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mini|350px|Blick auf die Stadt Riedenburg. Auf den Bergkuppen über der Stadt links Schloss Rosenburg und rechts die Burgruine Tachenstein.

Ensembles

Ensemble Altstadt Riedenburg mini|250px Der alte Ortskern des erst 1952 zur Stadt erhobenen alten Marktortes Riedenburg liegt im Schnittpunkt des Weges von der nahen Altmühlbrücke zur Gruppe der drei Höhenburgen Rabenstein, Tachenstein und Rosenburg mit der Talstraße am rechten Altmühlufer, die hier in das von Süden einmündende Schambachtal mit der ältesten Riedenburger Pfarrkirche und den Wegverbindungen nach Altmannstein und Ingolstadt einläuft. – Die Burgen, die den Marktort beherrschen, waren seit dem 12. Jahrhundert im Besitz der Herzöge von Bayern, die hier ein herzogliches Amt einrichteten und mit Hilfe der Befestigungen das Straßensystem kontrollierten und sicherten. Die Marktsiedlung, die sich unterhalb der Burgen entfaltete und erstmals 1240 als solche bezeichnet wird, bildete im Schnittpunkt der Straßen ihren rechteckigen Marktplatz aus, der sich ursprünglich an seiner Ostseite gegen die Altmühlbrücke öffnete und somit nur an drei Seiten geschlossen bebaut war. Im frühen 18. Jahrhundert wurde mit der Errichtung eines Amtsgerichtsgebäudes, das dem Rang des Ortes als Gerichtssitz entsprach, auch der Ostteil des Platzes beansprucht und gegen das Altmühlufer abgeschlossen. Das 1904/05 im Neurenaissance-Stil dreigeschossig erneuerte Gebäude verlor mit der Auflösung des Bezirksamtes Riedenburg seine Bedeutung; es wurde 1983 abgebrochen und durch einen am östlichen Platzrand errichteten Neubau ersetzt. – In der westlichen Platzhälfte erhebt sich freistehend das alte Rathaus, ein kubischer, 1731 neu errichteter Bau mit flachem Walmdach und Dachreiter. Bei den bürgerlichen Wohn-, Geschäfts- und Gasthäusern an den weiteren Seiten des Platzes handelt es sich meist um Giebelbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts, deren Fassaden häufig um 1900 in historisierenden Formen neu gestaltet worden sind. Diese Maßnahmen sind aus dem damals um Riedenburg zunehmenden Fremdenverkehr zu erklären, der dem Ort eine neue Bedeutung verlieh. Den Marktplatz mitbestimmend wirkt die barocke Pfarrkirche St. Johann Baptist; der Pfarrhof und eine Bruchsteinmauer begrenzen den Kirchhof. Die früher auf den Marktplatz zuführende Brücke wurde als Fortführung der Johannesgasse nach Norden verlegt; diese Maßnahme und die Flächensanierung mit massiven Entkernungen sowie die anstelle des ursprünglichen Flusslaufes neu angelegte Straße entlang des Kanals beeinträchtigen die gewachsene Ortsstruktur und reduzieren die historische Substanz bis auf den beschriebenen Bereich. Aktennummer: E-2-73-164-1.

Ensemble Pfarrkirche mit Umgebung Das Ensemble umfasst die alte Riedenburger Pfarrkirche mit dem großen barocken Pfarrhof, mit Lehrerhaus und ehem. Schule. Diese Bautengruppe liegt außerhalb von Riedenburg in Einödlage im malerischen Schambachtal; ob sie im früheren Mittelalter Kern einer größeren Siedlung war, ist nicht nachgewiesen. – Die Kirche, eine romanische Chorturmanlage, zählt zu den Urpfarreien des Gebiets; sie war bis 1922 Pfarrkirche von Riedenburg. Der 1712 neu erbaute stattliche Pfarrhof, der mit seinen Wirtschaftsgebäuden den Charakter eines Gutshofes besitzt, schließt sich ihr auf der Westseite eng an. Neben diesen Anlagen, die unmittelbar zur Pfarrei gehören und zu denen auch der ummauerte, die Kirche umfassende Friedhof zu zählen ist, befinden sich auch die historischen Schulbauten, das kleine alte Lehrerhaus und das alte Schulhaus, in Schambach. Das Ensemble bildete somit nicht nur den kirchlich-seelsorgerischen, sondern auch den schulischen Mittelpunkt für eine größere Zahl von Weilern, kleinen Kirchdörfern und den Marktort Riedenburg. Die beiden neu entstandenen Wohnbauten müssen deswegen und auch aufgrund ihrer Gestaltung als schwere Störungen des Ensembles gewertet werden. – Die Einödlage des Ensembles wird von Friedhof und Pfarrhof unterstrichen, die besondere historische Bauweise des Altmühljura-Gebiets wird durch die Kalkplattendächer des Pfarrhofs und seiner Nebengebäude sowie des Lehrerhauses und zugehörigen Stadels dokumentiert. Aktennummer: E-2-73-164-3.

Ensemble Weiler Obereggersberg Das Ensemble umfasst den kleinen Burgweiler Obereggersberg auf einem Höhenrücken über dem Altmühltal, mit der ehemaligen Feste Eggersberg auf einem Felsvorsprung im Norden und dem neuen Schloss im Süden. Seit dem 13. Jahrhundert in wittelsbachischem Besitz war die Burg bis zu ihrem Verfall durch den Löwlerkrieg im 15. Jahrhundert an verschiedene Vasallen verpfändet, als deren letzter 1485 Jörg von Helfenstein genannt wird. Die Pfarrkirche, die innerhalb des Berings lag, wurde ebenfalls zerstört und erst um 1700 durch eine Barockkapelle ersetzt. Von der Burg des frühen 13. Jahrhunderts sind der Halsgraben und Reste der Ringmauer erhalten, von der Kapelle besteht nur die Ruine. Etwa 350 m südlich der Burgruine errichtete zu Beginn des 17. Jahrhunderts der herzogliche Pflegerssohn Adam Jocher das neue Schloss mit Ökonomiehof und Nebengebäuden. Zwischen alter Feste und neuem Herrschaftssitz siedelten sich in unregelmäßiger Reihung Kleinhäuser und bäuerliche Nebengehöfte mit nur geringer westlich und südöstlich anschließender Flur an. Die etwa elf Anwesen des Weilers ordnen sich der einzigen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Stichstraße zu, die sich im mittleren Bereich vor dem stattlichen ehemaligen Pfarrhof angerartig verbreitert und am Vorburggelände endet. Das Ortsbild wird bestimmt durch den hochragenden Treppengiebelbau des neuen Schlosses mit seinen Ecktürmen, dem barocken Walmdachbau des ehemaligen Pfarrhofes und der baumumstandenen Burgruine auf dem abschließenden Felsvorsprung. Bei den kleinbäuerlichen Gehöften handelt es sich meist um ein- bis zweigeschossige verputzte Giebelhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts, einige sind noch mit Kalkplattendächern als typische Jurahäuser erhalten. Aktennummer: E-2-73-164-2.

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Riedenburg

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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