Robinson war die bekannteste Comicserie, die in den 1950er und 1960er Jahren beim Gerstmayer Verlag bzw. dessen fingierten Herausgebern erschienen ist. Zeichner dieses Comics waren im Wesentlichen Willi Kohlhoff und Helmut Nickel.
Handlung und Personen Der auf dem Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe basierende Comic handelt von dem Reisenden Robinson, der, begleitet von dem Jungen Xury und der Portugiesin Gracia, Reisen in ferne Länder unternimmt, während der regelmäßig Gracia von Robinson aus den unterschiedlichsten Gefahrensituationen gerettet werden muss. Insgesamt nimmt das Insulaner-Dasein Robinsons im Vergleich zu anderen Robinsonaden nur wenig Platz ein und die Serie löst sich später vollständig von der literarischen Vorlage. Der Sidekick Xury war so angelegt, dass er im Gegensatz zum ernsten und heroischen Robinson für die komische Note sorgte.Bernd Dolle-Weinkauff: Comics - Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 127.
Zeichner und Veröffentlichungen Robinson erschien in den Jahren 1953 bis 1964 beim Gerstmayer Verlag und den ihm zuzuordnenden Verlagshäusern Verlag für moderne Literatur, Titanus Verlag, Druck- und Verlagsanstalt Gerstmayer und Druck- und VerlagsanstaltRobinson im Gerstmayer Verlag auf comicguide.de, abgerufen am 14. Juli 2012 mit insgesamt 222 Heften; dabei handelte es sich nur bis Heft Nummer 125 um Erstausgaben, danach erschienen nur Wiederholungen.Bernd Dolle-Weinkauff: Comics - Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 170. Ursprünglich nur schwarz-weiß gehalten, wurde der Comic bei laufender Produktion auf Vierfarbdruck umgestellt. 1957 wurden Teile der bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Hefte im Piccolo-Format nachgedruckt.Robinson als Piccolo im Gerstmayer Verlag auf comicguide.de, abgerufen am 14. Juli 2012 Weitere Nachdrucke gab es als Robinson-Sonderheft und als sogenannte Robinsonade. Teile der Reihe wurden in den 1970er Jahren als Comixene-Sonderbände veröffentlicht.Helmut Nickel auf comicguide.de, abgerufen am 14. Juli 2012 1979 und 1980 erfolgte im Norbert Hethke Verlag ein Nachdruck der ersten 125 Hefte der Serie in insgesamt 32 Sammelbänden.Robinson im Norbert Hethke Verlag auf comicguide.de, abgerufen am 14. Juli 2012
Es war vorgesehen, Robinson schon nach wenigen Ausgaben wieder einzustellen und durch Kohlhoffs Reihe Tajo Tagori zu ersetzen, doch aufgrund zahlreicher Leserproteste sah sich der Gerstmayer Verlag veranlasst, dieses Vorhaben aufzugeben.
Die Heftnummern 1 bis 7 und 9 bis 18 wurden von Kohlhoff gezeichnet, der, unterbrochen durch die Hefte 20 und 21, die von Helmuth Steinmann gezeichnet wurden,Helmuth Steinmann auf comicguide.de, abgerufen am 14. Juli 2012 von Nickel abgelöst wurde, der aufgrund einer urlaubsbedingten Abwesenheit KohlhoffsAndreas C. Knigge: Fortsetzung folgt. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main; Berlin 1986, ISBN 3-548-36523-X, S. 122. auch schon für das Heft Nummer 8 verantwortlich war.Eckart Sackmann: Helmut Nickel, RRAAH! Nr. 56, 15. Jahrgang, August 2001, S. 32–33, , hier S. 33. Der Zeichnerwechsel war dem Umstand geschuldet, dass Kohlhoff eine Tätigkeit als Polizeizeichner annahm und somit dem Verlag als Zeichner nicht mehr zur Verfügung stand.
Rezeption Laut Andreas C. Knigge zählt Robinson „zu den schönsten Comic-Reihen des ‚Golden Age‘“.Andreas C. Knigge: Fortsetzung folgt. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main; Berlin 1986, ISBN 3-548-36523-X, S. 118. Für Bernd Dolle-Weinkauff „besitzen die häufigen Konfrontationen des [von Kohlhoff] als nordischen Herrenmensch konnotierten Helden mit allerlei ‚Wilden‘ peinlich rassistische Züge“.Bernd Dolle-Weinkauff: Comics - Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 126. Dolle-Weinkauff lobt aber „das differenzierte historisch-geographische und völkerkundliche Kolorit“ von Nickels Robinson.Bernd Dolle-Weinkauff: Comics - Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 129.
Literatur Bernd Dolle-Weinkauff: Comics – Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz, Weinheim/Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 125–129. Andreas C. Knigge: Comic Lexikon. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin und Wien 1988, ISBN 3-548-36554-X, S. 343. Eckart Sackmann: Helmut Nickel. In: RRAAH!. Nr. 56, 15. Jahrgang, August 2001, , S. 32–33. Detlef Lorenz: Das Logbuch des Robinson Crusoe. Edition Alfons – Texte zur graphischen Literatur, Barmstedt 2015, ISBN 978-3-946266-01-3.
Weblinks Helmut Nickel und Robinson auf robinsone.de
Einzelnachweise
Kategorie:Robinson Crusoe Kategorie:Deutscher Comic (Werk) Kategorie:Deutsche Comicfigur Kategorie:Werk nach Daniel Defoe