Die Gassan-Schule (jap. , Gassan, bzw. , Gassan-ha) ist eine Schule traditioneller japanischer Schwertschmiede (siehe auch Nihonto), die ihren Ursprung in der Kamakura-Zeit hat.

Historie Klassische Gassan-Schule Die klassische Gassan-Schule entstand ursprünglich in der Provinz Dewa um das Jahr 1185 und existierte bis ca. 1333.http://www.japanesesword.de/?site=book&id=16&PHPSESSID=0c622h2jaad6kgpvfd95umkkd1 Sie gehörte zu den Wakimono Schulen, d. h., sie entsprang keiner der fünf klassischen Schwertschmiedetraditionen (Gokaden). Die Schwertschmiede dieser Schule signierten ihre Klingen meist nicht mit einer individuellen Signatur, sondern nutzten die Kanji für Gassan (), um die Klingen zu kennzeichnen. Daher sind nur wenige Schwertschmiede dieser Schule mit ihrem Namen bekannt.

Gassan-Schule der Neuzeit Am Ende der Edo-Zeit gegen Anfang des 19. Jahrhunderts zog der Gassan Sadayoshi aus Sasagawa in der Provinz Dewa nach Osaka, um dort die Schwertschmiedekunst unter Suishinshi Masahide zu erlernen.Kōkan, Nagayama: The connoisseur's book of Japanese swords, S. 293. Nach Abschluss seiner Ausbildung begann er etwa im Jahr 1833 erneut im Stile der klassischen Gassan-Schule zu schmieden. Er gilt damit als Begründer der modernen Gassan-Schule oder auch Osaka Gassan-Schule.Ogawa, Morihiro: Japanese Master Swordsmiths: The Gassan Tradition, S. 16. Sein Adoptivsohn Gassan Sadakazu (, 1836–1918) führte die Schwertschmiedekunst fort und wurde vom japanischen Kaiser neben dem Schwertschmied Miyamoto Kanenori 1906 zum teishitsu gigei-in (Mitglied des vom Kaiserhaus ausgewählten Handwerks) ernannt.Sesko, Markus: Schwerter des Nihonto-Club Deutschland, S. 104. Sadakazu und sein Sohn Gassan Sadakatsu fertigten Klingen in allen klassischen Schwertschmiedetraditionen sowie dem klassischen Gassan Stil.Leon/Yoshihara Kapp, Yoshindo: Modern Japanese Swords and Swordsmiths – From 1868 to the Present, S. 201. Ein Schüler Sadakatsus Takahashi Sadatsugu wurde 1955 zum Ningen Kokuhō (, „Lebenden Nationalschatz“) ernannt. 1971 wurde diese Ehre auch Sadakatsus Sohn Gassan Sadaichi (der sich später in Gassan Sadakazu II umbenannte) zu teil. Die moderne Gassan-Schule wird heute von Gassan Sadatoshi fortgeführt.

Die Gassan-Schule ist damit vermutlich die einzige Schwertschmiedeschule, die auch über das Verbot des Tragens von Schwertern (Haitorei-Erlass) im Jahr 1876 hinaus bis in die Gegenwart hinein noch aktiv ist.Leon/Yoshihara Kapp, Yoshindo: Modern Japanese Swords and Swordsmiths – From 1868 to the Present, S. 201.

Charakteristika Die Schwertklingen der klassischen Gassan-Schule zeichnen sich durch eine spezielle, wellenförmige Art der Maserung, das sog. Ayasugi hada () – auch Gassan hada () genannt – aus.http://www.japanesesword.de/?site=book&id=16&PHPSESSID=0c622h2jaad6kgpvfd95umkkd1 Klassische Gassan Klingen wurden zudem häufig mit den zwei Kanji für Gassan () auf der Nakago signiert. Moderne Gassan Klingen wurden in allen fünf klassischen Schwertschmiedetraditionen geschmiedet, sind jedoch ebenfalls für ihr Ayasugi hada bekannt. Der Nakago wurde von Schmieden der modernen Gassan-Schule meist besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt entgegengebracht. Gassan Sadakazu war zudem für seine ausgezeichneten Horimono bekannt. Gassan Sadakatsu verwendete oftmals Pflaumenzweige als Thema für Horimono.

Literatur Ogawa, Morihiro: Japanese Master Swordsmiths: The Gassan Tradition, Museum of Fine Arts, 1989. Kōkan, Nagayama: The connoisseur's book of Japanese swords, S. 293 ff. Leon/Yoshihara Kapp, Yoshindo: Modern Japanese Swords and Swordsmiths – From 1868 to the Present.

Weblinks Biografie von Gassan Sadakatsu Artikel über Important Intangible Cultural Property of Japan's Prefecture Level Webseite der All Japan Swordsmith Association Japanese Master Swordsmiths: The Gassan Tradition Werbekampagne mit Gassan Sadatoshi

Einzelnachweise

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