mini|Mike Guyer (2002) Mike Guyer (* 5. Juli 1958 in Columbus, Ohio, USA) ist ein Schweizer Architekt. 1989 gründete er mit Annette Gigon das gleichnamige Architekturbüro Annette Gigon / Mike Guyer Architekten in Zürich. Bekanntheit erlangten sie mit Museumsbauten wie dem Kirchner Museum Davos und dem Prime Tower, dem seinerzeit höchsten Gebäude der Schweiz. Von 2012 bis 2023 war Mike Guyer ordentlicher Professor für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich, gemeinsam mit Annette Gigon.

Werdegang Mike Guyer studierte von 1978 bis 1984 Architektur an der ETHZ, unter anderem bei Bernhard Hoesli, Franz Oswald und Dolf Schnebli. Von 1984 bis 1987 war er Mitarbeiter bei OMA in Rotterdam. 1987 kehrte er nach Zürich zurück und arbeitete als selbständiger Architekt und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl von Hans Kollhoff an der ETHZ. Nach dem Gewinn im Architekturwettbewerb für das Kirchner Museum in Davos 1989 erfolgte die offizielle Gründung des Architekturbüros «Gigon/Guyer» gemeinsam mit Annette Gigon. Es folgten weitere Wettbewerbserfolge und Ausführungen von Museen, Wohnungsbauten und Bürogebäuden, die international ausgezeichnet wurden, wie das Kunstmuseum Appenzell, die Erweiterung des Kunstmuseum Winterthur und das Archäologische Museum und Park Kalkriese. Zu den bekanntesten Zürcher Bauwerken des Büros gehören der Prime Tower und der Umbau des denkmalgeschützten Löwenbräu-Areals mit Kunstzentrum, Büros und Wohnhochhaus.

Mike Guyer ist Mitglied im Bund Schweizer Architekten (BSA), zwischen 1996 und 2003 war er Mitglied der Stadtbildkommission Baden, sowie von 1998 bis 2003 Mitglied von Quality Team Kop van Zuid in Rotterdam, außerdem von 2002 bis 2006 Mitglied im Baukollegium von Zürich. 2002 lehrte er als Gastdozent an der EPF Lausanne und 2009 als Gastdozent an der ETHZ.

Von 2012 bis 2023 hatten er und Annette Gigon eine Professur für Architektur und Konstruktion an der ETHZ, dabei setzten sie sich unter anderem mit der nachhaltigen Verdichtung der Stadt Zürich auseinander.

Mike Guyer ist der Sohn des Schweizer Architektenpaares Esther und Rudolf Guyer und lebt mit seiner Familie in Zürich.

Werke (Gigon/Guyer Architekten) 2017–2022: Erweiterung Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop: «Josef-Albers-Galerie» 2009–2020: Geschäftshaus und Villa Rosau, Zürich 2015–2019: Mehrfamilienhaus, Küsnacht 2013–2018 Wohnüberbauung Labitzke Areal, Zürich 2015–2018 Bürogebäude Claridenstrasse 35, Zürich 2013–2018 Bürohochhaus Andreasturm, Zürich-Oerlikon 2015–2017 Universitätsgebäude Francis Bouygues, Ecole CentraleSupélec, Paris Saclay, Frankreich 2013–2017 Résidences Le Corylus, Grange-Canal und Pré-Babel, Genf 2012–2017: Hotel Züri, Heinrichstrasse, Zürich 2008–2015: Wohnüberbauung Entrepôt Macdonald, Paris 2008–2014: Fondazione Marguerite Arp, Locarno-Solduno 2007–2013: Haus Lagerstrasse, Bürogebäude, Europaallee 21, Zürich 2004–2012/14: Löwenbräu-Areal – Kunstzentrum, Wohnhochhaus und Bürogebäude, Zürich 2009–2013: Wohnüberbauung Zellweger-Areal, Uster 2004–2011: Prime Tower Bürohochhaus mit Annexbauten Cubus, Diagonal und Platform, Zürich 2005–2009: Verkehrshaus der Schweiz, Eingangsgebäude und Halle für Strassenverkehr, Luzern 2003–2007: Wohnüberbauung Brunnenhof, Zürich, Wohnungen für kinderreiche Familien 2002–2007: Wohn- und Geschäftshaus, Almere, Niederlande 2001–2007: Umbau Kunstmuseum Basel und Bibliothek Laurenzbau 2001–2004: Donation Albers-Honegger «Espace de l'art concret» (EAC), Mouans-Sartoux, Frankreich 1998–2002: Archäologisches Museum und Park Kalkriese Osnabrück, Deutschland 1996–2002: Hörsaal Universität, Zürich 1999–2002: Wohnüberbauung und Umbauten Pflegi-Areal, Zürich 1997–1999: Stellwerk Vorbahnhof Zürich 1996–1998: Kunstmuseum Appenzell 1995–1998: Renovation und Anbau Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur 1993–1995: Erweiterung Kunstmuseum, Winterthur 1992–1996: Sportzentrum Davos 1989–1992: Kirchner Museum, Davos

Auszeichnungen (Gigon/Guyer Architekten) 2016: Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich 2011–2015 für den Prime Tower 2016: Architektur Preis Kanton Zürich 2016, Zellweger Park, Uster mit der Wohnüberbauung Zellweger-Areal 2012: Tageslicht-Award der Velux Stiftung, Kirchner Museum Davos 2009: International Fellowship des RIBA Royal Institute of British Architects 2009: Schweizer Denkmalpreis der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger 2007: Bautenprämierung des Heimatschutz Basel, Umbau Kunstmuseum Basel 2003: BDA-Preis Niedersachsen, Landesverband Bund Deutscher Architekten 2002: Fritz-Schumacher-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Hannover, für beispielhafte Leistungen in der Architektur 2002: Deutscher Stahlbaupreis, Archäologisches Museum und Park Kalkriese, Osnabrück, Deutschland – Auszeichnung 2001: Auszeichnung gute Bauten Graubünden, Sportzentrum in Davos 2001: Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich, Wohnhäuser an der Susenbergstrasse, Zürich 1999: Mies van der Rohe Award for European Architecture, Finalist: Museum Liner Appenzell 1997: Mies van der Rohe Award for European Architecture, Finalist: Erweiterung des Kunstmuseum Winterthur 1995: Auszeichnung für gute Bauten Graubünden, Kirchner Museum Davos

Ausstellungen (Auswahl) 2012: «Inflection of Common Ground in Several Cases», Beitrag von Gigon/Guyer für die 13. Internationale Architektur Biennale, Venedig 2012: «Annette Gigon / Mike Guyer», Haupthalle, Zentrum, ETH Zürich; Architektur Galerie Berlin 2005: «gebaut nicht gebaut», Architektur Forum Zürich 1993: «Werkstoff», Architekturgalerie Luzern

Veröffentlichungen Annette Gigon, Mike Guyer, Arend Kölsch (Hrsg.): Bürogebäude, gta Verlag ETH Zürich, 2019, ISBN 978-3-85676-396-1 Annette Gigon, Mike Guyer, Gregory Grämiger, Barbara Schlauri, Ulrike Traut (Hrsg.): Bibliotheksbauten, gta Verlag, ETH Zürich, 2018, ISBN 978-3-85676-381-7 Annette Gigon, Mike Guyer, Felix Jerusalem (Hrsg.): Residential Towers, gta Verlag, ETH Zürich, 2016, ISBN 978-3-85676-349-7 Gastdozentur Gigon / Guyer: Wohnhochhäuser, ETH Zürich 2009

Literatur (Auswahl) a+u Architecture and Urbanism: Feature: Gigon / Guyer, No. 527, 14:08, Tokyo 2014 Gigon/Guyer Architekten Arbeiten 2001–2011, Lars Müller Publishers, Baden, 2011 Christoph J. Bürkle (Hrsg.): Gigon/Guyer Architekten, Arbeiten 1989 bis 2000, Niggli Verlag, Sulgen, 2000 El Croquis: Annette Gigon / Mike Guyer 2001–2008, no. 143, Madrid 2009 a+u Architecture and Urbanism: Gigon / Guyer–matter, colour, light and space, No. 434, 06:11, Tokyo El Croquis: Annette Gigon / Mike Guyer 1989–2000, no. 102, Madrid 2000

Weblinks

Mike Guyer auf der Website der ETH Zürich Mike Guyer bei gigon-guyer.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Schweiz) Kategorie:Hochschullehrer (ETH Zürich) Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann