Der BahnRadweg Hessen ist einer der Radfernwege in Hessen. Er führt auf ehemaligen Bahntrassen durch den Vogelsberg und die Rhön, dabei nutzt er zum großen Teil bereits länger bestehende Radwege. Zwischen Hanau und Hartmannshain im Vogelsberg bietet er zwei Alternativrouten. Die eine nutzt den Vulkanradweg über die ehemalige Vogelsbergbahn und die andere führt entlang von Main und Kinzig zum Vogelsberger Südbahnradweg auf der alten Trasse der gleichnamigen Strecke. Unter Nutzung der hessischen Radfernwege führt die Route über Fulda und den Milseburgradweg, wieder eine ehemalige Bahntrasse, in die Rhön. Durch das Ulstertal wird eine weitere stillgelegte Bahnstrecke erreicht. Über der Trasse der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn endet der Radweg in Bad Hersfeld. Die Route über den Vulkanradweg hat eine Länge von 240 km und die Alternativroute eine Länge von 250 km. Der Aufstieg in den Vogelsberg über den Vulkanradweg hat nicht mehr als 3 % Steigung, setzt angesichts seiner Länge aber eine geeignete Grundkondition voraus.

Der Bahnradweg Hessen ist vom ADFC im September 2012 als Qualitätsradroute mit vier von fünf Sternen zertifiziert worden.

Übersicht der Orte auf der Strecke Start: Hanau (Hbf) Hauptroute: Nidderau, (Vulkanradweg): Altenstadt(Bf), Glauburg(Bf), Ortenberg, Gedern Alternativroute: (R3): Langenselbold (Bf), Gelnhausen (Bf), Wächtersbach (Bf), (Vogelsberger Südbahnradweg): Birstein Gemeinsam: (Vulkanradweg): Hartmannshain, Grebenhain, Ilbeshausen-Hochwaldhausen, Herbstein, Lauterbach(Bf), Wartenberg, Bad Salzschlirf (Bf), Schlitz, (Fulda-Radweg): Pfordt, Kämmerzell, Fulda (Bf), (Milseburg-Radweg): Götzenhof, Hofbieber, Hilders, (Ulsterradweg): Tann, Schleid, Geisa, Buttlar, Pferdsdorf, Unterbreizbach, Philippsthal (Werra), (Solztalradweg): Ransbach, Schenklengsfeld, Sorga, Bad Hersfeld (Bf)

Charakteristik ADFC-Angaben Der ADFC nennt den Hessischen Bahnradweg von hervorragender Qualität und gibt dazu an: Für die Variante über den Vulkanradweg: Gesamtlänge 219 km mit 1875 Hm Steigungen und 1781 Hm Gefälle. Rennradgeeignet ca. 62 %, für den Rest wird ein Tourenrad empfohlen. Schwierigkeit: ca. 50 % leicht (0–2 %); 48 % mittel (2–6 %); Rest sportlich (> 10 %). Verkehrsbelastung: „keine bis geringe“; < 1 % hohe. Er empfiehlt 35 % der Strecke als kindergeeignet.

Für die Variante über den Vogelsberger Südbahnradweg: Gesamtlänge 223 km mit 1839 Hm Steigungen und 1623 Hm Gefälle. Rennradgeeignet ca. 60 %, für den Rest wird ein Tourenrad empfohlen. Schwierigkeit: ca. 60 % leicht (0–2 %); 38 % mittel (2–6 %); Rest sportlich (> 10 %). Verkehrsbelastung: „keine bis geringe“; < 1 % mittlere. Er empfiehlt 25 % der Strecke als kindergeeignet.

Charakter der Etappen Abschnitt Hanau – Glauburg: Der 31,6 km lange Abschnitt führt größtenteils über separate Radwege mit gut zu befahrender Verbunddecke. Ausnahme ist die wenig befahrene Kreisstraße vor Eichen (ca. 1 km). Er weist wenig Höhenunterschiede auf (250 Hm Steigungen / 230 Hm Gefälle). Es gibt einen nennenswerten Anstieg zur Hohen Straße und einen kurzen Anstieg nach dem Ortsausgang Windecken.

Abschnitt Glauburg – Schlitz: Der 85 km lange Abschnitt führt über Radwege mit Feinasphalt, ruhige Ortsstraßen und an einigen Stellen über straßenbegleitende Radwege. Der Aufstieg in den Vogelsberg erfolgt auf dem Vulkanradweg, einer ehemaligen Bahntrasse und hat daher nur moderate Steigung. Bis Gedern nur geringe Steigung dann bis Hartmannshain mäßig bis 3 %. Hier ist die höchste Stelle des Abschnitts. Insgesamt hat der Abschnitt 690 Hm Steigungen und 587 Hm Gefälle.

Abschnitt Schlitz – Hilders: 57 km Steigungen 689 Höhenmeter; Gefälle 495 Höhenmeter. Der 87 km lange Abschnitt führt über befestigte bzw. asphaltierte Radwege. Teils über eigens angelegte Wege, teils über Wirtschaftswege. In Fulda erfolgt die Streckenführung teilweise über ruhige Nebenstraßen. Hinter Fulda wird die Route über den durchgängig asphaltierten Milseburgradweg geführt. Auf ihm geht es mit nur geringer Steigung in die Rhön. Hier befindet sich der 1173 m lange Milseburgtunnel. In ihm herrschen Temperaturen von 8 bis 10 °C und er bleibt offiziellRadwanderkarte 2009 des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landentwicklung, Referat Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Wiesbaden von November bis März zum Schutz von Fledermäusen gesperrt. In der Praxis ist die Sperrung abhängig vom Ruhebedarf der Fledermäuse und kann bis Mitte April andauern. Beispielsweise wurde 2009 der Tunnel erst am 19. April wieder eröffnet. Insgesamt hat der Abschnitt 689 Hm Steigungen und 495 Hm Gefälle.

Abschnitt Hilders – Philippsthal: Dieser 37 km lange Abschnitt führt größtenteils über ruhige Nebenstraßen und ausgebaute Radwege mit Asphalt oder Feinschotter. Die Teilstrecken Tann – Motzlar sowie Geisa – Buttlar verlaufen straßenbegleitend an der B278. Nach Wenigentaft gibt es an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze einen ca. einen Kilometer langen unbefestigten bzw. geschotterten Weg. Zwischen Räsa und Philippsthal ist am Ulsterufer ein kurzes Stück unbefestigt. Der Abschnitt verläuft mit dem Ulstertal abfallend fast ohne Steigungen. Insgesamt hat der Abschnitt 689 Hm Steigungen und 495 Hm Gefälle.

Abschnitt Philippsthal – Bad Hersfeld: Dieser 28 km lange Abschnitt ist durchgehend asphaltiert. Die Route wird über eigens angelegte oder straßenbegleitende Radwege, wenig befahrene Straßen und eine ehemalige Bahntrasse geführt. In der ersten Hälfte gibt es einige mäßige Steigungen und Abfahrten, der zweite Teil ist weitgehend eben. Insgesamt hat der Abschnitt 249 Hm Steigungen und 240 Hm Gefälle.

Fuldaradweg Bad Hersfeld – Lauterbach als Rundweg Dieser 50 km lange Abschnitt nutzt den Fuldaradweg R1 bis kurz vor Schlitz. Danach abbiegen auf den R7a und ab Schlitz dem Abschnitt Glauburg – Schlitz in Gegenrichtung folgen. Die Etappe führt über meist asphaltierte eigene bzw. straßenbegleitende Radwege und Nebenstraßen. Bis Schlitz gibt es nur geringe Höhenunterschiede danach leicht hügelig. Insgesamt hat der Abschnitt 336 Hm Steigungen und 253 Hm Gefälle.

Alternativroute Hanau – Hartmannshain Dieser 67 km lange Abschnitt kann entweder als alternative Anfahrt für sportlich ambitionierte Radler oder für die Rückfahrt auf einer Rundtour genutzt werden. Zwischen Hanau und Wächtersbach auf dem R3 flach im Kinzigtal, auf dem Vogelsberger Südbahnradweg dann auf 32 km ein Höhenunterschied von 565 m mit bis zu 10 % Steigung bzw. Gefälle zwischen Birstein und Hartmannshain. Der untere Abschnitt zwischen Wächtersbach und Birstein verläuft auf der ehemaligen Trasse der Vogelsberger Südbahn. Insgesamt hat der Abschnitt Richtung Hartmannshain 760 Hm Steigungen und 265 Hm Gefälle.

Streckenbeschreibung Die Streckeneinteilung folgt dem durch die Region Vogelsberg Touristik GmbH herausgegebenen Tourenguide. Die Angaben über Entfernungen und Höhenprofile wurden dem Radroutenplaner Hessen entnommen.

Hanau – Glauburg

Länge 31,6 km; Steigungen 250 Höhenmeter, Gefälle 230 Höhenmeter.

Der BahnRadweg Hessen startet am Schloss Philippsruhe in Hanau-Kesselstadt auf dem Hessischen Radfernweg R3 direkt am nördlichen Mainufer. Der Bahnhof Hanau-West liegt zwei Kilometer entfernt. Vom Startpunkt führt die Route über die Burgallee zum historischen Wilhelmsbad, wo sich das Hessische Puppenmuseum befindet. Nach der Umfahrung des Geländes führt die Route neben der Kesselstädter Straße durch ein Waldgebiet, quert die A66 und erreicht nach 7 km Hanau-Mittelbuchen. Der weitere Weg führt leicht hügelig vorwiegend über Wirtschaftswege durch die Felder ins Gemeindegebiet von Nidderau zur B45. Straßenbegleitend führt der Weg über 34 Höhenmeter zum Wartbaum, einer über 400 Jahre alten Linde, an der „Hohen Straße“. Diese historische Handelsstraße Frankfurt am Main – Leipzig war eine wichtige Ost-West-Verbindung. Heute verläuft hier die Regionalparkroute Hohe Straße. Nach einer Abfahrt nach Windecken im Tal der Nidder ist aus dem Ort noch einmal eine Steigung zu überwinden, bevor durch die Nidderauen der Bahnhof von Nidderau-Eichen nach 12 km erreicht wird. Weiter im Tal der Nidder läuft die Route nach Höchst an der Nidder, wo der Vulkanradweg startet. Auf ihm führt die Route weiter und nach ca. 6 km Altenstadt. Am Weg sind jetzt in regelmäßigen Abständen Kunstobjekte aufgestellt. Bis zum Bahnhof des Etappenzieles Glauburg sind es jetzt noch 7 km. Bis dahin wird noch die A 45 gequert und die Ortschaft Altenstadt-Lindheim passiert. In Glauburg lohnt sich ein Abstecher zum Glauberg mit dem Archäologischen Park „Keltenwelt am Glauberg“. Er ist über den Radweg die Keltenrouten in 1,6 km Entfernung und ca. 85 Höhenmetern zu erreichen. Das neu errichtete Museum soll auf der Basis alter und neuer Forschungen zum Glauberg Einblicke in verschiedene Facetten keltischer Kultur zeigen. Im Ort gibt es das Glauberg-Museum dessen Prunkstücke eine Kopie der Keltenfürstenstatue, sowie eine Fotodokumentation ausgegrabenen keltischen Fürstengräber sind.

Glauburg – Schlitz

Länge 85 km; Steigungen 690 Höhenmeter; Gefälle 587 Höhenmeter.

Kurz nach dem Beginn der Etappe in Stockheim verläuft sie Route auf der Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn. Diese folgt weiter dem Niddertal und über den ehemaligen Bahnhof von Selters wird nach 6 km und den ersten 35 Höhenmetern Ortenberg erreicht. Danach führt der Weg vorbei an Eckartsborn, auf der gegenüberliegenden Nidderseite, nach Lißberg mit seiner Burg aus dem 12. Jahrhundert. Den Wehrturm der Burg das Krautfass ist vom Radweg zu erkennen. Nach dem Ort verengt sich das Tal und die Route führt am Waldrand bis Hirzenhain, wo weitere 7 km mit 100 Höhenmetern Steigung zu bewältigen sind. In Hirzenhain kann sonntags das Eisenkunstguss-Museum besucht werden. Es gewährt einen Überblick zur Eisengewinnung und -verarbeitung in Hirzenhain, sowie eine Einführung zur Geschichte des Eisenkunstgusses im 19. Jahrhundert. Aus dem Niddertal führt die Route durch den Ort Merkenfritz, Hochwald und Wiesen nach Gedern, womit weitere 7 km und 100 Höhenmeter zurückgelegt sind. Der Radweg schraubt sich langsam in langen Serpentinen mit schönen Aussichtspunkten hinauf nach Ober-Seemen, taucht dann in ein ausgedehntes Waldgebiet ein und erreicht nach 14 km und 288 Höhenmetern in Hartmannshain den höchsten Punkt des Vulkanradweges. Hier trifft auch die Alternativstrecke mit dem Vogelsberger Südbahnradweg auf den Vulkanradweg. Es folgt eine angenehme 7 km lange Abfahrt mit 156 Höhenmetern durch vorwiegend freies Wiesengelände die kurz hinter Crainfeld endet. Fast flach führt die Strecke auf dem zum Teil hochgelegenen Bahndamm 7 km durch Wiesen und Felder zur Ortschaft Ilbeshausen-Hochwaldhausen und noch einmal 6 km zum Abzweig nach Herbstein. Die auf einer Bergkuppe gelegene Kleinstadt bietet vom Radweg ein schönes Bild. Das seit 2000 staatlich anerkannte Heilbad mit Thermalquelle ist vor allem durch den Fastnachtsbrauch des Herbsteiner Springerzugs bekannt. Der Vulkan Terme mit warmem magnesiumreichen fluorhaltigen Calcium-Natrium-Sulfat-Heilwasser verdankt die Stadt den Titel Heilbad. Die Route hat jetzt fallende Tendenz und nach 6 km und 50 Höhenmeter tiefer bietet sich ein schöner Blick auf das Schloss Eisenbach.