mini|Eingang zum „Garten der Gerechten“ in der Gedenkstätte Yad Vashem Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus Griechenland führt in alphabetischer Reihenfolge diejenigen Griechen auf, die von der Gedenkstätte Yad Vashem mit der Auszeichnung Gerechter unter den Völkern geehrt wurden.
Hintergrund Dieser Titel wird nichtjüdischen Einzelpersonen verliehen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.
365 Griechen haben bisher die Auszeichnung Gerechter unter den Völkern verliehen bekommen (Stand vom 1. Januar 2024).
Am 27. Januar 2016 wurde in der Athener Beth-Shalom-Synagoge das Denkmal für die griechischen Gerechten unter den Völkern in Anwesenheit des damaligen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos enthüllt.
Liste
Die Liste ist alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Hinter dem Namen ist – soweit bekannt – das Geburtsdatum, das Sterbedatum, der Ort der Rettung, der Grund der Ehrung und das Jahr der Ehrung angegeben. Quelle der Informationen ist die Righteous Among the Nations Database der Gedenkstätte Yad Vashem.
A NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahr18731959VolosJoachim Alexopoulos riet dem Rabbi von Volos, dass alle Juden 1943 die Stadt verlassen sollten, um sich zu retten, da er eine Liste aller Juden an die deutschen Besatzer geben sollte. Er gab den Flüchtenden Empfehlungsschreiben an die Dorfpriester mit und versteckte ihre Wertgegenstände, die er nach der Besatzung zurückgab.199718921958PatrasDr. Kostas Anagnostopoulos gewährte der jüdischen Familie Benrubi aus Thessaloniki Unterschlupf und versteckte sie von 1943 bis 1944 vor den deutschen Besatzern sowohl in seiner Privatklinik, als auch bei sich zu Hause.1988AthenAngeliki Anagnostopoulou versteckte zusammen mit Evangelos Paraventis die Brüder Moshe und die Ehefrau des einen Bruders.199019941994199419991999199619961898Ekali bei AthenTilemahos Apostolopoulos versteckte Yvonne Molho bei seiner Mutter in einem kleinen Farmhaus in Ekali bei Athen und versorgte sie.1995200320032017201719981998201820172017199419941994 B NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrWährend der Besatzungszeit wohnte Prinzessin Alice von Battenberg, Schwiegertochter des ermordeten Königs Georg I. von Griechenland und Schwiegermutter der englischen Königin Elisabeth II., in Athen. Sie arbeitete beim Roten Kreuz und versteckte die jüdische Familie Cohen vor den Nazis.199319921992 C NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrNicht in der Liste Righteous Among the Nations Honored by Yad Vashem by 1 January 2020 – Greece enthalten2013AthenSchwester Héléne Capart, eine gebürtige Belgierin, gehörte dem Orden der Schwestern von Pammakaristos in Athen an. Ihr hoher Rang innerhalb des Ordens sowie ihre einflussreiche Stellung als Leiterin einer katholischen Mädchenschule ermöglichten es ihr verfolgten Juden – sowohl Einzelpersonen als auch ganzen Familien – zu helfen. Sie baute ein Netzwerk auf, das bedürftige Juden einmal wöchentlich mit Lebensmitteln versorgte und bot Menschen in Not für eine Nacht Zuflucht.196919921998199819951995200920091993201718901958ZakynthosDer Metropolit Chrysostomos von Zakynthos half dem Bürgermeister Lukas Karrer, die jüdischen Bevölkerung zu warnen, als die Deutschen Besatzer 1943 eine vollständige Liste der auf Zakynthos lebenden Juden verlangten. Die Verfolgten konnten sich in den Bergen verstecken und wurden gerettet. Auf großen Druck der Besatzer behauptete der fließend Deutsch sprechenden Bischof, er und der Bürgermeister seien die letzten zwei Juden auf der Insel, alle anderen wären kriegsbedingt weggegangen.1978201320182018 D NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrDamaskinos Papandreou (auch Theophilos Damaskinos genannt), der Erzbischof von Athen und spätere Premierminister Griechenlands, wurde nach der Besetzung Griechenlands durch die Wehrmacht im Frühjahr 1941 zur wichtigsten Figur im Kampf gegen die deutsche Vernichtungspolitik gegenüber den griechischen Juden. Er protestierte im März 1943 als einziger führender Kirchenvertreter Europas in einem offenen, scharfen Protestschreiben an die Kollaborationsregierung und die Besatzer. Er erklärte darin öffentlich, dass die orthodoxe Kirche keine Rassenunterschiede kenne. Dank seiner hohen Stellung gelang es ihm, die Geistlichkeit auf allen Ebenen der Kirchenhierarchie zu beeinflussen und sie zur Unterstützung der verfolgten Juden zu bewegen. Auf seine Anweisung hin stellten Athener Kirchengemeinden tausende gefälschte christliche Taufbescheinigungen aus und mit der Unterstützung von Agelos Evert, dem Polizeipräsidenten von Athen, wurden tausende griechische Personalausweise ausgestellt, um die untergetauchten jüdischen Mitbürger zu schützen und ihnen die Flucht zu ermöglichen.1969Nea KariaAlexandros „Alekos“ Davis, seine Frau Yanula Davis, sein Bruder Yanis Davis und dessen Frau Pagona Davis aus Nea Karia, einem kleinen Dorf in Makedonien nahe Kavala, beschäftigten und versteckten ab 1942 den damals 14-jährigen jüdischen Jungen Vital Haim Bahar auf ihren Bauernhöfen. Durch die Arbeit auf dem Hof konnte Bahar auch seine Mutter und seine Schwestern mit Lebensmitteln versorgen.19991993198720092009200920182016200620062016 E NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrAthenAthanassios Efraimoglou aus Athen, der seit 1936 mit der jüdischen Familie Gormezano – den Eltern und dem Sohn Maurice – befreundet war, traf nach der Besetzung Athens in Zusammenarbeit mit der griechischen Untergrundbewegung die notwendigen Vorkehrungen für deren Flucht in die Türkei, übernahm die Kosten für die Flucht auf dem Seeweg, versorgte die Familie Gormezano mit echten Ausweisen auf griechische Namen, organisierte mehrere Verstecke und kam für sämtliche Lebenshaltungskosten der Familie auf.1985AthenAngelos Evert, der Polizeichef von Athen von September 1941 bis 1944, arbeitete mit Dimitrios Vranopoulos, dem Polizeichef von Patras und später von Piräus, sowie mit Mihail Glykas, dem Polizeikommandanten des 6. Bezirks von Athen, bei der Rettung griechischer Juden zusammen. Sie ließen tausende echte Ausweise mit griechischen Namen an alle Juden ausstellen, die diese beantragten. Dies ermöglichte vielen untergetauchten jüdischen Mitbürgern zu fliehen, ihren Wohnort zu wechseln oder – wie die übrige griechische Bevölkerung – Lebensmittelrationen zu beschaffen.1969 F NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrAthenVasso Fassoula versteckte in Athen die Jüdin Yolanda Esther Goldstein Willis.201520092009AthenDer Bauingenieur Antonios Fix und seine Frau Elly Fix aus Athen, die damaligen Eigner der Brauerei Fix, versteckten 1944 während der Besetzung Athens durch die Nazis in ihrem Haus die Jüdin Yvonni Molho-Capouano.20042003200320032003 G NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrThessalonikiGaspar Gasparian versteckte in Thessaloniki vier jüdische Mitbürger.201819691986201819691989198919902018201820062006 H NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrAthenEleni Hala aus Kifissia, einem Vorort von Athen, versteckte in ihrem Haus 1944 für drei Monate den 14-jährigen jüdischen Jugendlichen Solomon-Raymond Angel.198819942013ThessalonikiDimitrios Halkidis (auch Chalkidis) half der Familie von A. Karasso mit gefälschten Papieren, die er ihnen 1943 vor ihrer Deportation in das Ghetto von Thessaloniki schmuggelte. So half er Daisy, Rahel und Berta-Riri Karasso in den Untergrund zu gehen und zu überleben.1992199420201968 I NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrThessaloniki und AthenIoannis Iatrou, ein Bankangestellter aus Athen, heiratete Ende April 1941 die Jüdin Graciella Benosiglio aus Thessaloniki nach griechisch-orthodoxem Ritus. Iatrou organisierte ab 1942 in Athen Verstecke für seine Schwiegermutter und seinen jugendlichen Schwager und versorgte sie mit Lebensmitteln. Er unterstützte in dieser Zeit zudem fünf weitere Juden – vier Mitglieder der Familie Carasso (die Eltern Isaac und Matilda sowie deren Söhne Meir und Levi) und einen alleinstehenden Mann namens Eliko Pipano.200019941994 J NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrThessalonikiSchwester Joseph, eine Nonne und Krankenschwester im Krankenhaus des katholischen Klosters Calamari in Thessaloniki, zog ab April 1943 das kleine jüdische Mädchen Rena Siaki auf, das von ihren Eltern auf dem Boden der Kirche von Calamari ausgesetzt worden war. Das Kind erhielt eine neue Identität, wurde getauft und verbrachte seine Zeit abwechselnd bei den Nonnen im Kloster und im Haus von Lina Citterich, die es als ihr Kind ausgab.1987 K NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrThessalonikiDr. Pandelis Kalinikides, ein Dermatologe, und seine Frau Safo Kalinikides aus Thessaloniki versteckten im Frühjahr 1943 für einen Monat die Jüdin Victoria Leon, ihren Ehemann Juda und ihre beiden Kinder im Alter von drei und sieben Jahren. Bevor die Leons das Haus von Dr. Pandelis verließen, erhielten sie die Adresse von Verwandten, wo sie bis August 1943 Unterschlupf fanden.1986198919892009200918881975Athen2022TrikalaGeorgos Kaloyeromitros bot seinem Freund, Abraham Barouh, sowie dessen Frau und Tochter im Februar 1944 Unterschlupf in seinem Haus, als diese ihre Wohnung in Trikala verlassen mussten. Im März 1944 warnte er die Familie vor dem bevorstehenden Abtransport, sodass sie die Stadt rechtzeitig verlassen und sich in einem Dorf verstecken konnte.198719901990198419842001200120061991199120122012201119942011199119911991ZakynthosAls Bürgermeister von Zakynthos wurde Lucas G. Karrer am 9.9.1943 von den Deutschen aufgefordert, eine komplette Liste aller auf der Insel lebenden Juden abzuliefern. Zusammen mit dem Metropolit Chrysostomos von Zakynthos warnte er die jüdische Bevölkerung und riet ihnen, sich in den Bergen zu verstecken. Eine vorhandene Liste verbrannte er und hielt die Deutschen hin. Auf großen Druck behaupteten er und der Metropolit die einzigen beiden verbleibenden Juden auf Zakynthos zu sein. Karrer versteckte sich daraufhin auf einer Insel bis zur Befreiung von den Deutschen. Er hatte so 275 Menschen gerettet.197819952001200119911990199019901987198720022002199119791979198819881989200619681968201920191981199219921997199719921992198119811997199719971989198919891989198720091970AthenDie alleinerziehende Putzfrau Sofia Kritikou (griechisch Σοφία Κρητικού) wohnte mit ihrer Tochter Agapi in Peristeri. Sie nahm David Kazansky und dessen Kinder Zwi (18 Jahre), Liana (16 Jahre) und Gina (8 Jahre) bei sich auf, trotz der drohenden Todesstrafe. Alle vier bei ihr Untergebrachten überlebten.199820202020 L NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrSykiaGeorgios Lanaras und Panagiota Lanaras aus Sykia versteckten in ihrem Haus ab 1942 die zwölfköpfige jüdische Familie Danieli aus Varia (Makedonien). Wann immer deutsche Truppen ins Dorf kamen, schmuggelten sie die jüdische Familie aus dem Ort hinaus, damit sie sich dort verstecken konnte, bis die Deutschen wieder abgezogen waren. Sie halfen ihnen zudem beim Bau einer kleinen Hütte als Schutz vor Wind und Regen.20112017201620161998199819961996AthenChristos Lepouras, der Krankenhausbedarf herstellte, half seinem Geschäftspartner Viktor Sadok und seiner fünfköpfigen Familie, als sie 1943 aus Thessaloniki fortgingen, in Athen unterzukommen. Die drei minderjährigen Töchter brachte er bei seiner Schwägerin unter. Seine Familie half den Sadoks, das Land in Richtung Türkei per Boot zu verlassen. Es klappte beim zweiten Versuch. Sie kamen in einem Flüchtlingscamp unter. Nach dem Krieg kehrte Viktor Sadok zurück und wurde der Geschäftspartner von Christos Lepouras.199819961996 M