mini|300px|Blick auf Albersweiler Albersweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde und die am weitesten östlich liegende darstellt.
Geographie Lage Der Ort Albersweiler liegt auf etwa in einer Senke zwischen der Haardt und dem Wasgau, wie der Südteil des Pfälzerwaldes auch genannt wird, im sogenannten Annweiler-Albersweiler-Ausraum, der alternativ als Trifelsland bezeichnet wird. Der Ort hat eine Ausdehnung von etwa 1,3 Kilometer in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Etwa 10 km nordwestlich der Ortslage liegt die Exklave „Albersweiler Wald“. Von der gesamten Gemeindefläche von 10,85 km² sind 73 % Wald. In Albersweiler kommt das Mineral Achat vor.
Erhebungen und Gewässer Südlich des Kirchberg, der sich am südwestlichen Rand des Siedlungsgebiets erstreckt, liegt eine 418 Meter hohe Erhebung. Im Nordwesten liegt das 396,6 m hohe Rehköpfchen.
Die Queich durchfließt das Siedlungsgebiet in West-Ost-Richtung. Zunächst nimmt er von links den Winterbach und innerhalb der Bebauung von links den Schwelterbach auf. Im Nordwesten verläuft der Bach vom Langenscheiderhof in die westliche Richtung, der jenseits der Gemeindegemarkung in den Eisbach mündet. Am nordwestlichen Rand der Gemarkung verläuft der Dernbach. Die Waldexklave Albersweiler Wald wird im Westen durch den Wellbach begrenzt. Durch ihr Gebiet verlaufen mit dem Freimersheimertalbach, dem Abfluss des Husarenbrunnens und dem Großen Fischbach drei linke Nebenflüsse von letzterem.
Nachbargemeinden Folgende Orte sind im Uhrzeigersinn Nachbargemeinden von Albersweiler; in Klammern die jeweilige ungefähre Entfernung (Luftlinie) von der Ortslage Albersweiler: Frankweiler (2,4 km), Siebeldingen (2 km), Birkweiler (1,5 km), Stadt Annweiler am Trifels (4,5 km) mit dem Ortsteil Queichhambach (2,5 km) und Dernbach (3,6 km). Der „Albersweiler Wald“ grenzt an den Stadtwald von Landau in der Pfalz, Waldgebiete von Frankweiler und Siebeldingen sowie den „Annweiler Stadtwald“. Alle genannten Wälder sind Exklaven.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Albersweiler sowie dem Ortsteil Sankt Johann; baulich sind beide inzwischen zusammengewachsen. Zu Albersweiler gehören auch die Wohnplätze Langenscheiderhof im Nordwesten des Gemeindegebiets und Ziegelhütte im Südosten unmittelbar an der Grenze zu Birkweiler.
Geschichte Mittelalter Ob Belege aus dem 11. Jahrhundert sich auf Albersweiler oder Orte ähnlichen Namens beziehen, ist ungewiss.Bericht der Pirmasenser Zeitung. Vgl. dagegen Martin Burkart: Zur urkundlichen Ersterwähnung von Albersweiler. In: Pfälzer Heimat 64 (2013) 54–58 Samuel, Abt des Klosters Weißenburg, vermachte 1065 dem Kloster mehrere mit eigenem Geld erkaufte Knechtshöfe, darunter einen in Adelbreddesuuilare bzw. Albrahteswilre. Der Beleg wurde für Albersweiler in Anspruch genommen,Ernst Christmann: Die Siedlungsnamen der Pfalz, Teil 1, 1. Lieferung, Speyer 1953, S. 6 jedoch auch für das badische Waldprechtsweier. Auch das Jahr 1065 ist nicht gesichert.Das Jahr beruht auf der Angabe im Codex Edelini, der unter Historikern freilich als wenig verlässlich gilt. Landesarchivdirektor Anton Doll, ein profunder Kenner der Weißenburger Geschichte, charakterisiert ihn als „zum Teil sehr unzuverlässige späte Kompilation von älteren Besitzlisten“ und warnt geradezu vor seiner Verwertung als Quelle für die Frühzeit von Ortsgeschichten (ders: Neuere pfälzische Ortsgeschichten. In: Pfälzer Heimat 15 (1964) 34–36, hier S. 36.)
Ein Eberhardus de Adelbrahteswilre bzw. Albrehteswilre bezeugte eine Urkunde des Klosters Eußerthal, die vom ersten Herausgeber in das Jahr 1150 gesetzt wurde,Stephan Alexander Würdtwein: Nova subsidia diplomatica, Bd. 12, Heidelberg 1789, S. 91 andernorts doppelt für 1150 und 1173–1178 aufgeführt wurdeMartin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 31 und letztlich aus den Jahren 1173–1176 stammt.Jürgen Keddigkeit et al. (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon, Band 1, A-E, Eußerthal, S. 408 Diese Urkunde wird häufig auf Albersweiler bezogen.
Die Stadt Annweiler hatte seit 1219 den Südteil von Albersweiler inne, wurde aber durch die Stadt Landau nach und nach aus diesen Rechten verdrängt. Landau, seit 1274 Reichsstadt und in Konkurrenz zu Annweiler, konnte nach 1300 in Albersweiler den Steinbruch nutzen, aber auch den Schultheißen und das Dorfgericht einsetzen. Albersweiler war zu einem „Stadtdorf“ von Landau geworden. 1382 wird die Urnsburg erwähnt, von der wenig bekannt ist.
Der Südteil des Dorfes fiel durch eine Verpfändung im Jahre 1330 an die Kurpfalz, 1410 und 1444 durch Erbteilung an Pfalz-Zweibrücken. Der nördliche Teil des Dorfes mit dem heutigen Ortsteil St. Johann gelangte an das Geschlecht von Scharfenberg, nach deren Aussterben an das Haus von Löwenstein-Scharfeneck. Damit war Albersweiler zwischen zwei Herrschaften geteilt und die Hauptstraße des Dorfes bildete die Grenze.
Frühe Neuzeit mini|Das Löwensteiner Amtsschloss, in Albersweiler-St. Johann Während der Reformationszeit kam die konfessionelle Grenze hinzu, denn die jeweiligen Landesherren bestimmten die Religion ihrer Untertanen, und ein Wechsel der Konfession im Herrscherhaus verlangte diesen auch vom Volk. Im Dreißigjährigen Krieg brannten die katholischen Truppen 1622 den protestantischen Südteil des Dorfes nieder. Nach dem Aussterben der ebenfalls protestantischen Grafen von Löwenstein-Scharfeneck als Ortsherren des nördlichen Dorfteiles St. Johann, übertrug der Kaiser 1634 diesen Besitz dem Grafen Johann Dietrich aus dem verwandten, katholischen, später gefürsteten Familienzweig Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Er war bis zur französischen Besetzung 1794 die „Hauptstadt“ der linksrheinischen, Löwensteiner Herrschaft Scharfeneck, die nur wenige Dörfer umfasste und zunächst von Wertheim am Main, dann aus Schloss Löwenstein in Kleinheubach regiert wurde. Die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ließen in Albersweiler-St. Johann als Verwaltungssitz das bis heute erhaltene Amtsschloss im Rokokostil erbauen (jetzt BASF-Studienhaus). Dieser katholische Löwensteiner Ortsteil wurde 1634 von den auf protestantischer Seite kämpfenden Schweden zerstört. 1645 war der zweibrückische Südteil fast vollständig entvölkert, 1651 lesen wir über den Löwensteiner Nordteil, dass er „gantz öd und wüst“ war.
Nach dem Westfälischen Frieden stieg die Bevölkerungszahl, auch bedingt durch mehrere Pestepidemien, nur langsam an und erst nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, der für die Albersweiler vor allem Kontributionen und Einquartierungen bedeutete, konnte die Ortschaft wieder wachsen. 1736 entstand die lutherische Kirche und 1764 wurde der Grundstein zu dem schon genannten Löwensteiner Amtsschloss in St. Johann gelegt. Während des Ersten Koalitionskrieges fand vor Ort ein Gefecht statt.
Seit dem 19. Jahrhundert Nach der französischen Revolution besetzten die Franzosen 1794 das gesamte linksrheinische Gebiet, für Albersweiler bedeutete dies die Einführung der Errungenschaften der Revolution und die Aufhebung der alten Ordnung. Albersweiler wurde zur selbständigen Commune innerhalb des Kantons Annweiler, der zum Arrondissements Zweibrücken im französischen Département Donnersberg (Mont-Tonnerre) gehörte und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Dernbach und Leinsweiler umfasste. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Albersweiler dem Landkommissariat Bergzabern an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Bergzabern hervor. Das Dorf zeigte sich im 19. Jahrhundert als Bauerndorf, das vornehmlich durch den Weinbau geprägt war. Die Absatzmöglichkeiten der Betriebe vor Ort wurde durch die 1875 auf voller Länge eröffneten Bahnstrecke Landau–Rohrbach verbessert. 1910 wurde eine Wasserleitung verlegt, 1925 war die Installation des örtlichen Stromnetzes abgeschlossen.
Ab 1939 war Albersweiler Bestandteil des Landkreises Bergzabern. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ortskern wegen der Stationierung eines Eisenbahngeschützes im Eisenbahntunnel unterhalb der Bergkirche von alliierten Flugzeuge mehrfach bombardiert. In den Nachkriegsjahren wurden die Schäden behoben, in den Jahren 1954 und 1955 baute die Gemeinde ein Kanalsystem und durch Ausweisung von Neubaugebieten konnten Neubürger gewonnen werden. Nach dem Krieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Albersweiler am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde die Gemeinde der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels zugeordnet. 1978 konnte der kommunale Kindergarten eingeweiht werden.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Albersweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 1.912 1835 2.180 1871 2.067 1905 2.327 1939 2.343 1950 2.533 Jahr Einwohner 1961 2.606 1970 2.368 1987 1.948 1997 1.918 2005 2.014 2017 1.922
Religion mini|Synagoge vor 1930
1865 errichtete die jüdische Gemeinde in Albersweiler eine Synagoge, die 1938 in Brand gesteckt wurde.
1832 erbauten die Bürger ein katholisches Schulhaus, im selben Jahr wurde auch das protestantische Schulhaus bezogen. 1843/45 wurde die katholische Pfarrkirche St. Stephan erbaut, 1846 die protestantische Bergkirche. Beide Kirchen wurden von dem bekannten bayerischen Architekten August von Voit geplant.
Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Landau, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. 2012 waren 45,2 Prozent der Einwohner katholisch und 34,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.rlpdirekt.de Gemeindestatistik. Stand 31. Oktober 2012.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Albersweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne LFW Gesamt 2024 7 7 2 – 16 Sitze 2019 7 5 2 2 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 9 5 – 2 16 Sitze 2009 7 7 – 2 16 Sitze 2004 8 7 – 1 16 Sitze
Bürgermeister Andreas Gerdon (SPD) wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Albersweiler. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Kandidat mit 77,8 % der Stimmen gewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,0 %.
Gerdons Vorgänger Ernst Spieß (SPD) war seit 1994 Ortsbürgermeister von Albersweiler.SPD Albersweiler: Unser Bürgermeisterkandidat. (PDF; 6,2 MB) Er wurde zuletzt am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 75,34 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Zur Kommunalwahl 2024 trat er nicht mehr an.
Wappen
Kultur Kulturdenkmäler mini|Albersweiler Kanal innerhalb der Gemeinde Der Albersweilerer Kanal, der Ortskern und das Löwensteiner Schloss sind als Denkmalzonen ausgewiesen.
Hinzu kommen insgesamt 19 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die evangelische Pfarrkirche, die auch als „Bergkirche“ bezeichnet wird.
Natur