mini|Evangelische Kirche mini|Alte Wehr an der Lauter innerhalb von Oberweiler-Tiefenbach Oberweiler-Tiefenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an.
Geographie Die Ortsgemeinde liegt an der Lauter nordöstlich des Königsbergs im Nordpfälzer Bergland. Die Lauter bildet zugleich die westliche Gemeindegrenze. Innerhalb des Gemeindegebiets nimmt sie von rechts den Breitbach auf.
Der Ort setzt sich aus den Ortsteilen Oberweiler und Tiefenbach zusammen.
Im Süden der Ortsgemeinde befindet sich Wolfstein, im Nordwesten der zu Wolfstein gehörende Reckweilerhof, östlich liegt Einöllen und nördlich Hohenöllen.
Geschichte Oberweiler wurde im Jahr 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Zur Unterscheidung des nahegelegenen Oberweiler im Tal wurde es zeitweise auch Unterweiler genannt. Im Jahre 1316 wurde Tiefenbach erstmals erwähnt. Im Jahre 1387 kamen die Orte zur Grafschaft Veldenz. Ab 1694 gehörten sie zu Pfalz-Zweibrücken. Im Rahmen eines Gebietsaustausches gelangten sie 1768 zur Kurpfalz.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, waren die beiden Orte in den Kanton Wolfstein eingegliedert. 1815 gehörten sie zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurden sie ein Jahr später dem Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörten sie weiterhin dem Kanton Wolfstein an und war Bestandteil des Landkommissariat Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Im Jahre 1824 wurden Oberweiler und Tiefenbach zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.
1939 wurde die Gemeinde in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oberweiler-Tiefenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Oberweiler-Tiefenbach 1972 Bestandteil der Verbandsgemeinde Wolfstein. Seit 2014 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.
Religion Die Katholiken gehören zum Dekanat Kusel im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Oberweiler-Tiefenbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Alexander Emrich wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Oberweiler-Tiefenbach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 60,9 % gegen eine Mitbewerberin durchgesetzt.
Sein Vorgänger Günter Schwambach war bei der Wahl 2024 nach dreißig Jahren im Amt nicht mehr als Ortsbürgermeister angetreten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler Eine Gartenanlage mit Mühlen, Brücken und Wirtschaftsgebäuden, die 1753 erbaute evangelische Kirche sowie das Kriegerdenkmal und Grabsteine in Oberweiler-Tiefenbach stehen unter Denkmalschutz.
Natur Mit der Lindenallee existiert innerhalb des Gemeindegebiets ein Naturdenkmal.
Veranstaltungen Die Kerwe findet jährlich am vierten Wochenende im September statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270 vorbei. Mitten durch Oberweiler und Tiefenbach verläuft die Kreisstraße 56. Die Landesstraße 384 verläuft durch den Süden der Gemeindegemarkung, ohne das Siedlungsgebiet zu berühren.
Wolfstein und Reckweilerhof haben Bahnhalte der Lautertalbahn. Zwischen ihnen gab es ab 1883 den Haltepunkt Oberweiler, der 1898 in Oberweiler-Tiefenbach umbenannt wurde. Er diente ausschließlich dem Personenverkehr und war während der Zeit der Bayerischen Staatseisenbahnen als Stationstyp 1 geführt. Er wurde 1912 mangels Rentabilität aufgegeben.
Tourismus Mitten durch Oberweiler-Tiefenbach verlaufen der Lautertal-Radweg und ein Wanderweg, der mit einem gelben Balken gekennzeichnet ist.
Literatur
Weblinks
Ortsgemeinde Oberweiler-Tiefenbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein Oberweiler-Tiefenbach bei regionalgeschichte.net Fernsehsendung Hierzuland
Einzelnachweise