Die Sarakatsanen () oder Karakatschanen (), seltener auch Sarakatschanen, sind eine kleine griechischsprachige Bevölkerungsgruppe im Norden Griechenlands und angrenzender Gebiete Bulgariens und Nordmazedoniens.

Die Sarakatsanen leben vorwiegend im Pindosgebirge in Griechenland und dem östlichen Balkangebirge in Bulgarien. In der Vergangenheit waren sie transhumante Nomaden, die sich mit der Schafzucht beschäftigten. Die Sarakatsanen, die der orthodoxen Kirche angehören, verstehen sich auch heute noch als eigenständige griechische Volksgruppe mit eigenem Dialekt.

Name Die Namensherkunft ist ungeklärt. Georgios Babiniotis führt zwei Möglichkeiten an; von oder vom Aromunischen sarac in der Bedeutung und dem Familiennamensuffix tsani.Georgios Babiniotis: Λεξικό της νέας ελληνικής γλώσσας. Lexikon der Neugriechischen Sprache. 2. Auflage. Κέντρο Λεξικολογίας, Athen 2002, ISBN 960-86190-1-7, S. 1570. (griechisch) Einer anderen Theorie zufolge stammt der Name vom Dorf Sakaretsi ab, welches als die Heimat der Sarakatsanen angesehen wird.Panagiotis Aravantinos: Μονογραφία περί Κουτσόβλαχων. Monograph on the Koutsovlachs. Verlag Spyridon Kousoulinos, Athen 1865, "Σαρακατσιάνοι ή Σακαρετσάνοι έχοντες την καταγωγή εκ Σακαρέτσιου..." (griechisch)

Geschichte und Herkunft Einer populären Theorie nach, welche auf der Linguistik und materiellen Kultur basiert, stammen die Sarakatsanen von den Dorern ab, manche Autoren sehen in ihnen gräzisierte Aromunen. Der Dialekt der Sarakatsanen wird als einer der ältesten griechischen Dialekte eingestuft, der direkt von der Sprache der Dorer, welche die Regionen des heutigen Griechenlands in der Antike besiedelten, abstammt.

Kultur Die Sarakatsanen sprechen einen modernen nordgriechischen Dialekt, der eine Vielzahl von antiken archaischen Elementen enthält, die nicht in das Neugriechische einflossen.Nikos Katsaros: Οι αρχαιοελληνικές ρίζες του Σαρακατσάνικου λόγου. Ancient Greek roots of the Sarakatsanika tongue. Verlag I.Sideris, Athen 1995 (griechisch) Ihre vielfältige Volkskunst enthält Lieder, Tanz, Poesie, antike griechischen Elemente in Skulptur und ihren traditionellen Trachten.

Religion Die Sarakatsanen sind griechisch orthodoxe Christen.

Demographie Bis ins 20. Jahrhundert lebten die Sarakatsanen in nördlichen Regionen Griechenlands, regelmäßig zogen sie in den Sommermonaten in Nachbarländer wie Albanien, Südjugoslawien und Bulgarien. Nachdem in den 1940er Jahren die Ländergrenzen geschlossen wurden, verblieb eine Minderheit der Sarakatsanen außerhalb Griechenlands. Gegenwärtig lebt ihre Mehrheit in Griechenland, einige von ihnen leben in Bulgarien, im Süden NordmazedoniensThede Kahl: Ethnische Gruppen in der Republik Makedonien. In: Gabriella Schubert (Hrsg.): Makedonien. Prägungen und Perspektiven. Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05277-5, S. 67., während keine Quellen für Albanien vorliegen.

Literatur John Campbell: The Sarakatsani and the klephtic tradition. In: Richard Clogg (Hrsg.): Minorities in Greece: Aspects of a Plural Society. C. Hurst & Co., London 2002, ISBN 978-1-850-65706-4, S. 165–178, Online Carsten Høeg: Les Saracatsans. Zwei Bände. Pio, Kopenhagen 1925–1926.

Weblinks

Website des Bundes der Karakatschanischen Verbände in Bulgarien (bulg./griech./engl.) Sarakatsani Folklore Museum The Sarakatsan of Epirus in Athens The Sarakatsan Organization of Evros Prefecture The Sarakatsan Association of Drama Prefecture

Einzelnachweise

Kategorie:Ethnische Minderheit in Griechenland