Conus ist der Name einer marinen Schneckengattung. Mit über 600 anerkannten Arten ist sie die artenreichste Gattung aus der Familie der Kegelschnecken.Conus Linnaeus, 1758 (World Register of Marine Species).

Verbreitung Die Gattung Conus ist in den tropischen und subtropischen Meeren vertreten. Den größten Artenreichtum erreicht die Gattung im westlichen Indopazifik. Nur wenige Arten gibt es in gemäßigten Breiten, so an der Küste Südafrikas,M.J. Tenorio, A.J. Monteiro (2008): The Family Conidae. The South African species of Conus. G.T. Poppe, K. Groh (eds): A Conchological Iconography. Hackenheim: ConchBooks.G.M. Branch, C.L. Griffiths, M.L. Branch, L.E. Beckley, (2010): Two oceans: a guide to the marine life of Southern Africa. Cape Town: Struik Nature. ISBN 978-1-77007-772-0. im Mittelmeer (Mittelmeerkegel)A.J. Monteiro, M.J. Tenorio, G.T. Poppe (2004): The Family Conidae. The West African and Mediterranean species of Conus. In: G.T. Poppe, K. Groh (eds): A Conchological Iconography. Hackenheim: ConchBooks. und an der Küste Südkaliforniens (Conus californicus).M.J. Tenorio, J.K. Tucker, H.W. Chaney (2012): The Families Conilithidae and Conidae. The Cones of the Eastern Pacific. In: G.T. Poppe, K. Groh (eds): A Conchological Iconography. Hackenheim: ConchBooks. In Mitteleuropa ist sie nicht vertreten. Die Conus-Arten besiedeln verschiedene Lebensräume vom Küstenbereich bis in tiefere Zonen, auf Sand, Felsen oder Korallenriffen.

Merkmale Die Kegelschnecken der Gattung Conus haben ein weitgehend konisches Gehäuse mit glatter Zentralspindel (Columella) und einer langgestreckten, schmalen, geraden, ungezähnten Mündung. An der Spitze dieses Conus, aus welcher der Sipho ragt, befindet sich der Kopf der Schnecke. Am hinteren, breiten Ende des Gehäuses stehen die Umgänge des Gewindes so hervor, dass sie näherungsweise einen stark abgeflachten zweiten Kegel bilden. Das hornige Operculum ist klein.

Die Arten der Gattung Conus variieren stark hinsichtlich Größe, Farbe und Musterung. Die größten Arten erreichen 23 cm Körperlänge. Da es auch innerhalb vieler Conus-Arten starke Variabilität gibt, sind viele Synonyme beschrieben worden. Im Jahre 2009 lagen 3200 verschiedene Artnamen dieser Gattung vor, wobei jährlich etwa 16 neue Arten beschrieben werden. Über 600 Arten sind anerkannt.The Conus biodiversity website

Entwicklungszyklus Kegelschnecken sind getrenntgeschlechtlich. Das Männchen verfügt über einen ausstreckbaren Penis. Das Weibchen besitzt am Fuß eine Drüse, mit der die Eikapseln gebildet werden. Über den Fuß gelangen die Eier an die Öffnung dieser Drüse. Die Eikapseln werden an einem festen Untergrund befestigt. In einer Eikapsel wurden je nach Art und Individuum 40 bis 11.400 Eier gezählt. Der Großteil der Eier entwickelt sich zu Larven, und es gibt keine Nähreier. In der Eikapsel wird das Trochophora-Stadium nach 2–6 Tagen, das Veliger-Stadium nach 6–10 Tagen erreicht. Die Veliger-Larven schlüpfen nach ca. 2 Wochen. Im Laboratorium überleben sie nicht länger als 9 Tage. Bei Conus pennaceus kommt es bereits am ersten Tag nach dem Schlüpfen zur Metamorphose. Die Radula der hieraus hervorgehenden Jungschnecken unterscheidet sich noch von derjenigen erwachsener Schnecken.Alan J. Kohn (1994): Ecology of Conus in Hawaii. In: E. Alison Kay (ed.): A Natural History of the Hawaiian Islands: Selected Readings II. 210–254.

miniatur|Conus marmoreus mit erbeuteter Kaurischnecke Monetaria caputserpensis miniatur|Conus striatus mit erbeutetem Fisch

Nahrung Sämtliche Conus-Arten leben wie die übrigen Kegelschnecken und andere Pfeilzüngler (Conoidea) räuberisch und töten ihre Beute mit Gift, das mittels harpunenartig umgebildeter Radulazähne injiziert wird. In der Nähe befindliche Beute wird chemisch durch das Osphradium wahrgenommen, das bei Kegelschnecken besonders hoch entwickelt ist. Aas löste bei den untersuchten Kegelschnecken im Gegensatz zu lebender Beute keine Suchreaktionen aus. Ein Giftzahn wird nur einmal verwendet. Nach einem erfolglosen Angriff wird er abgestoßen, ansonsten mit der Beute verschluckt.Alan J. Kohn (1956): Piscivorous gastropods of the genus Conus. Proceedings of the National Academy of Sciences, 42(3), 168–171. Wie auch andere Pfeilzüngler-Schnecken ernähren sich die meisten Conus-Arten von Polychaeten, so z. B. Conus ebraeus, andere von Eichelwürmern, z. B. Conus quercinus. In der Gattung Conus gibt es jedoch auch eine Reihe von Arten, die auf Mollusken oder Fische als Beutetiere spezialisiert sind. Diese Arten haben besonders schnell wirkende Gifte, damit die Beute sich nicht mehr entfernen kann. Zu den fischfressenden Arten gehören Conus striatus, Conus catus, Conus purpurascens,Robert Nordsieck (weichtiere.at): Der Giftapparat der Kegelschnecken (Conidae) Conus tulipa,The Conus Biodiversity Website: Conus tulipa Linnaeus, 1758 Conus magusJ. Nybakken, F. Perron (1988): Ontogenetic change in the radula of Conus magus. Marine Biology 98, 239–242. und Conus geographus sowie als einzige Art des Atlantiks Conus ermineus,J. A. Rivera-Ortiz, H. Cano, F. Marí: Intraspecies variability and conopeptide profiling of the injected venom of Conus ermineus. In: Peptides. Band 32, Nummer 2, Februar 2011, , S. 306–316, , PMID 21126547, .https://penelope.uchicago.edu/~grout/encyclopaedia_romana/aconite/geographus.html zu den schneckenfressenden Conus marmoreushttps://penelope.uchicago.edu/~grout/encyclopaedia_romana/aconite/marmoreus.html und Conus textile.http://www.underwaterkwaj.com/shell/cone/Conus-textile.htm Ausgewachsene Kegelschnecken sind zwar meist relative Nahrungsspezialisten, doch kann sich das Beutespektrum im Verlauf des Lebens ändern. Bei Conus magus wurde beobachtet, dass Jungtiere, die zur Jagd auf Fische noch zu klein sind, kleine Polychaeten fressen, während bei Adulten die Beute aus Fischen besteht. Dabei ändert sich im Laufe des Lebens die Gestalt der Harpunen. Ähneln die Zähne der Juvenilen noch denen der vermivoren Kegelschnecken, sind sie im Erwachsenenalter an die Jagd auf Fische angepasst. Piscivore Kegelschnecken unterscheiden sich von den vermivoren auch dadurch, dass die relativ große Beute im Vorderdarm vorverdaut wird, da sie erst dann in die hinteren, im Inneren des Schneckenhauses befindlichen Darmabschnitte gelangen kann.

Feinde Eier und Larven fallen Fischen zur Beute, weitere mögliche Feinde für Jungtiere sind Seesterne und Schlangensterne. Ausgewachsene Kegelschnecken haben wenige Feinde. Gegen diese setzen sie sich mit Hilfe ihrer giftigen Harpunen zur Wehr, so auch gegen Menschen. Auf Grund zerbrochener Schneckenhäuser wird vermutet, dass einige Fischarten wie Papageienfische und Muränen den Schnecken nachstellen. Seesterne fraßen Kegelschnecken im Laborversuch nur ausnahmsweise, während Tritonschnecken der Gattung Cymatium wiederholt Kegelschnecken erbeuteten.

Systematik Bis 2009 wurden die über 600 Kegelschneckenarten innerhalb der monogenerischen Familie Conidae in eine einzige Gattung Conus gestellt. Christopher Meyer und Alan Kohn begannen mit molekulargenetischen Untersuchungen zur Klärungen der Phylogenie. Diese Untersuchungen und die Debatte über die Systematik dauern an. 2009 schlugen J.K. Tucker und M.J. Tenorio für die rezenten Kegelschnecken auf Grund morphologischer und molekulargenetischer Untersuchungen 3 verschiedene Familien und 82 Gattungen vor.J.K. Tucker, M.J. Tenorio (2009): Systematic Classification of Recent and Fossil Conoidean Gastropods. ConchBooks, Hankenheim 2009.P. Bouchet, Yu.I. Kantor, A. Sysoev, N. Puillandre (2011): A new operational classification of the Conoidea. Journal of Molluscan Studies 77, 273–308. Andere Malakologen befürworten weiterhin eine einzige Gattung Conus innerhalb der Familie Conidae. Puillandre, Duda, Meyer, Olivera und Bouchet befürworten dagegen 2015 eine Systematik mit vier Gattungen, bei der ein Großteil der Arten – rund 85 % – weiterhin zu Gattung Conus mit 57 Untergattungen gehören, dazu aber Conasprella mit 11 Untergattungen und Profundiconus mit jeweils einem Dutzend Arten sowie der monotypische Californiconus kommen, so wie es auch im World Register of Marine Species zu finden ist. Die vorgeschlagenen Artnamen in 68 Untergattungen werden als Alternativnamen akzeptiert.N. Puillandre, T. F. Duda, C. Meyer, B. M. Olivera, P. Bouchet (2015): One, four or 100 genera? A new classification of the cone snails. Journal of Molluscan Studies 81, S. 1–23.Conidae J. Fleming, 1822. World Register of Marine Species. Classification: Traditionally, all cone shells have been included in the Linnaean genus Conus. Tucker & Tenorio (2009) have recently proposed an alternative shell- and radula-based classification that recognizes 4 families and 80 genera of cones. In WoRMS, we currently still recognize a single family Conidae (following Puillandre et al. 2011), but Tucker & Tenorio's 80 genera classification is presented as "alternative representation". [P. Bouchet, 14 Aug. 2011]

Arten

Laut World Register of Marine Species gehören zur Gattung Conus im weiteren Sinne 748 Arten: Conus abbas Hwass in Bruguière, 1792 Conus abbreviatus Reeve, 1843 Conus abrolhosensis Petuch, 1987 Conus achatinus Gmelin, 1791 Conus aculeiformis Reeve, 1844 Conus acutangulus Lamarck, 1810 Conus acutimarginatus G. B. Sowerby II, 1866 Conus adami Wils, 1988 Conus adamsonii Broderip, 1836 Conus advertex (Garrard, 1961) Conus aemulus Reeve, 1844 Conus africanus Kiener, 1845 Conus alabaster Reeve, 1849 Conus alainallaryi Bozzetti & Monnier, 2009 Conus albellus Röckel & Korn, 1990 Conus albuquerquei Trovão, 1978 Conus alconnelli da Motta, 1986 Conus alexandrei (Limpalaër & Monnier, 2012) Conus algoensis Sowerby I, 1834 Conus alisi Moolenbeek, Röckel & Richard, 1995 Conus allamandi (Petuch, 2013) Conus allaryi Bozzetti, 2008 Conus amadis Gmelin, 1791 Conus ambiguus Reeve, 1844 Conus ammiralis Linnaeus, 1758 Conus amphiurgus Dall, 1889 Conus amplus Röckel & Korn, 1992 Conus anabathrum Crosse, 1865 Conus anabelae Rolán & Röckel, 2001 Conus anaglypticus Crosse, 1865 Conus andamanensis E. A. Smith, 1879 Conus andremenezi Olivera & Biggs, 2010 Conus anemone Lamarck, 1810 Conus angasi Tryon, 1884 Conus angioiorum Röckel & Moolenbeek, 1992 Conus anthonyi (Petuch, 1975) Conus antoniomonteiroi Rolán, 1990 Conus aphrodite Petuch, 1979 Conus aplustre Reeve, 1843 Conus araneosus sensu Lightfoot, 1786 Conus arangoi Sarasúa, 1977 Conus archetypus Crosse, 1865 Conus archon Broderip, 1833 Conus arcuatus Broderip & G. B. Sowerby I, 1829 Conus ardisiaceus Kiener, 1845 Conus arenatus Hwass in Bruguière, 1792 Conus aristophanes G. B. Sowerby II, 1857 Conus armadillo Shikama, 1971 Conus armiger Crosse, 1858 Conus articulatus Sowerby II, 1873 Conus artoptus G. B. Sowerby I, 1833 Conus asiaticus da Motta, 1985 Conus ateralbus Kiener, 1845 Conus athenae Filmer, 2011 Conus atimovatae (Bozzetti, 2012) Conus atlanticoselvagem Afonso & Tenorio, 2004 Conus attenuatus Reeve, 1844 Conus augur Lightfoot, 1786 Conus aulicus Linnaeus, 1758 Conus aurantius Hwass in Bruguière, 1792 Conus auratinus da Motta, 1982 Conus aureonimbosus Petuch, 1987 Conus aureus Hwass in Bruguière, 1792 Conus auricomus Hwass in Bruguière, 1792 Conus aurisiacus Linnaeus, 1758 Conus australis Holten, 1802 Conus austroviola Röckel & Korn, 1992 Conus axelrodi Walls, 1978 Conus babaensis Rolán & Röckel, 2001 Conus baccatus G. B. Sowerby III, 1877 Conus baeri Röckel & Korn, 1992 Conus baileyi Röckel & da Motta, 1979 Conus bairstowi Sowerby III, 1889 Conus bajanensis Nowell-Usticke, 1968 Conus balabacensis Filmer, 2012 Conus balteatus Sowerby II, 1833 Conus bandanus Hwass in Bruguière, 1792 Conus barbieri G. Raybaudi Massilia, 1995 Conus barthelemyi Bernardi, 1861 Conus bartschi G. D. Hanna & Strong, 1949 Conus bayani Jousseaume, 1872 Conus bayeri Petuch, 1987 Conus beatrix Tenorio, Poppe & Tagaro, 2007 Conus beddomei G. B. Sowerby III, 1901