Alfred Schrobsdorff (* 29. Dezember 1861 in Charlottenburg; † 11. Februar 1940 in Berlin-CharlottenburgStA Charlottenburg von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 671/1940; vollständiger Name: Otto Emil Alfred Schrobsdorff) war ein deutscher Architekt und Immobilien-Unternehmer. Seit den späten 1880er Jahren entstanden durch ihn zahlreiche Wohngebäude, vor allem in der bis 1920 selbständigen Stadt Charlottenburg. Schrobsdorff galt als „Baukönig von Charlottenburg“.artAkus.de: mini|hochkant|Familiengrabstätte auf dem Luisenfriedhof II
Leben mini|Aktie über 1000 Mark der Neu-Westend AG für Grundstücksverwertung vom 4. Februar 1904 mit den Unterschriften von Aufsichtsrat Steinthal und Vorstand Schrobsdorff Alfred Schrobsdorff war der Sohn des Ackerbürgers Georg Friedrich Schrobsdorff (1826–1873) und der Charlotte Caroline Wilhelmine geb. KühneTaufregister der evangelischen Luisengemeinde in Charlottenburg Nr. 169/1861. Nach Schulbesuch und einer Ausbildung zum Baumeister gründete er im Jahr 1892 die Terraingesellschaft Stadtbahnhof Charlottenburg. Diese kaufte – unter ihrem Vorstand Alfred Schrobsdorff – Baugrundstücke an, die sich vor allem rund um den Stuttgarter Platz in Charlottenburg befanden. Die Gesellschaft wurde 1901 wieder aufgelöst. Die Aktionäre erhielten bis 1903 ihr eingezahltes Kapital zu über 136 Prozent zurück. Anschließend gründete Alfred Schrobsdorff gemeinsam mit Max Steinthal von der Deutsche Bank AG die Neu-Westend AG für Grundstücksverwertung in Charlottenburg, die das 134 Hektar große Areal Neu-Westends, südwestlich der Villenkolonie Westend um den heutigen Theodor-Heuss-Platz und die Reichsstraße, parzellierte und zum Teil auch selbst bebaute. Anschließend wurden die Immobilien vermarktet. Schrobsdorff zog 1907 mit seiner Familie selbst nach Westend, in eine von Bernhard Schaede entworfene repräsentative Villa auf einem Eckgrundstück Ahornallee 22–24 / Klaus-Groth-Straße 9–11, die im Krieg teilweise zerstört wurde und stark vereinfacht wieder hergerichtet wurde.
Alfred Schrobsdorff ruht in der Familiengrabstätte auf dem Luisenfriedhof II.
Familie Schrobsdorff heiratete 1892 in Charlottenburg Anna Oppermann (1874–1945)StA Charlottenburg, Heiratsurkunde Nr. 530/1892. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor: Erich (1893–1952)StA Charlottenburg, Geburtsurkunde Nr. 1771/1893, Kurt (1894–1895)StA Charlottenburg, Sterbeurkunde Nr. 1434/1895, Walter (1896–1973)StA Charlottenburg, Geburtsurkunde Nr. 944/1896 und Dr. Alfred (1897–1988)StA Charlottenburg, Geburtsurkunde Nr. 4499/1897.
Die Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff, eine Enkelin Alfred Schrobsdorffs, hat in ihrem Buch Du bist nicht so wie andre Mütter mit kritischem Blick auch das angespannte Leben in der Schrobsdorff’schen Villa beschrieben.
Stiftung Im 20. Jahrhundert wurde von Familienmitgliedern die Familienstiftung Dr. Alfred Schrobsdorff gegründet, die laut ihres Statuts „… die von der Stifterin abstammenden Abkömmlinge fördert, ferner das Heimatmuseum Charlottenburg sowie Einrichtungen, welche die Erhaltung öffentlicher Baudenkmäler im Berliner Westend fördern, unterstützt.“Familienstiftung Schrobsdorff auf Kulturförderung.org
Bauten 1885: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Sophie-Charlotten-Straße 89 / Seelingstraße 60 1886: Mehrfamilienwohnhaus Wulfsheinstraße 5 1886–1887: Mehrfamilienwohnhaus Seelingstraße 29 1887–1888: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Danckelmannstraße 11 / Seelingstraße 42 1887–1888: Mehrfamilienwohnhaus Wulfsheinstraße 3 1888: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Behaimstraße 21 1889–1890: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Seelingstraße 58 1890–1891: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Danckelmannstraße 50 1890–1891: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Richard-Wagner-Straße 37 1891–1892: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden (Vorderhaus) Krumme Straße 5 1892–1893: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Danckelmannstraße 42 1893–1894: Mehrfamilienwohnhäuser mit Läden Thrasoltstraße 5 und 7 1895–1896: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Behaimstraße 4 1895–1896: Mehrfamilienwohnhäuser Klausenerplatz 8/9 1896–1897: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Klausenerplatz 14 1896–1897: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Wilmersdorfer Straße 8A / Schustehrusstraße 11 1899: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Richard-Wagner-Straße 55 / Behaimstraße 2 1899–1900: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Richard-Wagner-Straße 57 1900–1901: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Klausenerplatz 11 1901–1902: Mehrfamilienwohnhaus Fasanenstraße 30 (mit Bernhard Hellwag) 1902: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Christstraße 8A 1905–1906: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden Kaiser-Friedrich-Straße 3A 1906–1907: Mehrfamilienwohnhaus mit Läden und Fabrikgebäude Klausenerplatz 19 1906–1907: Doppelwohnhaus Klaus-Groth-Straße 4/5 (Reinhard Koch und Emil Stegmeyer) 1910–1911: Fertigstellung des Mehrfamilienwohnhauses Riehlstraße 2 (nachdem der ursprüngliche Architekt Conrad Stumm insolvent wurde; heute noch das zur Stadtautobahn gelegene Gartenhaus erhalten)Hausakte zum Gebäude beim Bauordnungsamt des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf
Weblinks
Bauten von Alfred Schrobsdorff in der Berliner Denkmaldatenbank, abgerufen am 16. Oktober 2016
Einzelnachweise
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