Moos ist ein Stadtteil der badischen Stadt Bühl.
Geographie Geographische Lage Moos liegt in 127 Meter Höhe in der Rheinebene, rund sechs Kilometer westlich der Bühler Stadtmitte. Die Siedlung entstand auf dem Rest einer von Gewässern der Kinzig-Murg-Rinne geschaffenen Niederterrasse. Östlich davon verläuft der Acherner Mühlbach. Die Landschaft um den Ort ist durch Ackerbau bestimmt.
Nachbardörfer Folgende Dörfer grenzen an das Dorf Moos. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Hildmannsfeld (Rheinmünster), Oberbruch (Bühl), Balzhofen (Bühl) sowie Zell (Ottersweier), Unzhurst (Ottersweier), Scherzheim (Lichtenau) und Lichtenau.
Geschichte Frühe Geschichte Es wird angenommen, dass die Siedlung hochmittelalterlichen Ursprungs ist. Die erste Erwähnung ist in einer Urkunde des Klosters Schwarzach aus dem Jahr 1325 nachweisbar. An archäologischen Funden sind steinzeitliche Absplisse und vorrömische Scherben vorhanden.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 1, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 424 Der Name Moos leitet sich vom niederdeutschen Wort „Moor“ ab, was so viel bedeutet wie „sumpfige Niederung“. Er wird auf die Bodenbeschaffenheit der Gegend vor der Besiedlung zurückgeführt. Die Entwicklung der Siedlung ist vom Kloster Schwarzach bestimmt, in dessen Immunitätsbezirk Moos lag. Landesherren waren ab dem ausgehenden Mittelalter die Markgrafen von Baden.
Eingemeindung Am 1. Januar 1973 wurde Moos in die Stadt Bühl eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Einwohnerzahlen nach Jahr sortiert.
Jahr Einwohner-zahlen 1622 150 1661 162 1761 337 1789 394 1826 562 1839 596 1871 558 1900 545 1961 537 1970 600 2012 808
Kirchengebäude In Moos bestand seit 1358 eine Kapelle. An ihrer Stelle wurde von 1784 bis 1788 eine neue Kirche im barocken Stil errichtet. Wegen Platzmangels erfolgte unter dem Ortspfarrer und Heimatforscher Karl Reinfried in den Jahren 1910 bis 1912 eine Erweiterung des Gotteshauses auf die heutige Größe.
Glocken Die Kirche verfügt über ein vierstimmiges Geläut. Es besteht aus drei Glocken der Glockengießerei Grüninger, zu denen 1960 eine weitere Glocke von Friedrich Wilhelm Schilling ergänzt wurde. Die Melodielinie folgt dem ausgefüllten Moll-Motiv. Die Glocken hängen an Holzjochen in einem aus Douglasienholz gefertigten Glockenstuhl, der sich in einem massiven, mittig über dem Eingangsgiebel errichteten Glockenturm befindet. Der Turm ist auf allen vier Seiten mit Uhrenzifferblättern versehen. Alle vier Glocken sind mit Schlagwerken ausgestattet. GlockeGussjahrMaterialDurchmesserGewichtSchlagtonUhrenschlag11950Bronze1030 mm650 kgg′-8Stundenschlag21949850 mm350 kgb′-5Viertelstundenschlag31960741 mm229 kgc″-5Viertelstundenschlag41920700 mm190 kgd″-3Viertelstundenschlag
Literatur Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 1, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 381 ff., insbes. 424–427 Karl Reinfried: Mooser Pfarrchronik, Eigenverlag Dionys Höß: Moos im 19. Jahrhundert – Zwischen Tradition und Neubeginn, Eigenverlag
Weblinks
Moos auf der Website der Stadt Bühl
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Rastatt) Kategorie:Stadtteil von Bühl (Baden) Kategorie:Ersterwähnung 1325 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973