen.Louis Morton: Strategy and Command - The First Two Years. 1962, S. 242–245. mini|Kampfgebiet Südwestpazifik (Southwest Pacific Area) Der Präsident der Vereinigten Staaten Franklin D. Roosevelt und der Premierminister des Vereinigten Königreichs Winston Churchill diskutierten die Kommandoaufteilung bei einem Treffen in Washington, D.C. am 9. März. Roosevelt schlug vor, die Welt in amerikanische und britische Befehlsbereiche aufzuteilen und den Pazifik den Vereinigten Staaten zu unterstellen. Dort würde es einen amerikanischen Obersten Befehlshaber geben, der den Joint Chiefs of Staff unterstünde. Churchill äußerte seine Zustimmung zu Roosevelts Vorschlag, weshalb die Regierungen Australiens und Neuseelands über ihn in Kenntnis gesetzt wurden. Diese befürworteten ihn ebenfalls, äußerten aber den Wunsch, zumindest in Strategiefragen ein gewisses Mitspracherecht eingeräumt zu bekommen.
Bereits vorher war der Pazifikkriegsrat (Pacific War Council) gebildet worden, der erstmals am 10. Februar 1942 in London getagt hatte. In diesem vertraten Churchill, der stellvertretende Premierminister Clement Attlee und Außenminister Anthony Eden das Vereinigte Königreich. Earle Page stellte den australischen Vertreter dar. Weitere vertretene Länder waren Neuseeland, die Niederlande, Britisch-Indien und die Republik China. Im Juni 1942 übernahm Stanley Bruce Pages Sitz im Rat. Parallel zu diesem wurde in Washington, D.C. ein weiterer Pazifikkriegsrat gebildet, der am 1. April 1942 erstmals tagte. Ihm stand Präsident Roosevelt vor, während Richard Casey und später Owen Dixon Australien vertraten. Kanada als drittes Ratsmitglied wurde durch seinen Premierminister Mackenzie King vertreten. Die Räte hatten nie eine effektive Aufgabe oder Einfluss auf die Kriegsstrategie, erlaubten es den britischen Dominions aber, ihre Anliegen an höchster Stelle gegenüber den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich vorzutragen.J.M.A. Gwyer und J.R.M. Butler: Grand Strategy. 1964, S. 437.Paul Hasluck: The Government and the People 1942–1945. 1970, S. 227–228.
Aufstellung Die für die Verantwortlichen offensichtlichste Wahl des Obersten Befehlshabers im Pazifik stellte der amerikanische General Douglas MacArthur dar. Bereits vor seiner Flucht von den Philippinen nach Australien im März 1942 hatte er am 22. Februar des Jahres die Anweisung erhalten, den Befehl über das wieder neu aufgestellte ABDACOM zu übernehmen. Bereits bevor Diskussionen über die Art des Befehlsbereichs Pazifik ernsthaft begannen, versprachen seine Vorgesetzten ihm das Kommando darüber. Während Präsident Roosevelt, die Heeresführung und die amerikanische Bevölkerung MacArthur und seine Positionen großteils unterstützten, sah ihn die Führung der Marine kritisch. Der Oberbefehlshaber der United States Fleet, Admiral Ernest J. King war der Überzeugung, der Pazifikkrieg würde hauptsächlich durch Marineoperationen geschlagen, weshalb das Kommando keinem Heeresoffizier übertragen werden sollte. Da es zu dieser Zeit keinen Marineoffizier in der United States Navy gab, der es an Prestige und persönlicher Größe mit MacArthur aufnehmen konnte, schlug King die Aufteilung des Pazifiks in mehrere unabhängige Befehlsbereiche vor. Die Planer der US Army unter Brigadegeneral Dwight D. Eisenhower waren bereit, den Kompromiss aufgeteilter Befehlsbereiche einzugehen, wollten dabei aber Australien und Neuseeland in verschiedene Bereiche einteilen. Zwischen dem 9, und 16. März diskutierten die Joint Chiefs of Staff die verschiedenen Vorschläge der Army und Navy und beschlossen schlussendlich, die Pläne der Marine mit minimalen Änderungen umzusetzen.Louis Morton: Strategy and Command - The First Two Years. 1962, S. 244–246.
Während die Diskussionen weitergingen, kontaktierte der amerikanische Chief of Staff of the Army, George C. Marshall Brett und fragte an, ob die australische Regierung MacArthur, dessen Ankunft in Australien bevorstand, als ihre Wahl für den Obersten Befehlshaber nominieren könne. Dies geschah am 17. März, dem Tag von MacArthurs Ankunft in Batchelor in Nordaustralien. Am 24. März verabschiedeten die Combined Chiefs of Staff eine Direktive, welche den Pazifikraum unter die strategische Zuständigkeit der Vereinigten Staaten stelle. Am 30. März teilten die „Joint Chiefs of Staff“ den Pazifik in drei Befehlsbereiche: die Pacific Ocean Areas (POA) unter Admiral Chester W. Nimitz, den Southwest Pacific Area (SWPA) unter MacArthur und den Southeast Pacific Area, der nie aufgestellt wurde.Louis Morton: Strategy and Command - The First Two Years. 1962, S. 247–249. Ein Zusatz regelte dabei die Grenzlinien der Befehlsbereiche.Grace P. Hayes: The History of the Joint Chiefs of Staff in World War II. The War against Japan. 1982, S. 765.
Am 17. April 1942 wies der australische Premierminister John Curtin alle Angehörigen der australischen Verteidigungsstreitkräfte an, durch MacArthur erteilte Befehle zu behandeln „als ob sie von der Commonwealth-Regierung stammen“.„as emanating from the Commonwealth Government“Paul Hasluck: The Government and the People 1942–1945. 1970, S. 112–113.Samuel Milner: Victory in Papua. 1957, S. 22. Das Heer und die Ausbildungs- und Logistikeinrichtungen der Royal Australian Air Force (RAAF) wurden dem SWPA nicht unterstellt. Durch die Unterstellung ihrer Truppen unter den SWPA und damit MacArthurs Kommando konnten Änderungen in der Kommandostruktur und an den Ausmaßen des Befehlsbereich nur noch mit Zustimmung der australischen Regierung geschehen.David Horner: High Command. Australia and Allied Strategy 1939–1945. 1982, S. 309. Für sie war es besonders wichtig, dass der Oberste Befehlshaber ihre Truppen nicht ohne ihre Zustimmung außerhalb Australiens selbst oder australischen Territoriums einsetzen konnte, da das Einsatzgebiet der australischen Milizstreitkräfte rechtlichen Einschränkungen unterlag.Paul Hasluck: The Government and the People 1942–1945. 1970, S. 60. Zu einer Änderung des Kommandos kam es erstmals, als die Joint Chiefs of Staff Brett als Befehlshaber der alliierten Luftstreitkräfte ersetzten, wobei die australische Regierung übergangen wurde. MacArthur und Curtin kamen darin überein, dass der Status von Thomas Blamey als Befehlshaber der alliierten Landstreitkräfte unverändert bliebe und die Regierung über alle weiteren geplanten Änderungen informiert würde. Als der Befehlshaber der Marinestreitkräfte, der amerikanische Vizeadmiral Herbert F. Leary einige Monate später ersetzt werden sollte, wurde zunächst Curtins Zustimmung eingeholt.Paul Hasluck: The Government and the People 1942–1945. 1970, S. 115.
Generalhauptquartier MacArthur wurde am 18. April 1942 als Oberster Befehlshaber des SWPA eingesetzt, bevorzugte dabei aber den gewöhnlicheren Titel Oberbefehlshaber. Mit seiner ersten allgemeinen Order befahl er die Aufstellung fünf unterstellter Kommandos: Alliierte Landstreitkräfte, Alliierte Luftstreitkräfte, Alliierte Marinestreitkräfte, Heeresstreitkräfte der Vereinigten Staaten in Australien (USAFIA) und Heeresstreitkräfte der Vereinigten Staaten in den Philippinen. Letzterem Kommando war lediglich eine kurze Lebensdauer beschert, da sich die unter dem Befehl von General Jonathan M. Wainwright stehenden Truppen unter den fortwährenden japanischen Angriffen in den folgenden knapp drei Wochen mehr und mehr auflösten und mit der Kapitulation Corregidors am 6. Mai zu existieren aufhörten.Louis Morton: Strategy and Command - The First Two Years. 1962, S. 264–268. mini|General Douglas MacArthur und der australische Premierminister John Curtin bei einem Treffen im australischen Parlamentsgebäude, 26. März 1942. MacArthur gab die Zusammensetzung seines Stabes, bekannt als Generalhauptquartier (GHQ) am 19. April bekannt. Generalmajor Richard K. Sutherland wurde Chef des Stabes, Brigadegeneral Richard J. Marshall stellvertretender Chef des Stabes, Oberst Charles P. Stivers übernahm die Abteilung G-1, Oberst Charles Willoughby G-2, Brigadegeneral Stephen J. Chamberlin G-3, Oberst Lester J. Whitlock G-4. Brigadegeneral Spencer B. Akin wurde Signaloffizier, Brigadegeneral Hugh J. Casey Pionieroffizier, Brigadegeneral William F. Marquat Luftabwehroffizier, Oberst Burdette M Fitch Erster Adjutant und Oberst LeGrande A. Diller Offizier für Öffentlichkeitsarbeit.