Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2013 war die 64. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie umfasste 19 Grand Prix, begann am 17. März in Melbourne und endete am 24. November in Interlagos. Sebastian Vettel wurde zum vierten Mal in Folge Fahrerweltmeister, sein Team Red Bull-Renault zum vierten Mal in Folge Konstrukteursweltmeister.

Änderungen 2013 Grands Prix und Rennstrecken Der Große Preis von Europa war 2013 nicht im Rennkalender der Formel 1, nachdem dieser Grand Prix von 2008 bis 2012 auf dem Valencia Street Circuit stattgefunden hatte.

Ursprünglich war ein zweites Rennen in den Vereinigten Staaten, der Große Preis von Jersey, geplant gewesen. Trotz Aufnahme in den offiziellen Rennkalender wurde der Grand Prix um ein Jahr verschoben. Stattdessen war zunächst ein Ersatz-Grand-Prix in Europa im offiziellen FIA-Rennkalender vorgesehen. Dieser Ersatz-Grand-Prix, der am 21. Juli stattfinden sollte, wurde kurz vor Saisonbeginn von der FIA aus dem Rennkalender entfernt. Über den möglichen Austragungsort gab es nur Spekulationen.

Der Austragungsort des Großen Preises von Deutschland wechselt turnusmäßig vom Hockenheimring Baden-Württemberg auf den Nürburgring. Die Bestätigung für ein Rennen auf dem Nürburgring gab es erst Ende Januar, nachdem die Betreibergesellschaft der Strecke im Jahr 2012 Insolvenz angemeldet hatte.

Reglement Das DRS, das bisher im Training auf der gesamten Strecke genutzt werden durfte, ist ab der Saison 2013 nur noch in den vorgegebenen DRS-Zonen analog zum Rennen erlaubt. Außerdem sind aktive Doppel-DRS-Systeme (auch „passiver F-Schacht“ genannt), bei denen der Aktivierungsmechanismus des DRS für andere Zwecke genutzt wird, wie beispielsweise am Mercedes F1 W03, ab sofort verboten.

Die 2013 verwendeten Pirelli-Reifen wiegen aufgrund einer anderen Struktur rund 2 kg mehr pro Satz als die Reifen im Vorjahr – 200 Gramm die Vorderradreifen, 700 Gramm die Hinterradreifen – daher erhöht die FIA das Mindestgewicht der Fahrzeuge (mit Fahrer) von 640 auf 642 kg.

Den Teams wird erlaubt, mit einer sogenannten Eitelkeitsblende die als unästhetisch empfundene Stufe an der Fahrzeugnase zu verdecken. Die Belastungstests der Frontflügel wurden überarbeitet, um einer Verformung entgegenzuwirken, nachdem im Vorjahr Teams erneut sehr teure Flatterflügel entwickelt hatten, die sich bei hohem Anpressdruck verformten und dadurch die Aerodynamik des Fahrzeuges verbesserten.

Da 2013 nur noch 22 Fahrer teilnehmen, wurde der Qualifying-Modus angepasst. In den ersten beiden Qualifying-Abschnitten, Q1 und Q2, scheiden die langsamsten sechs (statt sieben) Fahrer aus. Der letzte Abschnitt wird weiterhin von den schnellsten zehn Piloten bestritten.

Ab dem Großen Preis von Ungarn wird das Tempolimit in der Boxengasse von 100 auf 80 km/h herabgesetzt, außerdem müssen nun sämtliche Teammitglieder, die während des Rennens am Auto arbeiten, einen Helm tragen. Während des Qualifyings und des Rennens dürfen sich nur noch Teammitglieder und Marshals frei in der Boxengasse bewegen, Medienvertreter müssen sich in der Nähe der Boxenmauer aufhalten. Diese Änderungen wurden eingeführt, nachdem Mark Webber beim Großen Preis von Deutschland unmittelbar nach einem Boxenstopp das nur unzureichend befestigte rechte Hinterrad verloren und damit einen Kameramann getroffen hatte, der mit Knochenbrüchen und einer Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Reifen Einheitslieferant Pirelli entschied sich dazu, neben einer veränderten Struktur auch weichere Mischungen bei den Reifen zu verwenden. Dies führte bereits bei den Testfahrten vor der Saison zu einem hohen Reifenverschleiß. Bereits nach dem Saisonauftakt, den Kimi Räikkönen wegen des geringen Reifenabbaus des Lotus E21 gewinnen konnte, wurde der große Einfluss der Reifen in der Formel 1 von vielen Seiten kritisiert. Da die Kritik anhielt, änderte Pirelli die harte Reifenmischung ab dem Großen Preis von Spanien. Nachdem Mercedes nach dem Rennen im Auftrag von Pirelli geheime und nicht dem sportlichen Reglement entsprechende Testfahrten durchgeführt hatte, kam es zu erneuter Kritik an Pirelli. Mercedes und Pirelli wurden für die Durchführung des Tests von der FIA verwarnt, Mercedes wurde zudem die Teilnahme an den Young-Driver-Testfahrten im Juli 2013 untersagt.

Nachdem es beim Großen Preis von Großbritannien alleine im Rennen zu sechs Reifenschäden gekommen war, spielten in den Reifendiskussionen auch zunehmend Sicherheitsbedenken eine große Rolle. Pirelli gab bekannt, ab dem Großen Preis von Deutschland neue, verstärkte Hinterreifen zu verwenden. Ab dem Großen Preis von Ungarn wurden dann Reifen eingesetzt, deren Konstruktion der 2012 verwendeten Reifen entsprachen. Die Reifenmischungen entsprachen jedoch denen, die zuvor im Jahr 2013 eingesetzt wurden.

Teams Das HRT F1 Team meldete sich nicht zur Saison 2013. Damit reduziert sich die Teilnehmerzahl von 24 auf 22 Fahrer.

Fahrer Am 28. September 2012 wurden zwei Fahrerwechsel bekannt: Sergio Pérez verließ Sauber in Richtung McLaren, wo er Teamkollege von Jenson Button wird. Pérez ersetzt Lewis Hamilton, der im Gegenzug seinen Wechsel zu Mercedes bekannt gab. Hamilton löst dort Michael Schumacher ab. Schumacher kündigte eine Woche später, am 4. Oktober 2012, an, seine Formel-1-Karriere als aktiver Rennfahrer zum Ende der Saison 2012 zu beenden.

Nico Hülkenberg verließ Force India trotz Vertrags für die Saison 2013 und wechselt zu Sauber. Charles Pic wechselte von Marussia zu Caterham, wo er einen mehrjährigen Vertrag erhielt.

Adrian Sutil, der 2012 in keiner Rennserie aktiv war, kehrte zu Force India zurück. Für das Team fuhr er bereits von 2007, im ersten Jahr unter dem Namen Spyker, bis 2011.

Heikki Kovalainen war zunächst ohne Stammcockpit und blieb zunächst als Testfahrer bei Caterham. Zwei Rennen vor Saisonende wurde er bei Lotus als Ersatz für den verletzten Kimi Räikkönen verpflichtet.

Von den ersten sechs Piloten der letztjährigen GP2-Saison wechselten drei als Stammfahrer in die Formel 1 und werden in der Saison 2013 ihr Debüt geben. Esteban Gutiérrez, der mit Lotus GP Dritter geworden war, wechselte zu Sauber, wo er zuvor als Testfahrer engagiert war. Max Chilton, der Viertplatzierte, wechselte von Carlin ins Stammcockpit von Marussia, für die er zuvor schon Testfahrten absolviert hatte. Giedo van der Garde, 2012 mit Caterham Racing Sechster der GP2-Fahrerwertung und Testfahrer des Formel-1-Teams von Caterham, erhielt ein Stammcockpit bei dem Rennstall. GP2-Gesamtsieger Davide Valsecchi blieb ohne Stammcockpit und wurde Testfahrer beim Formel-1-Rennstall Lotus. Ebenfalls erstmals als Stammpilot dabei ist Valtteri Bottas bei Williams. Bottas hatte bereits 2012 einige Freitagstrainings für den Rennstall absolviert und war in der Saison 2012 in keiner Rennserie als Einsatzpilot aktiv. 2011 gewann er den Titel der GP3-Serie mit Lotus GP.

Ursprünglich sollte GP2-Vizemeister Luiz Razia das zweite Cockpit bei Marussia erhalten. Er wurde jedoch während der Testfahrten vor der Saison durch Jules Bianchi ersetzt. Bianchi erreichte 2012 für Tech 1 Racing den zweiten Gesamtrang in der Formel Renault 3.5 und war zudem Formel-1-Testfahrer bei Force India und Ferrari.

Pedro de la Rosa, 2012 Einsatzpilot bei HRT, wurde für die Saison 2013 in den Fahrerkader von Ferrari aufgenommen, wo er einer von mehreren Test- und Entwicklungsfahrern ist. Auch Jérôme D’Ambrosio, der letztes Jahr bei einem Rennen für Lotus an den Start ging, blieb als Test- und Ersatzfahrer bei Lotus.

Timo Glock, der 2012 für Marussia fuhr, wechselt in die DTM, wo er BMW-Werksfahrer wird.

Bruno Senna wechselte von Williams in die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zu Aston Martin Racing, wo er in der GTE-Pro-Klasse antritt. Auch Kamui Kobayashi, der 2012 für Sauber am Start war, wechselte von der Formel 1 in die WEC. Er erhielt ein GTE-Pro-Cockpit beim Ferrari-Werksteam AF Corse.

Narain Karthikeyan, der im Vorjahr HRT-Stammpilot war, wechselte in die Auto GP, wo er ein Cockpit bei Zele Racing erhielt.

Mitte April war Witali Petrow, der 2012 Stammpilot war, noch ohne ein Motorsport-Engagement.

Teams und Fahrer In der Übersicht werden alle Fahrer aufgeführt, die für die Saison 2013 einen Vertrag mit dem Rennstall als Stamm- oder Testfahrer abgeschlossen haben oder an offiziellen Testfahrten teilgenommen haben.

Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|zentriert|Red Bull RB9 Red Bull RB9 Renault 2.4 V8 1 1–19 2 1–19 130px|zentriert|Ferrari F138 Ferrari F138 Ferrari 2.4 V8 3 1–19 4 1–19 130px|zentriert|McLaren MP4-28 McLaren MP4-28 Mercedes-Benz 2.4 V8 5 1–19 6 1–19 130px|zentriert|Lotus E21 Lotus E21 Renault 2.4 V8 7 1–17 18, 19 8 1–19 130px|zentriert|Mercedes F1 W04 Mercedes F1 W04 Mercedes-Benz 2.4 V8 9 1–19 10 1–19 130px|zentriert|Sauber C32 Sauber C32 Ferrari 2.4 V8 11 1–19 12 1–19 130px|zentriert|Force India VJM06 Force India VJM06 Mercedes-Benz 2.4 V8 14 1–19 15 1–19 130px|zentriert|Williams FW35 Williams FW35 Renault 2.4 V8 16 1–19 17 1–19 130px|zentriert|Toro Rosso STR8 Toro Rosso STR8 Ferrari 2.4 V8 18 1–19 19 1–19 130px|zentriert|Caterham CT03 Caterham CT03 Renault 2.4 V8 20 1–19 21 1–19 130px|zentriert|Marussia MR02 Marussia MR02 Cosworth 2.4 V8 22 1–19 23 1–19 Anmerkungen Dieser Fahrer nahm an den offiziellen Testtagen vor der Saison für diesen Rennstall teil. Dieser Fahrer wurde von dem Rennstall in mindestens einem freien Training am Freitag eingesetzt. Dieser Fahrer nahm an den als Young Driver Days bezeichneten Testtagen für diesen Rennstall teil.

Saisonvorbereitung 5.–8. Februar: Jerez Die erste Testwoche fand vom 5. bis zum 8. Februar auf dem Circuito de Jerez in Spanien statt. Mit dem Caterham CT03, dem Ferrari F138, dem Force India VJM06, dem Lotus E21, dem Marussia MR02, dem McLaren MP4-28, dem Mercedes F1 W04, dem Red Bull RB9, dem Sauber C32 und dem Toro Rosso STR8 gaben zehn Boliden ihr Streckendebüt. Williams verzichtete auf den Einsatz des neuen Chassis und war mit dem Vorjahreschassis vor Ort.

Beim Testauftakt am 5. Februar war Jenson Button im McLaren der schnellste Pilot mit einer Zeit von 1:18,861 Minuten vor Mark Webber auf Red Bull und Romain Grosjean auf Lotus. Am zweiten Testtag, dem 6. Februar, erzielte Grosjean mit einer schnellsten Runde von 1:18,218 Minuten die Tagesbestzeit vor Paul di Resta im Force India und Daniel Ricciardo im Toro Rosso. Am 7. Februar übernahm Ferrari-Pilot Felipe Massa mit 1:17,879 Minuten die Spitze des Klassements. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Nico Rosberg (Mercedes) und Sebastian Vettel (Red Bull). Am 8. Februar, dem letzten Testtag, erzielte Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen die Bestzeit mit 1:18,148 Minuten vor Jules Bianchi im Force India und Vettel im Red Bull.

Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg, Sergio Pérez, Charles Pic, Luiz Razia, Pedro de la Rosa und James Rossiter absolvierten in Jerez die ersten Testfahrten für ihre neuen Teams. Für Force-India-Testfahrer Rossiter waren es die ersten Formel-1-Testfahrten seit Januar 2008.

19.–22. Februar: Barcelona Die zweite Testwoche fand vom 19. bis zum 22. Februar auf dem Circuit de Catalunya in Spanien statt. Neben den neuen Fahrzeugen, die bereits in der ersten Testwoche eingesetzt wurden, kam der Williams FW35 erstmals zum Einsatz. Damit hatte jedes Team vor dieser Testwoche ihr neues Fahrzeug präsentiert.