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Diese Liste gibt den Fortschreibungsstand vom 15. April 2020 wieder und enthält 63 Baudenkmäler

Ensemble Altstadt Wolframs-Eschenbach mini|150px|Liebfrauenmünster in Wolframs-Eschenbach mini|150px|Hauptstraße Wolframs-Eschenbach in West-Ost Richtung Das Ensemble umfasst die ummauerte mittelalterliche Stadt mit ihren Befestigungswerken, dem teilweise bebauten, teilweise mit Gärten besetzten Wall an der Südflanke, den mit steinernen Mauern gefütterten, jetzt trocken liegenden ehemaligen Befestigungsweihern an der Nord- und Ostseite, und an der Westseite einen Teil der spätmittelalterlichen Oberen Vorstadt, des Hafenmarktes und den Oberen Torweiher.

Der ursprünglich eichstättische Flecken mit Kirchenbefestigung wohl des späteren 11. Jahrhunderts gelangte im späten 12. Jahrhundert als Lehen an die Grafen von Wertheim-Rieneck, deren Ministerialen die Herren von Eschenbach waren, zu denen auch der Dichter Wolfram von Eschenbach gehörte, der hier geboren und bestattet wurde. 1210 wurden die Pfarrei und Güter dem Deutschen Orden überlassen, der sich im 13./14. Jahrhundert um Eschenbach ein größeres Territorium aufbaute und eine Komturei gründete, die freilich bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts zugunsten Nürnbergs wieder aufgehoben wurde. Eschenbach blieb für die folgenden Jahrhunderte bis zur Säkularisation Eigenstadt des Deutschen Ordens, erst als Sitz eines Amtmannes, später eines Vogtes.

Zeitlich über die Aufhebung der Komturei hinaus reicht die seit 1332, dem Jahr der Stadterhebung, mehrfach bis 1429 nachweisbare kaiserliche Privilegierung des Ausbaus der Stadtbefestigung. Jedoch erweisen die Befunde vor allem an den Stadttoren bereits für das 13. Jahrhundert Befestigungen ungefähr in der heutigen Ausdehnung. Die Bedeutung von Wolframs-Eschenbach liegt vor allem darin, dass hier eine befestigte Deutschordensresidenz des 13./14. Jahrhunderts erhalten ist, eine der frühesten Deutschordensresidenzen in Deutschland überhaupt. Die frühzeitige Verlegung der Komturei nach Nürnberg bremste die weitere städtische Entwicklung und führte dazu, dass die zweitorige Stadtanlage bis heute bewahrt wurde, lediglich in Details der Einzelbauten verändert.

Die Grundrissform ist parabelförmig, wobei die Parabelkurve die ältere Kirchenburg umschließt. Von der Mitte der Grundlinie aus, wo sich das Obere Tor befindet, verläuft die breite, marktartige Hauptstraße axial, mündet in ein Platzsystem aus dreieckigem Markt und rundem Kirchplatz und verläuft, schmaler, mit vielen Versetzungen, zum Unteren Tor. Von dieser Straße aus werden alle wichtigen Gebäude der Stadt erschlossen, ihr sind alle, großenteils giebelseitigen, reicher gestalteten Fassaden zugewandt. Ein weiterer Gassenring umschreibt innen den Umriss des Stadtmauerzuges, mit kleineren Verschiebungen. Dieser Gassenring bietet Zugang hauptsächlich zu kleinen eingeschossigen, ackerbürgerlichen Anwesen. Zur bemerkenswerten Regelmäßigkeit des Stadtgrundrisses tritt als weitere Eigentümlichkeit die gleichzeitige planmäßige und aufwendige Unterkellerung der Stadt. Ein System gewölbter Gänge, teilweise saalartig erweitert, mit eigenen Brunnen und Wasserläufen, verbindet die Anwesen und trägt zur Modellierung des Stadthügels bei, auf dessen Grat die Hauptstraße verläuft, während das Terrain zu den nördlichen und südlichen Mauerzügen und zur Parabelkurve hin abfällt. Aktennummer: E-5-71-229-1.

Stadtbefestigung Die Stadtbefestigung besteht aus einem geschlossenen Mauerring aus Quader- und Bruchsteinwerk mit Ring- und Zwingermauer an der Süd-, West- und westlichen Nordseite. Die Ringmauer an der Nord- und Ostseite hat vorgelagerte Befestigungsteiche aus dem 13.–15. Jahrhundert. Bis ins 18. Jahrhundert fanden Ausbesserungen der Stadtbefestigung statt. Den beiden Stadttoren ist jeweils eine Barbakane vorgelagert.

An der Ringmauer der Südseite sind der Hungerturm von 1527, der Bürgerturm aus dem 16. Jahrhundert und eine Zwingermauer mit rechteckigem Eckturm erhalten. Die Grabenwände der Westseite sind großenteils gefüttert mit einer Brüstungsmauer gegen die Obere Vorstadt. Die Nordwestbastion ist eingefasst von zwei halbrunden Schalentürmen im Zwingerbereich bei Färbergasse 1, 3 und Obere Gasse 2, 3. Die Ringmauer der Nord- und Ostseite verläuft entlang des Stadtmauerwegs. Die zugehörige Teichbefestigung der Nord- und Ostseite ist eine planmäßige heute großenteils trocken liegende Anlage. Aktennummer: D-5-71-229-1.

Beginnend beim Oberen Tor sind von der Stadtmauer im Uhrzeigersinn folgenden Teile erhalten: Oberes Tor (Hauptstraße 1 ), Stadttor, mehrgeschossiger Rechteckturm mit spitzbogiger Durchfahrt und Zeltdach mit Zwiebellaterne, 13.–14. Jahrhundert, Obergeschoss und Laterne nach 1769, Barbakane, rechteckige Anlage, 1463 (D-5-71-229-23) Brücke über den Stadtgraben (Hauptstraße 1 ), zweibogiger Sandsteinquaderbau, wohl gleichzeitig Zollhaus vor dem Oberen Tor (), eingeschossiger Walmdachbau, bezeichnet „1782“ (D-5-71-229-52) Ring- und Zwingermauer der Westseite bei Hauptstraße 3 (), Färbergasse 1 (), 3 (), Obere Gasse 3 () Befestigungsturm (Obere Gasse 5 ), ehemaliger halbrunder Schalenturm der Nordwestbastion der Stadtbefestigung, zu Wohnhaus ausgebaut, eingeschossiges Gebäude mit Zeltdach und rückwärtigem Satteldachabschluss, im Kern mittelalterlich, Veränderungen 18./19. Jahrhundert Ringmauer der Nord- und Ostseite (An der Stadtmauer ) mit zwei kleinen halbrunden und rechteckigen Mauervorlagen, östlich des Durchbruchs an der Oberen Gasse Teichbefestigung der Ostseite (Dr.-Johann-Baptist-Kurz-Platz 1 ) Ehemaliges Zollhaus vom Unteren Tor (Dr.-Johann-Baptist-Kurz-Platz 3 ), eingeschossiger Walmdachbau, bezeichnet mit „1794“ (D-5-71-229-13)

Unteres Tor (Heumarkt 12 ), Stadttor, Rechteckturm mit sopitzbogiger Durchfahrt und Zeltdach, Fallgatterläufe, Wappensteine und rechteckiger Barbakane, im Kern 13. Jahrhundert, Umbau 1396/1416 (D-5-71-229-45) Ring- und Zwingermauer vom Unteren Tor zum Oberen Tor an der Südseite bei Heumarkt 10, 8, 6, 4 (), Deutschordensstraße 28, 26, 24, 22, 20, 18, 16, 14, 12, 10, 8, 6, 4, 2, Hauptstraße 2 Wallbereich der Südseite bei Untere Vorstadt 19, 17, 15, 13, 11, 17, 9 Sogenannter Hungerturm (Deutschordensstraße 18, 20 ), Rundturm mit Zeltdach, 1425 Sogenannter Bürgerturm (Deutschordensstraße 6 ), Rundturm auf rechteckigem Untergeschoss, Zeltdach, erstes Drittel 15. Jahrhundert Rechteckiger Eckturm (Deutschordensstraße 6 ), im Zwinger vorgelagert Brückenartige Stützmauer des Oberen Torweihers (Richard-Wagner-Straße )

Baudenkmäler nach Gemeindeteilen Wolframs-Eschenbach

Biederbach

Reutern

Sallmannshof

Utzenmühle

Waizendorf

Ehemalige Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Wolframs-Eschenbach

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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