Utzenaich (Bairisch: Ùtznoa) ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Ried im Innviertel mit Einwohnern (Stand ) etwa sieben Kilometer nördlich von Ried. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Ried im Innkreis.

Geografie Utzenaich liegt auf 398 Meter Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,1 und von West nach Ost 5,9 Kilometer. Die Gemeinde hat eine Fläche von 20,35 Quadratkilometer. Davon sind 80 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 10 Prozent sind bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 25 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte 1140 wird der Name Utzenaich zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Verwaltet wurde der Ort vom altbayerisches Adelsgeschlecht der Familien Tattenbach.

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war Utzenaich bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals „Innbaiern“) kurz zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder bayrisch, gehört der Ort nun seit 1814 zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Im Oktober 1944 wurde in einem Wirtshaus im Ortsteil Wilhelming ein „fremdvölkisches Kinderheim“ eingerichtet, in dem Kinder, die man ausländischen Zivilarbeiterinnen („Ostarbeiterinnen“) abgenommen hatte, untergebracht wurden. 34 von 60 Säuglingen starben bis zum 9. Mai 1945 an mangelhafter Versorgung und Unterernährung.Orte der Erinnerung, auf kirchenzeitung.at

Einwohnerentwicklung 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.385 Einwohner, 2001 dann 1.496 Einwohner. Zwar war die Wanderungsbilanz nur leicht positiv (+6), aber die Geburtenbilanz sehr hoch (+105). Da beide Bilanzen auch im nächsten Jahrzehnt positiv blieben, stieg die Bevölkerungszahl auf 1.536 Personen im Jahr 2011 an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Utzenaich mini|Pfarrkirche Utzenaich

Schloss Utzenaich Edelsitz Murau Katholische Pfarrkirche Utzenaich Mariä Himmelfahrt Denkmal für die verstorbenen Kinder des fremdvölkischen KinderheimesGottfried Gansinger: Fremdvölkisches Kinderheim Utzenaich (1944–1945). Erinnerung für die Zukunft, Studienverlag 2019, ISBN 978-3-200-06155-2.

Wirtschaft und Infrastruktur In Utzenaich arbeitet seit Mai 2009 die erste „Grüne Bioraffinerie“ Österreichs. In dieser Demonstrationsanlage wird Grassilage in seine Bestandteile aufgetrennt, um Milchsäure und Aminosäuren zu gewinnen. Aus den Rückständen wird Biogas gewonnen. Die Kapazität der Anlage beträgt eine Tonne Silage pro Stunde.Weltweit erste Grüne Bioraffinerie für Grassilage eröffnet. Abgerufen am 19. Juni 2009.

Verkehr Durch das Gemeindegebiet verläuft die Innkreis Autobahn A8 mit dem Rastplatz Murau.

Politik mini|Gemeindeamt Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2003: 11 ÖVP, 5 SPÖ und 3 FPÖ. 2009: 11 ÖVP, 5 FPÖ und 3 SPÖ. 2015: 10 ÖVP, 5 FPÖ und 4 SPÖ. 2021: 13 ÖVP, 3 FPÖ, 2 SPÖ und 1 MFG.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1850 waren:

Wappen rechts|150px Das Wappen wurde der Gemeinde 1979 verliehen:

Blasonierung: Unter blauem Schildhaupt, darin eine silberne Bachforelle, in Gold ein grüner, schräglinks gestellter, blätterloser Zweig mit drei Eicheln. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb. Die beiden Wappenbilder beziehen sich auf den schon um die Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich belegten Ortsnamen: ein gefügter -eich-Name mit dem ahd. Personennamen „Huotzo, Uotzo“ bzw. landläufig „Utz“, Kurzname für Ulrich. - Entwurf des Wappens: Kurt Paul, Mehrnbach.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Andreas Angermayer († 1915), Pfarrer, Ehrenbürger von Utzenaich und Taiskirchen Josef Doblhofer (1846–1918), Landwirt und Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1897–1911 Johann Doblhofer (1911–?), nationalsozialistischer Kreisleiter im Kreis St. Pölten

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Innviertler Hügelland