mini|Blick durch die Spremberger Straße vom Spremberger Turm (2019) Die Spremberger Straße (niedersorbisch: Grodkojska droga) ist die bekannteste der Cottbuser Straßen. Die „Sprem“, wie sie im Volksmund bezeichnet wird, verbindet den Brandenburger Platz mit dem Altmarkt. Auf den Plänen von 1724 und 1784 trug sie den Namen Spremberger Gasse, auf dem Grundriss der Stadt von 1800 ist sie bereits als Spremberger Straße verzeichnet. Die Straße ist in ihrer Länge von 300 Metern seit der Anlage der Stadt bis heute erhalten geblieben. Sie war außerdem Teil der Handelsstraße von Böhmen und Sachsen nach Frankfurt (Oder).
Baudenkmale Spremberger Turm mini|Schlosskirche Der Spremberger Turm ist das der Stadt Cottbus. Er befindet sich in der Cottbuser Altstadt an der Spremberger Straße, die von den Cottbusern einfach Sprem genannt wird. Die erste Anlage des Spremberger Turmes als Torturm des Spremberger Tores stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm kann seit 2007 an vielen Tagen des Jahres ohne Voranmeldung bestiegen werden. Von der Aussichtsplattform in 28 m Höhe bietet sich eine Aussicht über die Stadt Cottbus bis weit in die Umgebung.
Schlosskirche Eine französisch-reformierte Gemeinde bildeten französische Hugenotten, die sich im Jahr 1701 in Cottbus niederließen. 1705 bekamen sie vom Brandenburger Kurfürst die Erlaubnis ihre zu erbauen. Am 7. Januar 1714 konnte die einschiffige Schlosskirche mit Walmdach nach siebenjähriger Bauzeit eingeweiht werden. Als 1757 ein deutsch-reformierter Geistlicher als Hof- und Schlossprediger berufen wurde, bürgerte sich der Kirchname im Volke ein. Ab diesem Zeitpunkt fanden nun die Gottesdienste der deutsch-reformierten und der französisch-reformierten Gemeinde in dieser Kirche statt. Einen neogotischen Turm erhielt die Kirche im Jahr 1870 und seit dieser Zeit prägt sie das Gesamtbild der Spremberger Straße in Cottbus. Die beiden seitlichen Nebeneingänge wurden 1855 bei der Rekonstruktion zugemauert und sind noch als „blinde“ Fenster zu sehen. Fassade und Innenraum der Kirche wurden 2003 umfangreich saniert. Die Schlosskirche wird gegenwärtig als Synagoge der Jüdischen Gemeinde Cottbus genutzt.
Spremberger Straße 16 mini|Spremberger Str. 16 Zunächst wurde 1896 im Auftrag des Kaufmanns Max Cohn das dreiachsige mit Seitenflügel entlang der Burgstraße von der Baufirma Paul Broeßke errichtet. Nachdem das angrenzende Eckgebäude abgerissen wurde, erfolgte 1910 die Erweiterung des Mietwohnhauses durch den turmartigen Eckbau mit Laden. Ausgeführt wurde der Anbau durch die Firma Hermann Pabel & Co. Die beiden Straßenfassaden des Mietwohnhauses sind mit gelben Ziegeln verblendet und mit reichem Putzdekor aufgewertet. Die zwei unteren Geschosse sind durch den großflächigen, in der ersten Etage viergeteilten Schaufenstereinbau bestimmt. Eine Gliederung der beiden Obergeschosse erfolgt durch horizontal gelagerte Sohlbankgesimse und einen auf ornamentierten Konsolen ruhendem Traufgesims. Auffällig ist ein unter einem Zwerchgiebel befindlicher Mittelerker mit Brüstungsspiegeln, die mit Kartuschen verziert sind. In die Erkerfront wurde die Inschrift „1896“ und das Monogramm „C“ für Cohn eingebunden. Die beiden Fenster der Beletage werden von Rundbogenverdachungen mit Muscheldekor und Schlussstein überfangen. Der Volutengiebel wird von zwei Dachhäusern flankiert. Die Fassade zur Burgstraße ist schlichter gestaltet: Rundbogenfenster, Zwerchgiebel in der Außenachse sowie ein Hauseingang mit Gesimsverdachung und moderne Geschäftseinbauten im Erdgeschoss. Die dreiachsige Gebäudeecke ist markant als Rundturm ausgebildet, dessen Abschluss eine kupfergedeckte Doppelschweifhaube mit Laterne bildet. Die beiden unteren Geschosse des „Turmes“ werden von großen Schaufenstern bestimmt, die in der ersten Etage einen Erker in der Eckachse einfassen. In den Obergeschossen befindet sich auf jeder Außenachse je ein zweigeschossiger Erker mit gestuften Seitenflächen. Auf der Seite der Burgstraße wird der Eckbau von vorschwingenden Loggien unter einem Schweifgiebel mit dem älteren Gebäudeteil verbunden. Diese Loggien sind durch ornamentierte Rundpfeiler, Balusterbrüstungen und pilasterartige Wandvorlagen herausgehoben. Das Gebäude ist besonders durch die Verbindung von späthistoristischer Gestaltung des Mietwohnhauses und der vom Jugendstil beeinflussten Bauform des Eckbereiches geprägt.
Spremberger Straße 17 mini|Spremberger Str. 17 Das dreigeschossige mit Mezzaningeschoss wurde 1878/1879 unmittelbar nach Abriss der Bastei für den Buchbindermeister Otto Seidel erbaut. Als Eckbau mit U-förmigen Grundriss reicht das Gebäude in die Burgstraße sowie zum Brandenburger Platz. Die siebenachsige Hauptfassade ist zur Spremberger Straße gerichtet. Die Seite zum Brandenburger Platz ist fünfachsig und die zur Burgstraße hin zweiachsig. Das Gebäude besitzt ein flaches Pultdach. Betont werden die beiden abgeflachten Hauskanten mit den rundbogigen, von Pilastern gefassten Geschäftseingängen und die zentrale Hauseingangsachse durch flache Risalite, die mit Putzrustika überzogen sind. Über dem Eingang an der rechten Ecke befindet sich ein Putzspiegel mit vollplastischen Merkurkopf. Als Schutzdach diente ein Balkon, der nicht mehr existiert. Eine kräftige Putznutung dominiert die Erdgeschosse auf allen Seiten. Ein Kranzgesims mit Zahnschnittfries sowie Stockwerk- und Sohlbankgesimse heben sich von der vertikal ausgerichteten Fassadengliederung der Frontseite zur Spremberger Straße ab. Die hochrechteckigen Fenster im zweiten Geschoss haben eine Pilasterrahmung und eine gerade Verdachung. Im dritten Geschoss schmücken die Fenster in den Risaliten Giebelverdachungen sowie Pilasterrahmungen. Das Mezzaningeschoss wird durch kleine Zwillingsfenster gegliedert. Antikaufsätze in Form von Balustraden krönen die Risalite. Die Eckachsen werden zusätzlich durch halbrunde Giebelaufsätze hervorgehoben. Die Außenachse an der Front zum Brandenburger Platz ist risalitartig betont, hier sind die Achsen in den Obergeschossen durch gequaderte Lisenen getrennt. Auch eine Achse an der Front zur Burgstraße hat eine Risalitform. Eine Treppenanlage, die an einen Treppenturm erinnert, ragt als halbkreisförmige Wölbung in den Hofbereich ein. Mit der leicht schrägen Stellung bildet das Gebäude einen prägnanten Übergang zwischen der Spremberger Straße und dem Brandenburger Platz. Das Gebäude ist ein frühes Beispiel der großstädtischen Cottbuser Gründerzeitarchitektur, die sich durch eine vom Spätklassizismus bestimmte, anspruchsvolle Fassadengliederung auszeichnet. Das Gebäude wurde Ende der 1990er Jahre instand gesetzt und modernisiert. Im Erdgeschoss sind heute Geschäfte angesiedelt und die oberen Geschosse dienen als Mietwohnungen.
Spremberger Straße 19 mini|Spremberger Str. 19 Das wurde im Auftrag des Juweliers Thies von dem Bauunternehmer, Architekten und späteren Stadtrat Ewald Schulz im Jahre 1889 erbaut. Der dreigeschossige Verblendziegelbau wurde direkt südwestlich an den Spremberger Turm angefügt. Dadurch entstand in diesem Bereich ein unregelmäßiger Grundriss. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ladengeschäft, das durch seine moderne Gestaltung nicht mehr dem bauzeitlichen Stil entspricht. Die dreiachsige Straßenfassade mit neugotischen Dekorationsmotiven wird durch seine Asymmetrie geprägt. Die linke Außenachse wurde mit einem flachen, erkerartig ausgebildeten Risalit hervorgehoben. In diesem Bereich befinden sich spitzbogige Drillingsfenster, die im zweiten Obergeschoss von verzierten Pilastern und aufwendig gestalteten Säulen eingefasst werden. Für den Übergang zum Berliner Dach wurde im Risalit ein Zwerchgiebel mit integrierten Zwillingsfenstern und einem Okulus geschaffen. Den Abschluss des Giebels bildet ein Türmchen mit spitzem Helm. An der rechten Außenachse findet man den portalartigen Hauseingang, eingegliedert in einen Treppenhausrisalit mit abschließendem Zinnenkranz über Bogenfries. Im ersten Obergeschoss wurde außerdem ein Balkon angefügt. Der Backsteingotik entsprechend wurden Formsteine im Giebel des Risalits, am Balkon sowie in Fensterbrüstungen und -stürzen eingearbeitet. Das Traufgesims ist mit Fries verziert. Auf dem Dach befinden sich mittig und auf der rechten Seite zwei hölzerne Dachhäuser mit Gespärre. Durch die stilistische und materialmäßige Anpassung an den Spremberger Turm bildet das Gebäude zusammen mit diesem ein herausragendes Ensemble von großer stadtgeschichtlicher Bedeutung.
Spremberger Straße 20 mini|Spremberger Str. 20 Das Spremberger Straße 20, nördlich neben dem Spremberger Turm gelegen, entstand in zwei Bauphasen, wobei Kaufmann August Babel der Bauherr und die Firma Hermann Pabel & Co Ausführende bei beiden gewesen ist. Der ursprüngliche, nördliche und vier Fensterachsen breite, dreigeschossige Teil des Gebäudes wurde bereits 1910/11 errichtet. Besondere Merkmale dessen Fassade sind die dreiteiligen Fenster im ersten Obergeschoss sowie der Erker mit Balkonabschluss (Monogramm „AB“ für August Babel in der Balkonbrüstung) im zweiten Obergeschoss. Im Erdgeschoss des älteren Teils ist eine bauzeitliche Schaufensteranlage erhalten geblieben, im Gegensatz zur modernen Anlage im linken Teil. Abgeschlossen wird das Gebäude auf dieser (nördlichen) Seite mit einem mächtigen Dachaufbau mit drei Fenstern unter einem Walmdach. Im Jahr 1927 wurde das Gebäude um einen dreigeschossigen, fünfachsigen Baukörper und einem zweigeschossigen, an den Spremberger Turm angelehnten Brückenbau erweitert. Die Fassade des Hauptgebäudes (d. h. abzüglich des Brückenbaus) wird in den oberen Etagen von geschossübergreifenden Halbsäulen, die in kräftige Konsolen des Hauptgesimses übergehen, beherrscht. Im zweiten Obergeschoss sind ein durchlaufendes Sohlbankgesims mit Klötzchenfries und Fenster mit gewellten Stürzen zu sehen. An der südlichen Gebäudekante des Haupthauses fällt ein zweigeschossiger Runderker zum leicht zurückgesetzten Brückenbau auf. Der dreiachsige Brückenbau ist zurückhaltend gestaltet; außer dem Sohlbankgesims sind hier nur zwischen den Fenstern angeordnete, flache Spiegel zu finden. Der Anbau sowie der Brückenbau weisen ein Mansarddach (mit Dachhäusern beim Hauptgebäude) auf. Das Gebäude mit seiner zwölfachsigen Werksteinfassade und den neuklassizistischen Formen ist städtebaulich durch die Verbindung zum Spremberger Turm prägnant. Außerdem weist die Gestaltung des Gebäudes Züge der sogenannten „Reformarchitektur“ auf, die im Gegensatz zum Historismus eine deutliche Vereinfachung der Formen und Reduzierung des Baudekors anstrebte.
Spremberger Straße 29–31 mini|Spremberger Str. 29–31 Im Jahr 1890 eröffnete der Dresdner Kaufmann Wolrad Waldschmidt im sogenannten „“ eine Textilhandlung. Hierbei handelte es sich um einen zweigeschossigen Bau mit zwei Seitenflügeln in der Spremberger Straße 30. Das Gebäude wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg aufgestockt und mit einer Attika versehen. Waldschmidt erwarb 1926 das Grundstück Spremberger Straße 29 und ließ dort einen vierstöckigen Erweiterungsbau errichten. Die Gesamtfassade wirkt durch seine Gestaltung als Risalit. Der linke Seitenflügel der Spremberger Straße 30 wurde 1931 abgerissen. Durch den Entwurf des Architekten Hans Palm entstand dort ein sechsstöckiger Eisenbetonbau mit Flachdach, der direkt mit dem Erweiterungsbau von 1926 verbunden ist. Diesen Erweiterungsbau stockte man mit zwei Geschossen auf, die unter Ausbildung von Dachterrassen zweifach abgestuft zurückspringen. Ein modernes Großstadtkaufhaus war entstanden. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude teilweise zerstört. In den Jahren 1956–57 entstand das Wohn- und Bürohaus Spremberger Straße 29–31. Der Gebäudetrakt wurde nahezu neu erbaut, wobei die Seitenflügel und das Quergebäude den neuen Nutzungsanforderungen entsprechend ausgebaut wurden. Der straßenseitige Teil, der bis zum Erdgeschoss zerstört war, erhielt acht Achsen und eine zusätzliche Etage.