mini|Logo der ehemaligen Sportsektion im BMLVS seit 2009 Der Sportminister der Republik Österreich ist der für die Sportpolitik zuständige Bundesminister in Österreich. Phasenweise übernahm der Bundeskanzler die Agenden persönlich, teilweise gab es einen eigenen Staatssekretär für Sport. Momentan liegen die Sportagenden im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport mit einer mit den Sport-Agenden betrauten Staatssekretärin.

Das österreichische Sportressort 1917 bis 1945 Für den Sport zuständig war von alters her das Bildungs- und Kultusministerium, ab 1917 das von Kaiser Karl I. installierte Sozialministerium. Seinerzeit ging es um Wehrsporterziehung, wie das schon in den Agenden festgelegt worden war: .Allerhöchste Entschliessung vom 7. Oktober 1917; Gesetz, betreffend die Errichtung des Ministeriums für soziale Fürsorge vom 22. Dezember 1917, Rgbl. 499; Zitiert und Anlage der Kundmachung des Gesamtministeriums vom 27. Dezember 1917 im Wortlaut gegeben in Pál Arató (S.J.), Franz Pichorner, Lotte Wewalka; Elisabeth Kovács, Kommission für Neuere Geschichte Österreichs (Hrsg.): Politische Dokumente zu Kaiser und König Karl I. (IV.) aus internationalen Archiven. Band 2 von Untergang oder Rettung der Donaumonarchie? Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Böhlau Verlag, Wien 2004, ISBN 978-3-205-77238-5, S. 274 () Einen expliziten „Sportminister“ gab es dann kurz in der Zeit des Austrofaschismus, als Ernst Rüdiger Starhemberg, ehemaliger Heimwehrführer, von Schuschnigg (I. Kabinett) als Vizekanzler auch mit der sachlichen Leitung der Angelegenheiten der körperlichen Ertüchtigung betraut wurde (17. Mai 1934 – 17. Oktober 1935 und 29. Oktober 1935 – 14. Mai 1936). Nach Auflösung der Schutzbünde sollte eine staatliche paramilitärische Früherziehung gefördert werden, analog zur Hitlerjugend – aber in energischer Distanz zu den Nationalsozialisten und Ablehnung des Führerkults.

Seit 1945 Gemäß Artikel 15 B-VG fallen Agenden des Sports in der Zweiten Republik verfassungsrechtlich in den Wirkungsbereich der Bundesländer.Lit. Spindler, Sektion Sport: Die Organisation des Sports, 2005, S. 10

Sport wurde erstmals 1966 gesetzlich als Angelegenheit des Bundesministeriums für Unterricht erwähnt. Das erste Mal ins Licht der Öffentlichkeit in seiner Funktion auch als Minister des Sports trat Fred Sinowatz in den 1970er Jahren.In dieser Funktion von seinem Pressebetreuer Hans Pusch medial gezielt in den Vordergrund gerückt. Peter Pelinka: Österreichs Kanzler: von Leopold Figl bis Wolfgang Schüssel. Ueberreuter, Wien 2000, S. 158. Zitiert in Linda Martina Zeiler: Was bleibt? Das politische Wirken und Vermächtnis von Dr. Fred Sinowatz. Diplomarbeit, Universität Wien, Wien April 2010, S. 23; univie.ac.at (PDF; 769 kB)

In der Regierung Sinowatz (1983–1986) wurden die Sportangelegenheiten ein eigenständiges Portefeuille (per 1. Januar 1985: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport), erster offizieller Sportminister war also Herbert Moritz.: Änderung des Bundesministeriengesetzes 1973 und des ÖIG-Gesetzes sowie Erlassung damit zusammenhängender Bestimmungen über den Wirkungsbereich einzelner Bundesministerien, in Kraft getreten 1. Jänner 1985; diese Änderung ist in Bundesregierungen seit 1920, parlament.gv.at nicht berücksichtigt (Stand 7/2012) Fokus lag also auf Förderung des Schulsports und der sportlichen Früherziehung für mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche.

Mit der zunehmenden Bedeutung des Massen- wie auch Spitzensports für den Tourismus in Österreich gewann das Ressort zunehmend an Gewicht.

Am 1. Februar 1991 trennte sich die Sektion vom Unterrichtsministerium und kam an das Gesundheitsministerium, also mit Fokus auf allgemeinen Breitensport und Volksgesundheit. 1995–2000 und 2003–2007 war ein Staatssekretär für Sport als Staatssekretär im Bundeskanzleramt zuständig, nach dem EU-Beitritt Österreichs 1995 kam auch noch die gemeinsame Sportpolitik der Europäischen Union zum Portefeuille dazu.

Das Sportressort war dann seit 2009 am Verteidigungsministerium beheimatet.Mit der Bundesministeriengesetz-Novelle 2009 ging die Zuständigkeit für Angelegenheiten des Sports mit Wirkung vom 1. Februar 2009 vom Bundeskanzleramt an das dortige Ressort über und das Bundesministerium für Landesverteidigung wurde in Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) umbenannt. Dabei wurde die Sektion VI (Sportsektion) des Bundeskanzleramtes als Sektion V in das BMLVS übergeleitet. BM für Landesverteidigung und Sport, Norbert Darabos, Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport: Anfragebeantwortung S91143/265-PMVD/2011, 9. Jänner 2012, 9616/AB XXIV. GP, Eingelangt am 10. Jänner 2012, Zu 4 bis 6 (Webdokument, Parlamentarische Materialien, parlament.gv.at/PAKT) Anlass war auch, dass viele österreichische Leistungssportler aus dem Heeressport kommen, wo sie nach der Sportlaufbahn ein berufliches Auskommen haben, sodass eine engere Verbindung besteht.

Mit 8. Jänner 2018 wurde es mit dem Ressort für öffentlichen Dienst als Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport neu formiert, und dem Vizekanzler beigegeben. Seit 2025 besteht es als Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.

Die Behörde (Sportsektion, Sportministerium) Die für das Sportwesen zuständigen Einrichtungen bilden eine Sektion, die Sportsektion, die sich seit 2009 auch explizit Sportministerium nennt.Sektion Sport im Sportministerium. sportministerium.at (abgerufen am 4. Juli 2012).

Standort ist das Bundesamtsgebäude Radetzkystraße in Wien. Abteilungen sind für Sportstrategie, für Leistungssport, für Schul- und Breitensport sowie für internationale Sportangelegenheiten eingerichtet. Für den Turnunterricht ist weiterhin das Unterrichtsministerium (Abt. II/8 BMB – Bewegung und Sport) und für den Universitäts- und Hochschulsport das Wissenschaftsministerium zuständig (Stabsstelle Universitätssport und Universiaden).

Liste der für Sport zuständigen Minister und Staatssekretäre Minister der Ersten Republik: → Sozialminister der ersten Republik Österreich Minister und Sportminister der Zweiten Republik Vorsortiert: nach Amtsantritt Funktion: Kleingesetzte Verwendung ist keine offizielle Bezeichnung Behörde (kurz): mit Sektion Hintergrund:  … Portefeuille nicht ausdrücklich genannt oder interimistisch,  … Staatssekretär Stand der Liste 1/2018

Min. / StSkr. Partei Amtszeit Funktion Behörde (kurz) Regierung  – 20. Dez. 1945 Staatssekretär für Volksaufklärung, für Unterricht und Erziehung und für Kultusangelegenheiten StAVUEK Renner  – 23. Jan. 1952 Bundesminister für Unterricht BMU Figl (I, II)  – 31. Okt. 1954 Bundesminister für Unterricht BMU Figl (II, III), Raab (I)  – 2. Apr. 1964 Bundesminister für Unterricht BMU Raab (I, II, III, IV), Klaus (I, II) Gorbach (I, II)  – 2. Juni 1969 Bundesminister für Unterricht BMU Klaus (I)  – 21. Apr. 1970 Bundesminister für Unterricht BMU Klaus (II)  – 23. Juli 1970 Bundesminister für Unterricht ab 24. Juli 1970 für Unterricht und Kunst BMU BMUK Kreisky (I)  – 24. Mai 1983 Bundesminister für Unterricht und Kunst ab 20. Jan. 1981 Vizekanzler, betraut mit der Leitung des BM f. Unterricht u. Kunst BMUK Kreisky (II, III, IV)  – 10. Sep. 1984 Bundesminister für Unterricht und Kunst BMUK Sinowatz  – 21. Jan. 1987 Bundesminister für Unterricht und Kunstab 1. Jan. 1985 für Unterricht, Kunst und Sport BMUK BMUKS Sinowatz Vranitzky (II)  – 17. Dez. 1990 Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Sport BMUKS Vranitzky (II)  – 31. Jan. 1991 Bundesminister für Unterricht, Kunst und Sport (danach BM f.Unt.u.Kunst) BMUKS Vranitzky (III)  – 3. Apr. 1992 Bundesminister für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz BMGSK Vranitzky (III)  – 17. März 1994 Bundesminister für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz BMGSK Vranitzky (III)  – 1. Jan. 1995 Bundesministerin für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz (danach BM f.Ges.u.Kons.) BMGSK Vranitzky (III, IV)  – 12. März 1996 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für Sport,Abgeordneter Karlheinz Kopf, Rede. 24. April 1996. In: Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 17. Sitzung / S. 175 f. StSkr. seit 29. Nov. 1994) BKA Vranitzky (IV)beauftragt Rücktritt der Regierung 12. Dez. 1995 bis Angelobung Vranitzky V 12. Mär. 1996, daher auch bei diesem Kabinett mitgenannt  – 28. Jan. 1997 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für den öffentlichen Dienst, Europa und Sport)Lebenslauf von Karl Schlögl (Fraktion: SPÖ). purkersdorf.at, abgerufen am 27. Juli 2012. BKA Vranitzky (V)  – 4. Feb. 2000 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für Sport und Kultur) BKA Klima  – 3. Apr. 2000 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für Kunst, Medien und Sport, StSkr. bis 11. Jan. 2007) BKA Schüssel (I)  – 28. Feb. 2003 Vizekanzlerin und Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport BMöLS Schüssel (I)  – 30. Apr. 2003 Bundeskanzler, betraut mit der vorläufigen Leitung des Bundesministeriums für öffentliche Leistung und Sport (dem Sozialministerium angeschlossen) → Sportstaatssekretär: Karl Schweitzer, FPÖ, orfbury.net; abgerufen am 4. Juli 2012. BMöLS Schüssel (II) / Bündnis Zukunft Österreich ab 4. April 2005  – 11. Jan. 2007 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für Sport) BKA/VI Schüssel (II)  – 2. Dez. 2008 Staatssekretär (im Bundeskanzleramt, für Sport) BKA/VI Gusenbauer  – 13. März 2013 Bundesminister für Landesverteidigung und Sport BMLVS/V Faymann (I)  – 26. Jan. 2016 Bundesminister für Landesverteidigung und Sport BMLVS/V Faymann (II)  – 18. Dez. 2017 Bundesminister für Landesverteidigung und Sport BMLVS/V Faymann (II), Kern  – 7. Jan. 2018 Bundesminister für Landesverteidigung und Sport (Bis zum Inkrafttreten des neuen Bundesministeriengesetzes) BMLVS/V Kurz (I)  – 22. Mai 2019 Vizekanzler und Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport BMöDS/II Kurz (I)  ÖVP   – 3. Juni 2019 Bundesministerin für öffentlichen Dienst und Sport (und Kanzleramtsministerin für Frauen, Familien und Jugend) BMöDS/II Kurz (I), Löger  – 7. Jan. 2020 als Bundesminister für Finanzen mit der Leitung des Bundesministeriums für öffentlichen Dienst und Sport betraut BMöDS/II Bierlein Werner Kogler  –3. März 2025 Vizekanzler und Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport, ab 29. Jänner 2020 Vizekanzler und Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport BMöDS/IIBMKÖS/II Kurz (II),Schallenberg, Nehammer, Schallenberg Michaela Schmidt  –amtierend Staatssekretärin für Sport im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport BMWKMS/II Stocker

Literatur N. Adam: 1945.2005. 60 Jahre Sport in Österreich. Bundeskanzleramt, Wien, 2005. Rudolf Müllner: Perspektiven der historischen Sport- und Bewegungskulturforschung. Band 13 von Publikationen zur österreichischen Kulturforschung. LIT Verlag Münster, 2011, ISBN 978-3-643-50308-4. Barbara Spindler, Sektion Sport des Bundeskanzleramtes, Abteilung VI/1: Die Organisation des Sports in Österreich und Europa – Struktur, Projekte und Internationale Aktivitäten. August 2005, insb. Kapitel 1.2.1 Der staatliche Bereich, S. 10 ff (austria.gv.at (PDF) austria.gv.at; ähnlich auch Barbara Spindler: Die Organisation des Sports in Österreich, in Europa und International. Skriptum Österreichische Bundes-Sportorganisation, o. D., bso.or.at (PDF) bso.or.at, mit Beilagen relevanter Rechtsmaterie).

Weblinks www.sportministerium.at

Einzelnachweise Abfrage in: Bundesregierungen seit 1920, parlament.gv.at → Wer ist Wer → Bundesregierung

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Kategorie:Bundesministerium für Landesverteidigung