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Ensembles Ensemble Ortskern Thüngersheim Der 1098 erstmals genannte Ort () muss nach Ausweis des spätromanischen Kirchturms im hohen Mittelalter bereits eine gewisse Bedeutung besessen haben. Für die topographischen Eigenheiten des Siedlungsgrundrisses scheint eine weiter südlich, außerhalb der Ortschaft liegende Wegegabelung maßgebend gewesen zu sein: die Straße von Würzburg nach Karlstadt und ein von dieser abzweigender Weg in Richtung Retzstadt durchschneiden jeweils das Ortsgebiet, ohne einander darin zu begegnen. Einen stark geometrisierenden Ausbau, verbunden mit einer Mauerbefestigung hat Thüngersheim in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfahren: innerhalb eines etwa rechteckigen Gesamtumrisses sind die beiden Fernwege als untereinander parallele, an ihren jeweiligen Enden mit Toren versehene, breit angelegte Hauptstraßen der Länge nach durchgezogen; zwischen ihnen sind dem Gefälle im Gelände entsprechend leicht ansteigende Quergassen gespannt, so dass ein äußerst zwingender, leiterförmiger Gesamtgrundriss entsteht. Die Parzellierung erreicht nicht überall die geometrische Klarheit, durch die sich die weitgehend normiert erscheinende Straßenführung auszeichnet; sie dürfte teilweise auf ältere, im 16. Jahrhundert bereits bestehende Zustände zurückzuführen sein. Der Ort ist trotz seiner Ausmaße und seines stadtmäßigen Ausbaus immer Dorf geblieben. Die Bebauung besteht aus Weinbauernhöfen, deren meist giebelseitig zur Straße gestellte Wohnhäuser mit einem seitlichen Hoftor verbunden sind. Jüngere, traufständige Bauten sind durch in der Mittelachse angebrachte, breite Tordurchfahrten betont. Die Bausubstanz ist auf weiten Strecken noch historisch. Neben einigen, auffallenden Häusern des späteren 16. Jahrhunderts sind das 17., 18. und das frühe 19. Jahrhundert am stärksten vertreten. Die Pfarrkirche liegt exzentrisch in der Nordwestecke des Mauerrechteckes, erhaltene Gaden zeugen von einer einstigen Eigenbefestigung. Der Ort, der eines Schwerpunktes entbehrt (er besitzt auch keinen Platzraum), zeichnet sich durch die strenge Regelmäßigkeit seiner Aufteilung aus und könnte darin möglicherweise als Denkmal städtebaulicher Tendenzen unter Julius Echter angesprochen werden. Aktennummer: E-6-79-194-1.

Ortsbefestigung Thüngersheim Die Ortsmauer ist in Bruchsteinmauerwerk aus Sandstein in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet worden. Der ehemalige hochrechteckige Mauerbering hat sich nur in Resten und in verbautem Zustand erhalten. Von den einstigen vier Torbauten sind drei erhalten, an der Nordostseite das sogenannte Retzstadter Tor (siehe auch Obere Hauptstr. 7), das sogenannte Würzburger oder Veitshöchheimer Tor im Südwesten (siehe auch Veitshöchheimer Str. 2) und das sogenannte Hirtentor im Südosten (siehe auch Obere Hauptstr. 34). Aktennummer: D-6-79-194-1.

Schulgraben 3 (): Turm, Massivbau mit Mansardwalmdach, im Kern 2. Hälfte 16. Jahrhundert (D-6-79-194-1) Gemeindegasse 6 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Gemeindegasse 4 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Obere Hauptstraße 5 (): Rest der Ortsbefestigung, teilweise verbaut (D-6-79-194-1) Obere Hauptstraße 7 (): Retzstadter Tor oder Zehnttor, zweigeschossiger Torbau mit Fachwerkobergeschoss, Satteldach und rundbogiger Tordurchfahrt mit Echterwappen am Scheitelstein, bezeichnet 1609 (D-6-79-194-12) Obere Hauptstraße 47 (): Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Oberer Graben 30 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Oberer Graben 32 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Obere Hauptstraße 53 und 55 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Friedhofstraße 1 (): verbauter Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Obere Hauptstraße 34 (): Hirtentor, auch Königstor, Tor der Ortsbefestigung, zweigeschossige Doppeltoranlage über Hakengrundriss mit Fachwerkobergeschoss und einseitig abgewalmten Satteldach, mit Sandsteinfigur des Hl. Wendelin des 18. Jahrhunderts, Tor bezeichnet 1588 Plangasse (): Rest der Ortsbefestigung (D-6-79-194-1) Veitshöchheimer Straße 2 (): Würzburger Tor oder Plantor, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, rundbogiger Tordurchfahrt mit Wappenstein des Fürstbischofs Karl Philipp von Greifenklau und Figur des Erzengels Michael des 18. Jahrhunderts, bezeichnet 1751 (D-6-79-194-42)

Baudenkmäler

Ehemalige Baudenkmäler

Abgegangene Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Thüngersheim

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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