Der Breitblättrige Klebalant (Dittrichia viscosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klebalant (Dittrichia) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung mini|links|Illustration mini|links|Stängel mit wechselständigen, einfachen, aber gesägten Laubblättern mini|Ausschnitt eines Gesamtblütenstandes mit vielen Blütenkörben

Vegetative Merkmale Dittrichia viscosa ist eine ausdauernde, krautige Pflanze oder ein Halbstrauch, der Wuchshöhen von 30 bis 130, selten bis 200 Zentimeter erreicht. Die Stängel sind mehr oder weniger drüsig-klebrig. Am Grund verholzt die Pflanze. Die spitzen bis stumpfen und gesägten bis gezähnten oder fast ganzrandigen bis gekerbten, leicht ledrigen Laubblätter sind 5–30 Millimeter breit, eilanzettlich bis lanzettlich oder linealisch, halbstängelumfassend bis sitzend, drüsig-klebrig bis kahl und stark riechend. Der starke Geruch wird unterschiedlich empfunden. Der Blattrand ist manchmal umgebogen.

Generative Merkmale Die Blütenkörbe haben einen Durchmesser von 10 bis 20 Millimetern. Die gelben Zungenblüten sind mit einer Länge von 10 bis 12 Millimetern deutlich länger als die mehrreihigen, mehr oder weniger behaarten bis kahlen Hüllblätter. Die Scheibenblüten sind gelb.

Die Blütezeit ist August bis November. Es werden mehr oder weniger behaarte und teils drüsige Achänen mit Pappus gebildet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Ökologie Dittrichia viscosa ist ein Schaft-Hemikryptophyt oder Nanophanerophyt.

Vorkommen Dittrichia viscosa kommt im gesamten Mittelmeerraum von Marokko bis Syrien und auf den Kanaren und Madeira vor. Sie ist auf den Azoren, in Belgien und Großbritannien ein Neophyt. In Mitteleuropa ist die Art in Belgien bereits eingebürgert. In Deutschland wurde sie beobachtet in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern; in Öasterreich in Niederösterreich. Die Art wächst an Ruderalstellen an der Küste und im Inland, in Bachbetten und an Bachufern. Auf mediterranen Weideflächen kann sie – wie auch ihre einjährige und einzige Schwesterart Dittrichia graveolens – als vom Vieh gemiedenes Weideunkraut im Verlauf einiger Jahre überhandnehmen.

Systematik Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen Erigeron viscosus durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 863. Die Neukombination zu Dittrichia viscosa wurde 1973 durch Werner Greuter in xsiccatorum Genavensium e Conservatorio Botanico Distributorum Fasciculus Band 4 Seite 71 veröffentlicht. Synonyme für Dittrichia viscosa sind Inula viscosa , Cupularia viscosa , Erigeron viscosus , Jacobaea viscosa . Der Gattungsname ehrt den deutschen Botaniker Manfred Dittrich (1934–2016).

Es gibt mehrere Unterarten: Dittrichia viscosa subsp. viscosa: Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18. Dittrichia viscosa subsp. angustifolia (Syn.: Dittrichia orientalis ): Sie kommt im östlichen Mittelmeerraum von Italien und Libyen bis zur Türkei und Vorderasien vor. Dittrichia viscosa subsp. maritima (Syn.: Dittrichia maritima ): Sie kommt nur in Portugal vor. Dittrichia viscosa subsp. revoluta (Syn.: Inula revoluta ): Sie kommt nur in Portugal vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Belege Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & Eckhard von Raab-Straube (ed.): Compositae.: Datenblatt Dittrichia viscosa In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 108. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018. Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 792.

Weblinks

Thomas Meyer: Klebalant Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeerflora. Unterarten von Dittrichia viscosa.

Kategorie:Inuleae (Tribus)