Die Métro Toulouse, 1993 eröffnet, ist ebenso wie in Lille und Rennes eine automatische U-Bahn, basierend auf dem VAL-System.

Geschichte

mini|Karte mit den ersten beiden Linien (A und B) Die erste Metrolinie von Toulouse (Linie A) wurde am 26. Juni 1993 zwischen Basso-Cambo und Jolimont eröffnet, nachdem die Bauarbeiten 1989 begonnen hatten. Dieser Abschnitt verläuft fast gänzlich unterirdisch, abgesehen von der Station Basso-Cambo und der Überquerung der Autobahn. Nordöstlich der Station Jolimont entstand auf einem Viadukt eine Kehranlage, an die 2003 die Verlängerung der Linie um 2,3 km bzw. 3 Stationen bis Balma Gramont angeschlossen wurde.

Am 30. Juni 2007 wurde eine zweite Strecke, die Linie B, dem Verkehr übergeben. Eingesetzt werden gummibereifte, fahrerlose Doppeltriebwagen mit schmalem Profil des von Matra entwickelten Systems VAL.

Beim Bau beider Strecken gab es zahlreiche Funde aus der zweitausendjährigen Geschichte von Toulouse. So konnte das in historischen Quellen erwähnte Römische Forum in der Nähe des Platzes Place Esquirol lokalisiert werden.

Linie A Die erste Metrolinie ist 12,3 km lang und hat 18 Bahnhöfe. Sie durchquert Toulouse von Südwesten nach Nordosten, von Basso Cambo nach Balma Gramont. Die 1993 eröffnete Strecke wurde von Matra gebaut, 2003 wurde sie von Siemens verlängert. Im Jahr 2001 hatte sie ein tägliches Passagieraufkommen von 140000 Fahrgästen. Jean Jaurès ist Umsteigebahnhof zur Métrolinie B, Arènes zur Vorortlinie C und den Straßenbahnlinien T1 und T2. Die Station Marengo-SNCF hat einen direkten Zugang zum Fernbahnhof Toulouse-Matabiau.

Bis Ende 2019 sollte die Kapazität der Linie A verdoppelt werden. Die Strecke sollte so umgebaut werden, dass nach Abschluss der Arbeiten 52 m lange Züge eingesetzt werden können, während die älteren Züge nur 26 m lang waren. Das Projekt umfasste: die Verlängerung der Bahnsteige und der Trennwände zwischen den Bahnsteigen und den Gleisen, die Anpassung der Energieversorgung und der Linienleitstelle sowie die Vergrößerung des Fuhrparks und des Betriebshofes. Die Gesamtkosten für den Ausbau wurden auf 180 Millionen Euro geschätzt. Ein im Januar 2016 mit Siemens geschlossener Vertrag betraf die elektrische und elektronische Ausrüstung und belief sich auf 66 Millionen Euro. Im Jahr 2020 war die Maßnahme abgeschlossen. Nach dem abgeschlossenen Umbau aller Stationen verkehrt die Linie A mittlerweile zum Teil mit Vier-Wagen-Zügen. Zuvor war lediglich ein Betrieb mit Zwei-Wagen-Zügen möglich.

Fahrzeuge Zum Zeitpunkt der Eröffnung der Linie standen 29 Einheiten der Bauart VAL 206 zur Verfügung. Im Zuge der Verlängerung über die vorübergehende Endstation Jolimont hinaus wurden 14 Züge des Typs VAL 208 beschafft,Christoph Groneck: Metros in Frankreich, S. 123. auch läuft dort, um das gestiegene Fahrgastaufkommen zu bewältigen, mittlerweile ein Teil der 2011 erworbenen 18 Züge der Baureihe VAL 208 NG2. bei midimobilites.fr, abgerufen am 8. Oktober 2017

Linie B mini|Station Palais de Justice der Linie B mini|Bahnhof Arènes der Linie C mit Triebwagen des Typs Coradia A TER mini|Gegenwart und Zukunft: Die Karte zeigt die Métrolinien A und B, die projektierte Métrolinie C (grün), die bestehende Linie C (violett) und die Straßenbahnlinien T1 und T2 Die zweite Metrolinie ist 15,1 km lang, hat 20 Bahnhöfe und verläuft in Nord-Süd-Richtung von Borderouge nach Ramonville. Sie wurde am 30. Juni 2007 eingeweiht und ebenfalls von Matra erbaut. Ursprünglich waren für diese Linie 35 Fahrzeuge vom Typ VAL 208 vorgesehen. Der Auftragswert betrug 232 Mio. Euro. Jean Jaurès ist Umsteigebahnhof zur Métrolinie A, Palais de Justice zu den Straßenbahnlinien T1 und T2. Während der Verkehrsspitzen beträgt die Frequenz der in Doppeltraktion (vier Wagen) verkehrenden vollautomatischen Züge 80 Sekunden.

Fahrzeuge Auf der Linie B verkehren ausschließlich Wagen der Typen VAL 208 NG (56 Einheiten) und VAL 208 NG2.

Linie C (Vorortzug) Auf den Netzplänen der Métro ist eine Linie C vom U-Bahnhof Arènes nach Westen zum SNCF-Bahnhof von Colomiers eingezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Vorortzug mit fünf Stationen, der einen nicht elektrifizierten Abschnitt der Bahnstrecke Toulouse–Auch nutzt und von der französischen Staatsbahn SNCF betrieben wird. Die Dieseltriebwagen der Bauart Alstom Coradia A TER verkehren im Halbstundentakt, sie sind in das Tarifsystem des Verkehrsverbunds einbezogen.Christoph Groneck: Metros in Frankreich, S. 129.

Linie C soll umbenannt werden, sobald die geplante dritte U-Bahnlinie (siehe unten) fertiggestellt ist. Dann soll diese die Bezeichnung C übernehmen.

In Vorbereitung: TAE, die künftige Linie C Bis ursprünglich 2024 sollte Toulouse eine weitere Metrolinie erhalten, deren Projektname TAE (Toulouse Aerospace Express) lautet. Sie wird etwa 20 bis 25 km lang werden und soll die westlich gelegene zweitgrößte Stadt des Départements, Colomiers, mit dem Airbus-Gelände östlich von Toulouse verbinden. Wichtige Haltestellen werden der Flughafen Toulouse-Blagnac sowie der Bahnhof Toulouse-Matabiau mit TGV-Anschluss werden. Nicht die gesamte Strecke, sondern nur 80 % werden unterirdisch verlaufen.

Als Eröffnungsdatum der Linie, die dann die Bezeichnung C übernimmt, wurde inzwischen das Jahr 2028 angegeben. Die Kosten werden auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro geschätzt.LADEPECHE.fr vom 8. Juli 2015 Métro : la 3e ligne a déjà un nom (französisch) abgerufen am 19. Januar 2016

Als Rollmaterial sind zweiteilige Züge mit einer Länge vom 36 Metern und einer Breite von 2,50 Metern vom Typ Metropolis des Herstellers Alstom vorgesehen, welche fahrerlos verkehren und zukünftig auf eine Länge von 48 Metern verlängert werden können.

Weblinks

Offizielle Betreiberseite Die Métro Toulouse bei Urbanrail.net

Einzelnachweise

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