Margetshöchheim ist eine Gemeinde und im unterfränkischen Landkreis Würzburg.
Geographie Lage Margetshöchheim liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Würzburg am linken Ufer des Mains in Sichtweite der auf dem rechten Ufer des Mains gelegenen Gemeinde Veitshöchheim. Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat nur einen Gemeindeteil.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Margetshöchheim. Sie hat eine Fläche von 6,667 km² und ist in 3826 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1742,60 m² haben.
Nachbargemeinden Im Norden liegt die Gemeinde Erlabrunn (3 km), mit der Margetshöchheim eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, außerdem Leinach (5 km) und Zell am Main im Süden sowie Veitshöchheim im Osten auf der gegenüberliegenden Mainseite.
Name Etymologie Der ursprüngliche Name Hochheim besteht aus dem althochdeutschen Adjektiv hôch und dem althochdeutschen Wort heim. Später wurde der Name der Kirchenpatronin Margareta von Antiochia hinzugefügt, um den Ort von Veitshöchheim auf der gegenüberliegenden Mainseite zu unterscheiden.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Eine Urkunde aus dem Jahr 1227 erwähnt erstmals die Einwohner von Hochheim links des Mains. 1330 wurde der Ort „Hochheim sanctae Margarethae“ genannt. Als Teil des Hochstifts Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Margetshöchheim 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Um die Jahrhundertwende wurde der Sängerverein MargetshöchheimChristine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 250. gegründet.
In den Jahren 1945/1946 wurde durch den Lohndrescher Heinrich Wittstadt der Margetshöchheimer Ortsverband der CSU gegründet. Ermuntert dazu hatte ihn der bis 1945 sechs Jahre im KZ Buchenwald inhaftierte Würzburger Rechtsanwalt und Notar Ernst Döhling (1881–1953).Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 252.
Kloster 1865 entstand das Kloster Maria Stern der Franziskanerinnen aus Augsburg, das bis zum Juli 2003 Bestand hatte.
Schule Am 1. August 1969 wurde die Verbandsschule Margetshöchheim gegründet, an der auch Schulklassen von Erlabrunn, Unterleinach, Oberleinach, Leinach und Zell unterrichtet wurden.Bruno Schaad: Schulchronik der Volksschule Unterleinach von 1945–1997. In: Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 389–399, hier: S. 394.Ernst Kinzinger: Eingliederung des Schulortes Leinach in die Verbandschule Margetshöchheim. In: Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 399–404, hier: S. 400.
Einwohnerentwicklung 1950: 1664 Einwohner 1961: 1715 EinwohnerHorst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Gemeindedaten). 1970: 2236 Einwohner 1987: 2768 Einwohner 1991: 3130 Einwohner 1995: 3331 Einwohner 2000: 3243 Einwohner 2005: 3243 Einwohner 2010: 3243 Einwohner 2015: 3104 Einwohner
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2782 auf 3082 um 300 Einwohner bzw. um 10,8 %. 1995 hatte die Gemeinde 3331 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik
200px|mini|Ortsbild von Margetshöchheim Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Waldemar Brohm (CSU). Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde dieser mit 86,74 % der Stimmen wiedergewählt.Bürgermeisterwahl 2020 Am 5. Mai 2020 wurde Norbert Götz (CSU) zum Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Margetshöchheim gewählt.
Gemeinderat Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2592 Stimmberechtigten 1847 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 71,26 % lag.Gemeinderatswahl 2020
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinde von Margetshöchheim ist seit 1993 Biéville-Beuville im nordfranzösischen Département Calvados in der Region Normandie.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Sport Die drei großen Sportvereine waren bis 2006 der Fußballverein Margetshöchheim (FVM), der Tennisclub Margetshöchheim (TCM) und der Turner Bund Jahn Margetshöchheim (TBJ). Dort wird eine Vielzahl an Sportarten angeboten. Die Verhandlungen über eine Fusion wurden mit der Mitgliederversammlung am 16. März 2006 abgeschlossen: Der neue Verein heißt nun Sportgemeinschaft Margetshöchheim 06 e. V.
Regelmäßige Veranstaltungen Einmal im Jahr findet in Margetshöchheim das Margaretenfest statt. Termin ist das vorletzte Wochenende im Juli. Am Margaretenfest nehmen fast alle größeren Margetshöchheimer Vereine mit Ständen und Buden teil. Es wird seit über zehn Jahren in der Mainstraße abgehalten. Das Fest zeichnen ein großes Angebot an heimischen und internationalen Speisen und Getränken sowie in besonderem Maße die idyllische Lage am Main aus.
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsplätze 2017 gab es in der Gemeinde 333 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1126 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 793 Personen größer als die der Einpendler. 31 Einwohner waren arbeitslos.
Verkehr Margetshöchheim liegt an der Staatsstraße 2300, ca. sieben Kilometer mainabwärts von Würzburg.
Der Ort ist über die Buslinien 521, 522 und 523 an die Stadt Würzburg angebunden. Für den Berufs- und Schülerverkehr fahren die Busse im 20-Minuten-Takt nach Würzburg (über Zell am Main), tagsüber alle 30 Minuten. Auch die Nachbarorte Erlabrunn und Leinach werden von diesen Linien mitbedient,
Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg durchquert das Gemeindegebiet auf der Maintalbrücke Veitshöchheim, dem Neubergtunnel und im Eichelbergtunnel.
Margetshöchheim ist auch mit dem Fahrrad (Radweg am Main), mit der Mainfähre von Würzburg Alter Kranen und auf einem kurzen Fußweg über den Höchheimer Mainsteg von Veitshöchheim zu erreichen.
Öffentliche Einrichtungen Die Gemeinde verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr, einen Kindergarten und eine Kinderkrippe mit zusammen 117 Plätzen und 108 Kindern (Stand 1. März 2018), eine Grund- und Mittelschule mit zusammen 264 Schülern in 13 Klassen (Schuljahr 2017/18), ein Jugendzentrum und seit 1. Juli 2011 eine Tagespflege für ältere Mitbürger.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Margetshöchheim (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ersterwähnung 1227 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Würzburg