Hwisdez (; ) ist eine Siedlung städtischen Typs der Oblast Iwano-Frankiwsk im Westen der Ukraine mit etwa 1900 Einwohnern. mini|links|Klosterkirche im Ort

Hwisdez liegt am Ufer der Tschornjawa im Rajon Kolomyja südöstlich der Oblasthauptstadt Iwano-Frankiwsk. Die Stadt Kolomyja liegt etwa 20 Kilometer südwestlich.

Geschichte Der Ort wurde 1373 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und gehörte zunächst zur Adelsrepublik Polen-Litauen (in der Woiwodschaft Ruthenien), von 1774 bis 1918 gehörte er unter seinem polnischen Namen Gwoździec zum österreichischen Kronland Galizien und war von 1854 bis 1867 Sitz einer Bezirkshauptmannschaft,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1854, XXXIX. Stück, Nr. 111: „Verordnung der Minister des Innern, der Justiz und der Finanzen vom 24. April 1854“ danach wurde der Bezirk auf die Bezirke Horodenka, Sniatyn und Kolomea aufgeteilt,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, IX. Stück, Nr. 17: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. Jänner 1867“ im gleichen Jahr wurde ein Bezirksgericht des Bezirks Kolomea errichtet.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zu Polen (in die Woiwodschaft Stanislau, Powiat Kołomyja), wurde im Zweiten Weltkrieg 1939 bis 1941 von der Sowjetunion und dann bis 1944 von Deutschland besetzt und hier in den Distrikt Galizien eingegliedert.

Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort der Sowjetunion zugeschlagen, dort kam das Dorf zur Ukrainischen SSR und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine. Bereits 1940 wurde Hwisdez der Status einer Siedlung städtischen Typs verliehen, von 1940 bis 1962 war der Ort das Rajonszentrum des gleichnamigen Rajons Hwisdez, dieser wurde schließlich auf die Rajone Horodenka, Snjatyn und Kolomyja aufgeteilt.

Nahe der Siedlung fand 1531 die Schlacht bei Gwoździec im Zuge des Polnisch-Moldauischen Krieges statt.

Verwaltungsgliederung Am 5. September 2019 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Hwisdez (). Zu dieser zählten auch noch die 5 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer,Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Івано-Франківській області у Коломийському районі Гвіздецька селищна, Остапківська та Старогвіздецька сільські ради рішеннями від 05 вересня 2019 року bis dahin bildete sie zusammen mit dem Dorf Beremjany die gleichnamige Siedlungratsgemeinde Hwisdez (Гвіздецька селищна рада/Hwisdezka selyschtschna rada) im Osten des Rajons Kolomyja.

Am 12. Juni 2020 kamen noch die Dörfer Chomjakiwka und Kulatschkiwzi aus dem Rajon Snjatyn zum Gemeindegebiet.Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 714-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Івано-Франківської області"

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Hwisdez Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Beremjany Берем'яни Беремяны Beremiany Chomjakiwka Хом'яківка Хомяковка (Chomjakowka) Chomiakówka Kulatschkiwzi Кулачківці Кулачковцы (Kulatschkowzy) Kułaczkowce Ostapkiwzi Остапківці Остапковцы (Ostapkowzy) Ostapkowce Tschechowa Чехова Чехова Czechowa Malyj Hwisdez Малий Гвіздець Малый Гвоздец (Maly Gwosdez) Gwoździec Mały Staryj Hwisdez Старий Гвіздець Старый Гвоздец (Stary Gwosdez) Gwoździec Stary

Synagoge Um 1640 wurde die Synagoge in Hwisdez errichtet. Sie wurde nach dem Einmarsch deutscher Truppen 1941 in Brand gesteckt. Ihr hölzernes Gewölbe wurde 2014 im Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau rekonstruiert.

Persönlichkeiten Andrij Schewtschenko (* 1976), ukrainischer Journalist, Politiker und Diplomat Jan Puzyna de Kosielsko (1842–1911), polnischer Bischof Jerzy Kawalerowicz (1922–2007), polnischer Regisseur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Iwano-Frankiwsk Kategorie:Rajon Kolomyja Kategorie:Ersterwähnung 1373