Die Mittelmeer-Strohblume (Helichrysum stoechas) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Strohblumen (Helichrysum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale Die Mittelmeer-Strohblume ist ein sehr variabler, kleiner Halbstrauch, der Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Die Laubblätter sind sitzend und weißfilzig, verkahlen manchmal auf der Oberseite und haben einen umgerollten Rand.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Die Blütenkörbchen sind in einem dichten doldentraubigen Gesamtblütenstand mit einer Breite von 1,5 bis 3 Zentimetern angeordnet. Die leuchtend hellgelbe Hülle ist bei einem Durchmesser von 4 bis 6 Millimetern kugelig bis breit-eiförmig. Die ziemlich locker mehrreihig angeordneten Hüllblätter sind häutig und drüsenlos. Die Röhrenblüten sind gelb.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen Die Mittelmeer-Strohblume kommt im Mittelmeerraum vor. Helichrysum stoechas wächst auf Fels- und Sandküsten und in Garigues.
mini|Habitus und Blütenstände mini|Bestand der Mittelmeer-Strohblume in Spanien Systematik Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Gnaphalium stoechas durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 853. Die Neukombination zu Helichrysum stoechas wurde 1794 durch Conrad Moench in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis, Seite 575 veröffentlicht. Das Epitheton „stoechas“, einen alten Pflanzennamen, hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.
Bei Schönfelder 1987 gibt es zwei Unterarten: Helichrysum stoechas subsp. stoechas: Der Geruch dieser stark aromatischen Pflanzenteile erinnert an Curry. Die Laubblätter sind schmal-linealisch und meist über 2 Zentimeter lang. Von dieser Unterart gibt es im westlichen Mittelmeerraum Fundortangaben für Marokko, Portugal, Spanien, die Balearen, Frankreich, Italien und Sizilien, außerdem kommt sie als Adventivpflanze auf Korsika vor. Angaben von Sardinien und aus dem ehemaligen Jugoslawien beruhen auf Irrtum. Helichrysum stoechas subsp. barrelieri : Die Pflanzenteile sind kaum oder gar nicht aromatisch. Die Laubblätter sind in der Regel weniger als 2 Zentimeter lang und breit-linealisch bis schmal -spatelförmig. Von dieser Unterart gibt es im östlichen Mittelmeerraum Fundortangaben für Italien, Sizilien, Albanien, Griechenland, Kreta, Ostägäische Inseln, den europäischen Teil der Türkei, Anatolien, Zypern, Libanon, Syrien, Tunesien, Libyen und Ägypten.
Nutzung Die Pflanzenteile bzw. deren Blüten wurden im Mittelalter in der Heilkunde verwendet und (mittel)lateinisch sticadosGundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 468 (sticados, zu altgriechisch stoichas. Dort unter anderem Blüten von Helichrysum stoechas oder (von der) Sand-Strohblume). genannt.
Einzelnachweise Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Helichrysum stoechas. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Was blüht am Mittelmeer? Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1987, ISBN 3-440-05790-9, S. 108.
Weblinks
Thomas Meyer: Strohblume Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Strohblumen