mini|hochkant=1.5|Holsthum von Süden mini|Schloss Holsthum (um 1895) Holsthum (dialektal Holzem) ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Südeifel an. Holsthum ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Holsthum liegt an der Mündung der Enz in die Prüm im Naturpark Südeifel. Zur Gemeinde gehört auch der Weiler Holsthumerberg.

Nachbarorte von Holsthum sind die Ortsgemeinden Peffingen im Norden, Wolsfeld im Nordosten, Alsdorf im Osten, Prümzurlay und Ferschweiler im Süden sowie Schankweiler im Nordwesten.

Geschichte Vorgeschichte Bereits in der Altsteinzeit vor rund 30.000 Jahren lebten in der Gegend um Holsthum Menschen in Freilandstationen, was die Funde von steinzeitlichen Artefakten belegen. Aus der Jungsteinzeit gibt es Funde der Glockenbecherkultur durch eine Armschutzplatte und einen durchbohrten Anhänger. Eine Besiedlung in der Bronzezeit ließ sich durch die Funde von bronzenen Armringen und Fragmente eines Zierbandes aus Goldblech nachweisen. Aus der Urnenfelderzeit stammen Fundstücke aus ausgegrabenen Brandgräbern.

In der Ortsumgebung gab es eine römerzeitliche Besiedlung, was römische Siedlungsstellen und römische Brandgräberfelder belegen. Dazu zählt auch die in den 1990er Jahren freigelegte Römische Villa.

Mittelalter und Neuzeit mini|Glashütte, Verwalterhaus und Glasschleiferei (um 1900) Holsthum wird in den Quellen erstmals 869 als Holzheim erwähnt. Der Franke Leofrid schenkte der Abtei Echternach den herrenmansus Bedense in villa nucupante Holzheim (Landgut in Holzheim). Um 1100 erschien die Siedlung Holzheim im Echternacher Prozessionsverzeichnis als Holzem.Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Bischöfliches General-Vikariat, 1887, S. 160. Diese Form des Ortsnamens ist im Holsthumer Platt sowie in vielen weiteren Moselfränkischen Dialekten nach wie vor gebräuchlich. In einem Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1570 ist die Rede von einer Kapelle in Holzthump. Ab 1772 hat sich als schriftliche Bezeichnung Holsthum durchgesetzt.

Schankweiler und Holsthum bildeten gemeinsam einen Hof mit insgesamt 21 Stockgütern und gehörte spätestens um 1400 den Herren von Bourscheid, deren Sitz die nördlich von Diekirch gelegene Burg Bourscheid war. Im 15. Jahrhundert waren die Weiher von Nickenich Inhaber der Herrschaft Bourscheid. Durch Heirat mit Margaretha Weiher von Nickenich erbte Dietrich von Metternich-Sommerberg 1496 den Besitz. Dessen Sohn Wolfgang Heinrich von Metternich-Sommerberg verstarb 1699 als letzter seiner Linie. Die Tochter Wolfgang Heinrichs brachte die Herrschaftsrechte ihrem Gatten Karl Kaspar Hugo von Metternich-Müllenark zu. Maria Theresia von Eltz-Rodendorf, Enkelin des letztern, heiratete Franz Ludwig Schenk von Schmidtburg vom Schloss Gemünden und besaß durch Erbe ein Fünftel der Herrschaft Bourscheid. 1765 konnte sie alle Anteile in ihrer Hand vereinigen.Regesten Bourscheid, Bd. 8, S. 269. Der Herrschaftsverwalter Johann Dominik Laeis begründete 1769 die Holsthumer Glashütte und erbaute im Auftrag der Baronin Marie Therese Schenk von Schmidtburg 1789 das heutige Schloss Holsthum.

Ab 1801 gehörte Holsthum zur französischen Mairie Schankweiler (Wälderdepartement), ab 1816 zur preußischen Bürgermeisterei Schankweiler (Rheinprovinz), die 1909 zum Amtsbezirk Wolsfeld kam. Die Pfarrei, zu der 1803 noch Peffingen gekommen war, trägt seit 1941 den Namen Holsthum. 1970 kam Holsthum nach Auflösung des Amts Wolsfeld zur neu gebildeten Verbandsgemeinde Irrel, die 2014 in die neue Verbandsgemeinde Südeifel aufging.

Die 1810 errichtete Kirche St. Mariä Himmelfahrt und St. Rochus wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1966 verändert wiederaufgebaut. Der alte Teil dient seither als Querhaus zum Neubau. Zur Pfarrei Holsthum gehört auch die Schankweiler Klause, die anstelle eines Vorgängerbaus auf der Schankweiler Höhe 1762 neu errichtet wurde.

Die Kriegsgräberstätte Holsthum ist Ruheort für 243 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten aus ganz Deutschland, darunter der Generalleutnant Kurt Möhring. Sie ist eine der Besichtigungspunkte des Wanderweges Promenade du Souvenir (Westwallwanderweg), der grenzüberschreitend über geschichtliche Ereignisse der Ardennenoffensive 1944/45 informiert.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Holsthum, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 322 1835 541 1871 478 1905 472 1939 478 1950 522 1961 542 Jahr Einwohner 1970 498 1987 519 1997 562 2005 557 2011 620 2017 648

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Holsthum besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Klaus-Dieter Reschke wurde am 15. Januar 2020 erneut Ortsbürgermeister von Holsthum, nachdem er dieses Amt bereit von 2009 bis 2014 ausgeübt hatte. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters dem Rat. Dieser entschied sich einstimmig für Reschke. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Klaus-Dieter Reschke als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 91,7 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Zwischen 2014 und Januar 2020 hatte Heinz Faust das Amt bekleidet (zuletzt geschäftsführend). Reschkes Vorgänger Heinz Berscheid († 2021) war von 1989 bis 2009 Bürgermeister der Ortsgemeinde.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Römische Villa Holsthum (2012) mini|hochkant|Menhir „Langenstein“ Römische Villa Holsthum Schloss Holsthum Kapelle St. Rochus Hüttenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) Menhire: Der sogenannte Langenstein und der Menhir in der Gründelhecke Ehemalige Glashütte Kriegsgräberstätte Holsthum Mariensäule von 1920 Wanderwege Holsthum Westwallwanderweg Promenade du Souvenir

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Holsthum

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Holsthum

Verkehr In Holsthum kreuzen sich die beiden Landesstraßen L 2 und L 4. Von ihnen zweigt im Ort die Kreisstraße K 19 nach Ferschweiler ab.

In Holsthum geboren Wilhelm Gebers (* 1944), Prähistoriker

Literatur

Weblinks

Offizielle Website Förderverein Geschichte und Kultur Holsthum e. V. Virtuelles Archiv der Ortsgemeinde Holsthum

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 869 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Rheinland-Pfalz