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Ensembles Ensemble Altstadt Spalt miniatur|300px|Die Altstadt Spalts von Westen miniatur|300px|Die Altstadt Spalts von Süden miniatur|150px|Die Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung Das Ensemble umschließt die Stadt Spalt in den Grenzen ihrer mittelalterlichen Ummauerung einschließlich der erhaltenen Teile der vorgelagerten Stadtgräben im Westen, Norden und Süden. Im ansteigenden Gelände am Südufer der Fränkischen Rezat gelegen, verdankt die Stadt ihre Entfaltung dem um 800 durch das Emmeramsstift in Regensburg begründete Zweigkloster St. Salvator (später St. Emmeram oder Oberes Stift), dessen mittelalterlicher Stiftsbezirk auch nach der Barockisierung von Stiftskirche und Kanonikerhöfen im Stadtgrundriss wie im Stadtbild in besonderer Weise anschaulich geblieben ist. Nördlich des Emmeramstiftes in unmittelbarer Nähe, gründete Burggraf Konrad der Fromme von Nürnberg mit seiner Frau Agnes von Hohenlohe 1292 eine zweite geistliche Niederlassung als Chorherrenstift St. Nikolaus, dessen Stiftskirche seit etwa 1300 an Stelle einer älteren Kapelle entstand und 1767/68 weitgehend zu einem Rokokobau umgestaltet worden ist. Nördlich, westlich und südlich vor den Stiftsbereichen schlossen sich seit dem 13. Jahrhundert Fischer- und Handwerkerniederlassungen an, zuerst erfolgte die Besiedlung auf der Hochterrasse, westlich von St. Emmeram, das wohl 1037 in ein Stift umgewandelt wurde, danach schob sich die Bebauung vor allem nordwärts, gegen den Fluss hin (Fröschau, untere Herrengasse, untere Hauptstraße, Gänsgasse). 1294 wird Spalt als befestigter Ort genannt, 1297 gelangten beide Stifte mit der Siedlung an das Hochstift Eichstätt, das die Herrschaft in Spalt bis 1804 behauptete. Die Schildform des Stadtgrundrisses entstand seit 1322 mit der Anlage der spätmittelalterlichen, die Stifte und die bürgerliche Siedlung einschließenden Stadtbefestigung. Mit ihren ehemals neun, jetzt noch sechs Türmen und zwei Toren wurde diese Befestigung innerhalb eines Jahrhunderts, in welchem Spalt schließlich auch Stadtrechte zugesprochen bekam, vollendet. Vom Hauptzugang der Stadt bei der alten Rezatfurt bzw. dem ehemaligen Unteren Tor, stößt die Haupt- und Marktstraße als tragende Achse im Stadtorganismus südwärts in den Mittelpunkt der Stadt, der als kleiner Dreiecksplatz ausgebildet ist. Ansteigend und den Bereich des Oberen Stifts St. Nikolaus tangierend, zog sie ehemals in schmaler, mehrfach gebrochener Führung zum Oberen Tor; erst 1930 wurde südöstlich von St. Nikolaus eine moderne Durchfahrt geschaffen und dazu beim Drechslerturm ein Teil der Stadtmauer eingelegt. Der Bezirk östlich der Hauptstraße weist in den ackerbürgerlichen und Handwerkerquartieren gegenüber der stattlichen Giebelhäuser-Bebauung der Hauptstraße deutlich herabgestufte und mit Scheunen durchsetzte Bebauung auf, an der östlichen, nach 1861 niedergelegten Stadtmauer herrschen Kleinhäuser vor. Im geistlichen Bereich des südlich anschließenden Unteren Stifts geben sich, von der barocken Stiftskirche überragt, die nach dem Vorbild Eichstätter Domherrenhöfe errichteten Barockbauten an der Nord- und Ostseite der Kirche mit ihren großen Gärten deutlich als Stiftsbauten zu erkennen. Die spätmittelalterlichen baulichen Strukturen des Emmeramstifts manifestieren sich noch in dem Anwesen des Schilthofes, Gabrieliplatz 4, der zum Stift gehörte, in dem monumentalen spätgotischen Fachwerkbau des ehemaligen Zehntkastens und dem Stiftsfriedhof an der Südseite der Kirche. Das Obere Stift hat in seiner Umbauung vom ehemaligen Kastnerhaus, Am Kirchplatz 2, abgesehen, keine barocke Erneuerung erfahren, nachdem 1619 beide Stifte vereinigt worden waren. Die Kirche erscheint trotz zahlreicher Um- und Ausbauten des 16. bis 18. Jahrhunderts als mittelalterliche Anlage. Die Begrenzung des Stiftsbezirks ist in der nördlichen Häuserzeile deutlich zu erkennen, in dem freien Platz im Süden ist der ehemalige Stiftsfriedhof zu sehen, südöstlich gehört die an das Kastnerhaus (Pfarrhof) und seinen Garten anschließende Kleinbebauung bis zur Stadtmauer zum ehemaligen Bezirk von St. Nikolaus. Westlich der Hauptstraße wird der rein bürgerlich- ackerbürgerliche Bereich vor allem durch den Hauptzug der Gänsgasse, die parallel zur Stadtmauer geführt ist, erschlossen. Innerhalb dieses beim Schäferturm abgewinkelten Zuges umfahren kleinere Gassenbögen und Verbindungswege die meist verschieden großen Grundstücksparzellen. Die oft zu beobachtende, hohe malerische Wirkungen schaffende Unregelmäßigkeit in diesem Quartier dürfte auf die Mischung zwischen Hopfenbauern- und Handwerkeranwesen, erstere immer mit Hopfenscheunen verbunden, zurückzuführen sein. Der Straßenzug Spitzenberg zeigt als kurze ordnende Achse, die vom Marktplatz südlich zur Stadtmauer ausstrahlt bürgerliche Bebauung vom Charakter derjenigen der Hauptstraße. Der Straßenzug Am Oberen Tor, vor dem einzig erhaltenen Stadttor abgeschlossen, lässt den unregelmäßig geführten und bebauten, von der mittleren und unteren Hauptstraße stark unterschiedenen Stadtausgang nach Süden erkennen. In der breiten Aussackung der Hofgasse zeichnet sich vermutlich ein ehemaliger stiftischer Meierhof ab, während die dort nördlich vorgelagerte Bebauung nach einem Großbrand von 1911 größerenteils modernen Charakter erhielt. Aktennummer: E-5-76-147-1.

Ensemble Obere Vorstadt miniatur|150px|Giebel der Häuser Albrecht-Achilles-Straße 7, 9, 13 und 15 Der engräumige Spalter Stadtraum fand seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vor dem Oberen Tor, bei dem sich bisher nur eine Mühle und eine Ziegelhütte befunden hatte, eine erste größere Erweiterung, die obere Vorstadt. Teilweise wurde der Stadtgraben überbaut, teilweise gruppierten sich die Neubauten um die Abzweigungen der alten Wege nach Hagsbronn und Keilberg. Es handelt sich um Handwerker- und Ackerbürger-, hier vor allem um Hopfenbauernanwesen, meist zweigeschossige Satteldachbauten, verputzt, in Fachwerk oder Sandsteinquaderung, vorwiegend dem späteren 18. und dem 19. Jahrhundert entstammend. Im Süden eine eindrucksvolle Giebelhäusergruppe, die dort das Ensemble wandartig abgrenzen. Im Norden, wo das Straßenbild vom Oberen Tor beherrscht wird, ist teilweise durch die Anlage der Stadtbrauerei 1880 der ursprüngliche Charakter verloren gegangen. Aktennummer: E-5-76-147-2.

Ensemble Hopfengüter Lange Gasse/Güsseldorfer Straße Das Ensemble umfasst drei Hopfengüter am Eingang zu der seit Ende des 18. Jahrhunderts angelegten Unteren Vorstadt. Es handelt sich um Bauernhäuser des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die mit ihren zum Teil gebrochenen Steilsatteldächern über fünfgeschossige Trockenböden in monumentaler Weise über die Fränkische Rezat hinweg in die Altstadt wirken. Die hohen Giebel sind in Fachwerk gebildet, die Untergeschosse haben ihre ursprüngliche Putzgliederung durch modernen Putz zum Teil verloren. Aktennummer: E-5-76-147-3.

Ensemble Ortskern Großweingarten Das Ensemble umfasst die Bebauung des historischen Bereichs der Hauptstraße des fast einen Kilometer langen, auf dem Michelsberg über Spalt sich hinziehenden Straßendorfes. Der 1294 zuerst urkundlich erwähnte Ort, der bis 1806 zum Hochstift Eichstätt gehörte, erlangte durch Obst- und Hopfenanbau, in früherer Zeit (bis 1761) auch durch Weinbau besondere Bedeutung. Er trägt in hervorragender Weise noch das Gepräge eines großen mittelfränkischen Hopfenbauerndorfes mit einer dichten, stadtmäßigen Bebauung zu beiden Seiten der geschwungenen Dorfstraße. Die Wohnstallhäuser der ursprünglich 38, durch Teilungen später noch vermehrten Bauernanwesen und die Gütler- und Handwerkerhäuser stehen in der Regel mit den Giebeln zur Straße; es handelt sich um ein- und zweigeschossige Sandsteinquader- und Fachwerkbauten meist des 18. und 19. Jahrhunderts mit mächtigen Steilsatteldächern, die zum Teil noch die typischen Schleppgauben mit Luftschlitzen des Spalter Hopfenhauses zeigen. Im nördlichen Dorf erhebt sich die aus der Straßenflucht zurückgesetzte Pfarrkirche St. Michael, eine klassizistische, im Kern aber gotische Anlage. Auch das ehemalige Lehrerhaus, Dorfstraße 64, und das Pfarrhaus, Dorfstraße 47, setzen durch ihre traufseitige Stellung zur Straße und durch ihre Walmdächer besondere Akzente im Straßenbild. Die Neubebauung zwischen Dorfstraße 32 und 42 hat das ursprüngliche Bild verändert, ebenso der Neubaubereich am Südzipfel des Dorfes; störend macht sich der Backsteinbau des Schulhauses, Dorfstraße 64, im Straßenbild bemerkbar. Hinzuweisen ist auf die Fernwirkung des über den Höhenzug sich dehnenden Dorfes mit seiner Dachlandschaft, insbesondere von der Straße nach Stirn her. Aktennummer: E-5-76-147-4.

Ensemble Filialkirche Sankt Ägidius mit Umgebung Das Ensemble umfasst die am Steilhang über dem Hatzelbachgrund über Hopfen- und Obstgärten aufragende Filialkirche St. Ägidius mit dem sie umgebenden ummauerten Friedhof und der angrenzenden Bebauung zu beiden Seiten der unteren Dorfstraße. Die Kirche stammt im Kern aus dem Jahre 1261, der Sandsteinquaderbau erhielt 1507 einen neuen Chor, das Langhaus wurde 1724 erweitert und barockisiert. Die kleine, gotisch erscheinende Anlage mit ihrem Dachreiter ist von großer Fernwirkung. Bei den umgebenden Bauten handelt es sich um die Schule, einen Sandsteinquaderbau von 1863, das Gasthaus, ein Bauernanwesen und die Wohnhäuser Unteres Dorf 6 und 1, ersteres ein Neubau, der sich dem Ensemble ungenügend einfügt, letzteres ein älterer Sandsteinquaderbau, der modern überputzt worden ist. Aktennummer: E-5-76-147-5.

Ensemble Ortskern Mosbach Das Ensemble Mosbach umfasst den historischen, aus 14 alten Hofstellen bestehenden Ort in seiner Ausdehnung von 1854. Mosbach liegt am Ende einer nach Süden, zur fränkischen Rezat leicht abfallenden Hügelkette. Erstmals wird Mosbach 1294 urkundlich erwähnt. Im eichstättischen Salbuch von 1615 werden 14 Höfe aufgeführt, von denen elf Eichstätt lehenspflichtig waren, zwei dem Heilig-Geist-Spital in Nürnberg und einer dem Kloster Heilsbronn. Die Pfarrzugehörigkeit bestand zu Spalt, und daher entstand in dem Ort keine eigene Pfarrkirche. 1744 wurde eine Kapelle erbaut, die 1833 zugunsten der bestehenden neugotischen Anlage abgebrochen wurde. Der Hopfenanbau bildet die wichtigste Erwerbsquelle. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte die damalige Anbaumenge verdoppelt werden, und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wurde der Neubau der meisten Wohn- und Wirtschaftsbauten ermöglicht. Das Hopfenbauerndorf wird geprägt durch die dichte Bebauung entlang der gewundenen Dorfstraße, die sich von Norden kommend unweit der Kapelle in die Straßen nach Süden (Hügelmühle) und nach Osten (Hauslach) gabelt. Ein- und zweigeschossige Bauernhäuser, meist Sandsteinquaderbauten des späten 18. und 19. Jahrhunderts, die zusammen mit ihren Wirtschaftsbauten Haken- und Dreiseithöfe bilden, sind die kennzeichnenden Bauformen des Ortes. Steile Satteldächer über Fachwerkgiebel, die häufig lange Lüftungsgauben tragen, sind für die Hopfenbauernhöfe des Spalter Landes charakteristisch. Das Geschlossene Ortsbild aus dem 19. Jahrhundert wird von Hopfenfeldern und Obstbaumwiesen umgeben. Der Ortsrand ist ohne Störungen erhalten. Der heute verschüttete Weiher ist als Freifläche und öffentlicher Platz im Ortskern noch immer ablesbar. Von besonderer Bedeutung ist die dichte Gruppierung der Höfe entlang des S-förmigen Straßenverlaufs vom nördlichen Ortseingang bis zur Straßengabelung nahe der Kapelle sowie die Ortsansicht von Süden. Aktennummer: E-5-76-147-6.

Stadtbefestigung Die ehemalige Stadtmauer ist Teilen erhalten, vor allem an der Nord- und Nordwestseite, sowie stellenweise auch an Süd- und Ostseite. Teilweise ist sie eingebaut oder reduziert. Die besteht aus Sandsteinmauerwerk, wurde kurz nach 1297 begonnen und im 14./15. Jahrhundert verstärkt. Von ehemals zwei Toren ist eins erhalten. Aktennummer: D-5-76-147-1. Beginnend bei Oberen Tor sind im Uhrzeigersinn folgenden Teile der Stadtbefestigung erhalten.