Der Große Preis von Schweden 1977 (offiziell XIII Sveriges Grand Prix) fand am 19. Juni auf dem Scandinavian Raceway in Anderstorp statt und war das achte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977.
Berichte Hintergrund Zwei Wochen nach dem Premierensieg ihres Landsmannes Gunnar Nilsson beim Großen Preis von Belgien erwarteten zahlreiche schwedische Motorsportfans mit Spannung den achten Saisonlauf.
Die Tatsache, dass der neue Shadow-Stammfahrer Riccardo Patrese an diesem Wochenende an einem Formel-2-Rennen in Mugello teilnahm, nutzte der inzwischen als Teamchef fungierende Jackie Oliver für ein kurzes Comeback als Formel-1-Pilot. Seine letzte Grand-Prix-Teilnahme beim Großen Preis der USA 1973 lag zu diesem Zeitpunkt mehr als dreieinhalb Jahre zurück.
RAM Racing meldete ein zweites Fahrzeug für den finnischen Formel-1-Neuling Mikko Kozarowitzky.
Ronnie Peterson bestritt seinen 100. Grand Prix.
In der Fahrerwertung führte Jody Scheckter mit einem Punkt vor Niki Lauda und mit neun Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 13 Punkten vor Lotus und mit 14 Punkten vor Wolf.
Mit Jody Scheckter (zweimal), Jacques Laffite und Lauda (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Der Reifenhersteller Goodyear, der seit 1975 bis auf wenige Ausnahmen Alleinausstatter der Formel 1 war, entwickelte mit Hochdruck neue Reifenmischungen, um gegenüber dem Konkurrenten Michelin, dessen Einstieg in den Grand-Prix-Sport unmittelbar bevorstand, einen Wettbewerbsvorteil zu wahren. Einige dieser neuen Reifentypen konnten während der Trainingseinheiten getestet werden, bewirkten jedoch keine deutlichen Leistungs-Unterschiede.
Genau wie zwei Wochen zuvor in Belgien setzte sich die erste Startreihe aus dem Lotus 78 von Mario Andretti und John Watson auf Brabham zusammen. Dahinter qualifizierten sich James Hunt im McLaren M26 sowie der in der Weltmeisterschaft nach wie vor führende Jody Scheckter. Dessen Titelkonkurrent Lauda erreichte lediglich den 15. Startplatz. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 4. Juli 2012)
Die 24 schnellsten der 31 angereisten Piloten qualifizierten sich für das Rennen.
Rennen Erneut gelang Watson ein besserer Start als Andretti, was ihm kurzzeitig die Führung einbrachte. Bereits in der zweiten Runde übernahm Andretti jedoch die Spitze und verteidigte diese bis zur drittletzten Runde.
In der 30. Runde führte ein Überholversuch von Scheckter gegen Watson zu einer Kollision, woraufhin Scheckter ausfiel und Watson die Box ansteuern musste, um Reparaturen durchführen zu lassen. Hunt gelangte dadurch auf den zweiten Rang vor Patrick Depailler, Jochen Mass, Laffite und Reutemann. Innerhalb der folgenden fünf Runden überholte Laffite die drei vor ihm liegenden Piloten und verkürzte danach stetig Andrettis Vorsprung. Unterdessen gelangte Mass an Depailler vorbei auf den dritten Rang, gefolgt von Reutemann.
Da Lauda das Rennen in der 48. Runde aufgrund von Handlingproblemen aufgab, blieben an diesem Wochenende die beiden Führenden in der WM punktelos.
Drei Runden vor Schluss musste Andretti aufgrund von Problemen mit der Kraftstoffzufuhr die Box aufsuchen. Der Stopp warf ihn auf den sechsten Platz zurück. Laffite übernahm die Spitze und gewann zum ersten Mal einen Grand Prix. Es handelte sich um den ersten Sieg eines französischen Fahrers in einem französischen Rennwagen mit französischem Motor und französischem Hauptsponsor.
Keiner der drei einheimischen Piloten erreichte das Ziel. Conny Andersson war mit dem unterlegenen BRM P207 bereits an der Qualifikation gescheitert, Peterson musste in der achten Rennrunde als erster Fahrer des Tages aufgrund eines technischen Defektes vorzeitig aufgeben und Nilsson konnte das Rennen aufgrund eines Aufhängungsschadens nicht beenden, wurde jedoch als 19. und somit Letzter gewertet, da sich sein Ausfall erst in der 65. Runde ereignete.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M26 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 McLaren M23 3 Tyrrell P34 4 5 Lotus 78 6 7 Brabham BT45B Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 11 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 12 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR2 22 Ensign N177 24 Hesketh 308E 25 39 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Copersucar FD04 30 McLaren M23 LEC Refrigeration Racing 31 LEC CRP1 32 March 761 33 34 Penske PC4 35 BRM P207 BRM P202 3.0 V12 Iberia Airlines 36 McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:25,404 169,369 km/h 1 2 1:25,545 169,090 km/h 2 3 1:25,626 168,930 km/h 3 4 1:25,681 168,822 km/h 4 5 1:26,127 167,947 km/h 5 6 1:26,209 167,788 km/h 6 7 1:26,227 167,753 km/h 7 8 1:26,259 167,690 km/h 8 9 1:26,380 167,455 km/h 9 10 1:26,383 167,450 km/h 10 11 1:26,529 167,167 km/h 11 12 1:26,542 167,142 km/h 12 13 1:26,573 167,082 km/h 13 14 1:26,616 166,999 km/h 14 15 1:26,826 166,595 km/h 15 16 1:27,492 165,327 km/h 16 17 1:27,537 165,242 km/h 17 18 1:27,620 165,086 km/h 18 19 LEC-Ford 1:27,716 164,905 km/h 19 20 1:27,758 164,826 km/h 20 21 1:27,806 164,736 km/h 21 22 1:28,205 163,991 km/h 22 23 1:28,377 163,672 km/h 23 24 1:28,404 163,622 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Ribeiro, de Villota, Perkins, Hayje, Rebaque, Andersson und Kozarwotizky an der Qualifikation. 1:28,463 163,512 km/h – DNQ 1:28,708 163,061 km/h – DNQ 1:28,766 162,954 km/h – DNQ 1:29,086 162,369 km/h – DNQ 1:29,889 160,918 km/h – DNQ 1:30,286 160,211 km/h – DNQ 1:31,079 158,816 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 72 0 1:46:55,520 8 1:27,681 2 72 0 + 8,449 9 1:28,048 3 72 0 + 14,369 12 1:28,312 4 72 0 + 16,308 6 1:28,121 5 72 0 + 18,735 2 1:28,201 6 72 1 + 25,277 1 1:27,607 (5.) 7 72 0 + 31,266 14 1:28,116 8 72 0 + 1:04,567 17 1:28,893 9 72 0 + 1:22,479 16 1:29,323 10 71 1 + 1 Runde 5 1:27,861 11 71 0 + 1 Runde 22 1:29,539 12 71 0 + 1 Runde 3 1:27,615 13 71 0 + 1 Runde 24 1:30,180 14 LEC-Ford 70 1 + 2 Runden 19 1:29,302 15 69 0 + 3 Runden 20 1:30,878 16 68 1 + 4 Runden 23 1:30,364 17 67 2 + 5 Runden 11 1:28,308 18 66 1 + 6 Runden 18 1:29,904 19 64 2 DNF 7 1:27,731 – 61 0 DNF 21 1:29,638 – 52 1 DNF 13 1:28,624 – 47 3 DNF 15 1:28,935 – 29 0 DNF 4 1:28,458 – 7 0 DNF 10 1:29,269
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Wolf-Ford 322Ferrari 31 3Ferrari 274Lotus-Ford 235McLaren-Ford 14 6Lotus-Ford 13 7 Tyrrell-Ford 10 8 Ligier-Matra 9 9McLaren-Ford 9 10 Copersucar-Ford 8 11 † Brabham-Alfa Romeo 612Tyrrell-Ford 413Surtees-Ford 314Shadow-Ford 315Brabham-Alfa Romeo 316March-Ford / Brabham-Alfa Romeo 217Ensign-Ford 118Shadow-Ford 119Penske-Ford 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte20Copersucar-Ford 0 21Surtees-Ford 022Shadow-Ford 023Hesketh-Ford 024Shadow-Ford 025March-Ford / McLaren-Ford 0 26March-Ford 0 27Ensign-Ford 0 28March-Ford 029March-Ford 030Hesketh-Ford 031B.R.M. / Surtees-Ford 032McLaren-Ford 033LEC-Ford 034March-Ford 0– †Shadow-Ford 0–March-Ford 0–March-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 502 34 3 32 4 215 146 117 98 8 Pos. Konstrukteur Punkte9 410 311 112 1 13 014 015 LEC-Ford 0 – 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Schweden #1977 Kategorie:Sportveranstaltung in Gislaved Kategorie:Scandinavian Raceway