Stepnoje (, ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.
Geographische Lage Stepnoje liegt 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg) an der Kommunalstraße 27K-080 von Georgijewskoje (Konradshorst) nach Sokolowka (Damerau). Bis 1945 war Powarben Bahnstation an der Bahnstrecke Prawten–Schaaksvitte (russisch: Lomonossowo–Kaschirskoje) der Königsberger Kleinbahn, die nicht mehr in Betrieb ist.
Geschichte Das bis 1946 PowarbenOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: PowarbenGeschichte von Stepnoje - Powarben bei ostpreussen.net genannte Gutsdorf wurde im Jahre 1396 gegründet. Für 1575 ist eine schwäbische Reichsritterfamilie von Hausen als Gutsbesitzer erwähnt, 1785 war es der Feuersocietätsdirector Carl Jacob von Buddenbrock.
Am 30. April 1874 wurde Powarben namensgebender Ort und Sitz des neu geschaffenen Amtsbezirks PowarbenRolf Jehke, Amtsbezirk Damerau/Powarben im Landkreis Königsberg (Preußen) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.
In dieser Zeit war das Gut an Leopold Heidenreich verpachtet, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Powarben im Besitz der Familie Bruhn, in deren Regie das Gutshaus einen neobarocken Umbau erfuhr.
1910 zählte das Dorf 114 Einwohner. 18 Jahre später gab Powarben seine Eigenständigkeit auf und wurde in die Landgemeinde Molsehnen (heute russisch: Kosmodemjanskoje) eingemeindet. Der Amtsbezirk wurde zum 14. Mai 1930 aufgelöst.
Am 5. August 1930 kaufte Paul Gerhard Goertz (1887–1945) das Gut, für das er 1934 den bisherigen Besitz in Arnstein (heute polnisch: Jarzeń) im Landkreis Heiligenbeil aufgab. Er vermochte den bis dahin desolaten Besitz in einen florierenden Betrieb zu verwandeln. In seinem Hause nahm der preußisch-litauische Dichter, Philosoph und Theosoph Vydūnas (bürgerlicher Name: Wilhelm Storost) 1944 vor den Luftangriffen auf Tilsit (heute russisch: Sowetsk) Zuflucht, um ungestört arbeiten zu können und gleichzeitig die Gutsbesitzerkinder zu unterrichten.
Am 26. Januar 1945 begaben sich die Powarbener Einwohner auf die Flucht vor den herannahenden Truppen der Roten Armee, in deren Hände das Dorf wenig später fiel. Powarben kam mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Stepnoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Kosmodemjanski selski Sowet im Rajon Gurjewsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Marschalski selski Sowet. Von 2008 bis 2013 gehörte Stepnoje zur Landgemeinde Chrabrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.
Amtsbezirk Powarben 1874–1930 Zwischen 1874 und 1930 bestand der Amtsbezirk Powarben, der zum Landkreis Königsberg (Preußen) gehörte und anfangs zwölf Landgemeinden bzw. Gutsbezirke umfasste: Name Russischer Name BemerkungenLandgemeinden: Ginthieden Pawlowo 1930 in den Amtsbezirk Damerau umgegliedert (Königlich) Sudau Oktjabrskoje 1928 in die Landgemeinde Molsehnen eingegliedert Tarpienen Lipowka 1928 in die Landgemeinde Molsehnen eingegliedert Trömpau Lasowskoje 1930 in den Amtsbezirk Sudnicken umgegliedert Gutsbezirke: Görken Iljitschjowo 1928 in die Landgemeinde Knöppelsdorf, Amtsbezirk Neuhausen, eingegliedert Kommau Kistenjowka 1928 in die Landgemeinde Sperlings eingegliedert Krumteich Selenopolje 1928 in die Landgemeinde Trömpau eingegliedert Miggeburg,ab 1910: Mickenburg 1928 in die Landgemeinde Uggehnen eingegliedert Powarben Stepnoje 1928 in die Landgemeinde Molsehnen eingegliedert Regitten Krasnopolje 1928 in die Landgemeinde Sperlings eingegliedert Sallecken Lessossekowo 1928 in die Landgemeinde Trömpau eingegliedert Sperlings Krasnopolje 1928 in eine Landgemeinde umgewandelt,1930 in den Amtsbezirk Sudnicken umgegliedert ab 1905 dazugehörig: Konradshorst Georgijewskoje 1928 in die Landgemeinde Trömpau eingegliedert
Am 14. Mai 1930 wurde der Amtsbezirk Powarben aufgelöst, nachdem die letzten noch eigenständigen drei Landgemeinden Ginthieden, Sperlings und Trömpau in die benachbarten Amtsbezirke umgegliedert worden waren.
Kirche Mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Powarben bis 1945 in das Kirchspiel Schaaken mit Pfarrsitz in Kirche Schaaken (heute russisch: Schemtschuschnoje) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Stepnoje im Einzugsgebiet der neu gegründeten evangelisch-lutherischen Gemeinde in Marschalskoje (Gallgarben), die eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) ist und zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) gehört.
Weblinks Stepnoje bei bankgorodov.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Gurjewsk (Kaliningrad)