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Ensembles Ensemble Altstadt Neustadt an der Donau mini|Altstadt Das Ensemble umfasst die spätestens 1273 am rechten Donauufer zwischen Ingolstadt und Kelheim durch Herzog Ludwig II. von Bayern zur Sicherung des Verkehrs auf dem Strom und der Donautalstraße gegründete Stadt Neustadt. Der Name der neuen Siedlung, in den Quellen Nova Civitas genannt, setzt nach allem, was man über die wittelsbachische Städtepolitik dieser Zeit weiß, eine Altsiedlung und die Verlegung bestimmter Funktionen einer solchen Siedlung voraus. Die Forschung hat den in den frühen Quellen der Stadtgeschichte überlieferten zweiten Namen von Neustadt, Seligenstadt, mit dem östlich gegen Abensberg gelegenen Kirchort Heiligenstadt in Verbindung gebracht. Ein dritter früher, mit Neustadt bedeutungsgleicher Name, Trephenau, gehört zu einem älteren Adelssitz, der unmittelbar östlich der Stadt in einem Burgstall noch vage erkennbar ist. Eine dörfliche Siedlung, die vielleicht dazugehörte, könnte in der Neusiedlung aufgegangen sein.
Der Stadtgrundriss hat quadratische Form, die Seitenlängen betragen je 300 Meter. Die Anlage wird, entsprechend dem nur wenig größeren Kelheimer Vorbild, durch die nord-südlich verlaufende, straßenmarktähnlich erweiterte und ehemals durch das Donau- und das Ingolstädter Tor abgeriegelte Durchgangsstraße in zwei fast gleiche Hälften geteilt, die Mitte der Achse wird senkrecht durch einen breiteren platzartigen Straßenzug gekreuzt, dem Standort von Kirche und Rathaus, die von Westen und Osten an den Schnittpunkt heranrücken und an dieser Stelle eine absolute städtebauliche Dominante bilden. Dabei übernimmt der Kirchturm, ein Ostturm, auch die Funktion eines Stadtturms in den Fluchten der Hauptachsen. Der Ostteil der Querachse, begrenzt vom spätgotischen Rathaus des 15. Jahrhunderts mit der zugeordneten Annakapelle und bis zum 19. Jahrhundert vom Abensberger Tor, ist der eigentliche Marktplatz (Stadtplatz), der Westteil, mehr ein Kirchplatz, wird beherrscht von St. Lorenz, einer spätgotischen Halle, der ein Bau des 13. Jahrhunderts vorausging. Michaelskapelle, Friedhof und Pfarrhof verstärken die Wesensart dieses Bereichs. mini|Rathaus Spätestens 1363 war die Stadt mit Mauern, Türmen und den drei Toren befestigt. Die Westseite, vor der sich lediglich Auwiesen erstreckten, blieb ohne Tor, und in dem vom Verkehr wenig berührten Westteil des Achsenkreuzes wurden deswegen auch die kirchlichen Einrichtungen konzentriert. Die beiden Hauptstraßenachsen sind überwiegend durch zweigeschossige Giebelhäuser bebaut. Es handelt sich fast ausschließlich um Putzbauten, entstanden als Handwerker- und Ackerbürgerhäuser im 17./18. Jahrhundert, häufig im 19. Jahrhundert ausgebaut. Der Wiederaufbau nach den Zerstörungen von 1945 entspricht weitgehend dem historischen Erscheinungsbild der Vorgängerbauten. Die erhaltenen Treppen- und Schweifgiebel, an denen Neustadt bis 1945 reich war, sind für die Straßen- und Platzbilder von besonderer Bedeutung.
In den Nebengassen, welche die vier Stadtviertel meist regelmäßig in Rippenform aufschließen, ist die Bebauung in Höhe und Dichte zurückgestuft; erdgeschossige Satteldachbauten, umgeben von kleinen Hausgärten, herrschen vor. In der Löwengrube dokumentiert der unregelmäßige Grundriss dieses Bereichs wahrscheinlich einen alten Siedlungskern der Zeit vor der Gründung der Stadt. In den Gässchen Am Rundturm, Im Krähwinkel, Krebsturmgasse und Lugausgasse haben sich in Verbindung mit Teilen der ehemaligen, Ende 14. Jahrhundert vollendeten Stadtbefestigung historische Kleinhausbebauungen erhalten, die zum Teil malerischen Charakter tragen. Die Graben- und Wallanlagen und die erhaltenen Türme und Mauern der ehemaligen Stadtbefestigung umgrenzen den historischen Stadtraum anschaulich und setzen ihn von seiner ländlichen oder vorstädtischen Umgebung ab. Die Wälle sind größtenteils um 1895 mit Alleen bepflanzt worden.
Aktennummer: E-2-73-152-1
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Literatur
Weblinks
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