Auf fremden Pfaden, Band 23 der Reihe Karl May’s Gesammelte Reiseerzählungenhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Karl_May's_gesammelte_Reiseerzählungen, enthält neun kürzere, bereits vorab in Zeitschriften veröffentlichte Erzählungen mit ganz unterschiedlichen Handlungsorten. Karl May hat diese Erzählungen 1897 selbst für die Buchausgabe im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld ausgewählt und überarbeitet.

1910 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Willy Planck.

Inhalt Saiwa tjalem (nachher: Der Talisman) Der Boer van het Roer (vorher: Der Africander, nachher: Das Kafferngrab) Er Raml el Helahk (nachher: Der „Sand des Verderbens“) Blutrache Der Kutb Der Kys-Kaptschiji (nachher: Der Händler von Serdescht) Maria oder Fatima Gott läßt sich nicht spotten (vorher: Old Cursing-Dry, nachher: Der Flucher) Ein Blizzard (vorher: Ein amerikanisches Doppelduell)

Saiwa tjalem Saiwa tjalem. Von Karl May ist eine Reiseerzählung Karl Mays.

Textgeschichte Die Erzählung wurde 1883 geschrieben und im selben Jahr erstmals in der Zeitschrift Vom Fels zum Meer veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 101, Nr. 166.

1897 wurde der Text dann in den Band Auf fremden Pfaden der Gesammelten Reiseerzählungen übernommen.

In den Gesammelten Werken ist der Text nach 1945 unter dem Titel Der Talisman in Band 23 Auf fremden Pfaden zu finden.

Der Braunschweiger Verlag A. Graff veröffentlichte 1976 in der Reihe Werkdruck-Reprints den Vom Fels zum Meer-Band Christi Blut und Gerechtigkeit/Saiwa tjalem mit einem Faksimile des Erstsatzes.

1984 gab Siegfried Augustin im Südwest-Verlag Stuttgart den von Gustav Krum illustrierten Anthologieband Die schönsten Abenteuergeschichten heraus, der u. a. eine bearbeitete Fassung der Erzählung mit dem Titel Old Shatterhands Abenteuer in Lappland enthält. 1997 wurde der gleiche Band bei Cormoran veröffentlicht.

1985 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks in Der Krumir, einem Reprintband der Karl-May-Gesellschaft.

Bei Langen-Müller erschien 2001 der von Siegfried Augustin und Walter Hansen herausgegebene Karl-May-Band Abenteuergeschichten, der wiederum eine Bearbeitung mit dem Titel Saiwa tjalem – Als Skiläufer in Lappland enthält.

Unter dem Titel Der Rentiermörder erschien 2007 eine bearbeitete Fassung der Geschichte im Sonderband zu den Gesammelten Werken An der Quelle des Löwenhttps://www.karl-may.de/Buecher/Sonderbände_An-der-Quelle-des-Löwen.

2011 gab German Neundorfer in der Reihe Fischer Klassik die Anthologie Die schönsten Jagdgeschichten. Ein Lesebuch heraus, das einen unbearbeiteten Neusatz der Geschichte unter dem Titel Bärenjagd in Lappland enthält.

Die Fassung Der Talisman ist im 2012 im Karl-May-Verlag erschienenen Sonderband Ein Lesebuchhttps://www.karl-may.de/Buecher/Sonderbände_Ein-Lesebuch enthalten, von dem auch eine Lizenzausgabe bei Weltbild erschienen ist.

Inhalt In Mays einziger in Lappland spielenden Erzählung ist der Ich-Erzähler auf Besuch bei einer Lappen-(Samen-)Familie in deren Kåta (Kohte). Bei der Jagd auf einen Bären, der ein Rentierkalb gerissen hat, sehen die Verfolger einen Mann, der offenbar aus schlechtem Gewissen vor ihnen flieht. Vater Pent, der darauf besteht, ihn allein zu verfolgen, stürzt in eine Eisspalte und wird vom Erzähler gerettet. Vorher war er vom Dieb seiner versteckten Ersparnisse niedergeschlagen und beraubt worden. Sein „Saiwa tjalem“ (wörtlich: „heiliges Schriftstück“ = Talisman, Amulett) soll ihm bei der Wiederbeschaffung helfen. Der Erzähler kann durch seine Fährtenlesekunst und List den Knecht Pawek des Nachbarn Stalo als Räuber überführen.

„Härra, hier thue ich, was ich dir gelobt habe. Du hast mir bewiesen, daß dieses Saiwa tjalem kein heiliges Schreiben ist; das Feuer mag es fressen. Du aber bleibe bei uns, so lange es dir gefällt, denn wir haben dich lieb und du bist so klug und freundlich, als ob du unser Sohn und Bruder seist – – mon kalkap wuortnot ... ich werde es beschwören!“Karl May: Saiwa tjalem, S. 48.

Sonstiges Die Erzählung wurde 1888 in die Welthilfssprache Volapük übersetzt und veröffentlicht.

Der Boer van het Roer Der Boer van het Roer. Ein Abenteuer aus dem Kaffernlande von Karl May ist eine aus einer früheren Abenteuergeschichte entwickelte und überarbeitete Erzählung Karl Mays. „Boer van het Roer“ ist dabei zu übersetzen mit: „Bure mit dem Gewehr“.

Textgeschichte Die Erzählung wurde 1877/78 von Karl May geschrieben und erstmals in der Zeitschrift Frohe Stunden unter dem Pseudonym „Emma Pollmer“ mit dem Titel Der Africanderhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Der_Africander veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 45, Nr. 74. Die Erzählung Die Boerenfamilie von Klaarfontein (1855) von W. O. von Horn bildete dabei eine Vorlage für Karl Mays Text.

Ende 1879 erschien eine erweiterte Fassung der Geschichte als Der Boer van het Roer. Ein Abenteuer aus dem Kaffernlande von Karl May im Deutschen Hausschatz.

1894 wurde der Text unter dem Titel Ein Abenteuer in Südafrika. Von Emma Pollmer in vermutlich von fremder Hand bearbeiteter Form in die Sammelbände Der Karawanenwürger und Aus fernen Zonen aufgenommen, die zahlreiche Nachauflagen erlebten.Hermesmeier/Schmatz, S. 432–446, Nrn. UA5–UA9; hier auch die Ausgaben vor 1913.

Karl May selbst arbeitete 1897 die Hausschatz-Fassung für den Band 23 der Gesammelten Reiseerzählungen Auf fremden Pfaden um, wo sie unter dem Titel Der Boer van het Roer geführt wurde.Plaul/Klußmeier, S. 63 f., Nr. 111. May verlegte dabei die Handlungszeit in die 1860er und 1870er Jahre – also in seine eigene Lebenszeit – und passte den Text an die geänderten Verhältnisse an. Was er aufgrund seiner Geschichtskenntnisse für möglich gehalten und in der ersten Fassung beschrieben hatte, war eingetreten. Nur ein kleiner Umbau in den Namen und Orten war nötig, um die Erzählung auf den neuesten Stand zu bringen.

Im Rahmen der Gesammelten Werke findet sich der Text seit 1967 modernisiert im Band 71 Old Firehand als Der Afrikaander wieder.

In der Reihe Karl May Taschenbücher erschien erstmals 1971 eine Lizenzausgabe des 71. Bandes.

Ebenfalls 1971 veröffentlichte die Karl-May-Gesellschaft als Privatdruck den Band Frohe Stunden in der Reihe Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben, in dem auch ein Reprint von Der Africander enthalten war.

1987 brachte der Karl-May-Verlag einen Reprint der ersten Buchausgabe des Karawanenwürgers mit einem umfangreichen Nachwort zur Werksgeschichte heraus.

Im Jahre 2000 wurde der Erstdruck im Reprint-Band Frohe Stunden der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.

2009 veröffentlichte der epubli Verlag den Sammelband Erzählungen Band II. Abenteuererzählungen, der den unbearbeiteten Text im Neusatz enthält.

1982 brachte die Karl-May-Gesellschaft den Reprintband Kleinere Hausschatz-Erzählungen heraus, der einen reprographischen Nachdruck der Erstausgabe enthält.

Inhalt Der Africander Der Raub Die Vergeltung Zwei Engländer, Raffley und Hoblyn, suchen die Buren-Ansiedlung Klaarfonteinhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Klaarfontein auf, wo nach ihrer Information ein sehr hübsches Negermädchen – Hannjehttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Hannje – als Pflegekind der Niederländer lebt. Herr in Klaarfontein ist der Africander Piet van Holmenhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Piet_van_Holmen, die rechte Hand von Pieter Uyshttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Pieter_Uys, der sich gegen den Zuluhäuptling Dingaanhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Dingaan rüstet. Die Engländer nutzen die Gastfreundschaft der Buren schamlos aus und entführen Hannje, Piets Braut.

Piet ist zu dieser Stunde nicht daheim, sondern trifft sich mit Pieter Uys und Dingaans Bruder und Todfeind Pandahttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Panda, um Dingaans Sturz vorzubereiten. Wie sich herausstellt, ist Hannje Pandas Tochter.

Kaum erfährt Piet von ihrer Entführung, macht er sich an die Verfolgung. Er fällt dabei dem berüchtigten Dingaan in die Hände, kann aber entkommen. Dabei befreit er Hannje und schleppt Dingaan mit sich fort.

Nach dem Sieg der Buren über die Kaffern wird Panda neuer Zuluhäuptling, und Piet kann seine Hannje heiraten und erhält obendrein noch von Panda wertvolle Diamanten als Brautschatz.

Der Boer van het Roer Ende der 1830er Jahre: Der Ich-Erzähler ist mit seinem schwarzen Diener Quimbo in Transvaal unterwegs, um das Land kennenzulernen.

Dabei trifft er mit dem berühmten Burenführer Pieter Uys zusammen und gerät in die Auseinandersetzungen zwischen Buren einerseits, Kaffern und Engländern andererseits. Hauptpersonen der Erzählung sind Jan van Helmershttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Jan_van_Helmers, der Africander, und seine schwarze Braut Mietjehttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Mietje, die sich im Verlauf der Erzählung als Tochter des Zulufürsten Panda erweist. Der Erzähler greift auf Seiten der Buren in die Geschehnisse ein, entlarvt einen englischen Kurier und trägt am Schluss zum Sieg über den berüchtigten Zuluhäuptling Dingaan, Pandas Bruder, bei.

Während der Entscheidungsschlacht, die in eine Metzelei ausartet, gerät Dingaan durch einen tollkühnen Akt des Africanders in Gefangenschaft und Jan kann seine Mietje heiraten, nachdem durch Pandas Übernahme der Häuptlingswürde zwischen Buren und Zulus Frieden eingekehrt ist.

Er Raml el Helahk Er Raml el Helahk. Reiseerlebnis von Dr. Karl May ist eine Marienkalendergeschichte Karl Mays.

Textgeschichte Die Erzählung wurde 1895 geschrieben und im selben Jahr im Regensburger Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1896 und in dessen Parallelausgabe Tiroler Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1896 erstmals veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 202, Nr. 271/271P.

1897 wurde der Text dann in den Band Auf fremden Pfaden der Gesammelten Reiseerzählungen übernommen. Er Raml el Helahk ist seitdem in den Nachauflagen und Neuausgaben von Auf fremden Pfaden enthalten.

Im Rahmen der Gesammelten Werke findet sich der Text heute bearbeitet unter dem Titel Der „Sand des Verderbens“ in Band 10 Sand des Verderbens wieder.

1979 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks in Christus oder Muhammed. Marienkalender-Geschichten, einem Reprint der Karl-May-Gesellschaft.

In der Anthologie Abenteuergeschichten der Weltliteratur, die 1984 im Artia Verlag Prag erschien, ist die Erzählung in bearbeiteter Form unter dem Titel Das Meer des Sandes enthalten.

Der Miniaturbuchverlag Leipzig brachte 2008 als zweiten Band seiner Karl-May-Reihe Sand des Verderbens heraus, und zwar in der Fassung der Gesammelten Werke. Die Aufmachung des Miniaturbuchs lehnt sich an Band 10 an, es enthält jedoch nur Die Gum und die Titelgeschichte.

Inhalt Der Khabir. In den Magarat ess ssuchur. Isa Ben Marryam akbar.

Kara Ben Nemsi hat sich einer Handelskarawane angeschlossen, deren Ziel Murzuk ist. Ein Späher der Tuareg (Imoscharh), die die Karawane überfallen wollen, wird von ihm entlarvt und entwaffnet.

„Er that einen Sprung auf mich zu, indem er die Arme ausbreitete, um sie um mich zu schlingen und mir die Messer in den Rücken zu stoßen; aber meine Faust kam ihm zuvor; ich schlug sie ihm von unten herauf unter das Kinn, daß er zurückflog und in den Sand stürzte. Im nächsten Augenblick war er wieder auf und legte die Flinte, welche er festgehalten hatte auf mich an; eben als der Hahn knackte, griff ich zu, riß sie ihm aus den Händen, sprang zwei Schritte zurück, richtete den Lauf auf ihn und drohte [...]“Karl May: Er Raml el Helahk. In: Regensburger Marienkalender für das Jahr des Heiles 1896, S. 165.