Fanny Freund-Marcus, auch: Fanny Freund-Markus (* 18. Dezember 1872 in Wien als Fanni Emilie MarcusGeburtsbuch der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Band E, Nro. 4382 (Faksimile bei FamilySearch, kostenlose Anmeldung erforderlich); Trauungsbuch Wien Stadttempel, Band O, fol. 36 (Faksmile bei FamilySearch).; † 11. Dezember 1942 in TheresienstadtDatenbankeintrag in der Liste der Shoah-Opfer des DÖW.) war eine österreichische Publizistin, Redakteurin und Frauenrechtsaktivistin, die einzelne ihrer Beiträge als F. F.-M. zeichnete.

Leben Fanny Freund-Marcus leitete vor dem Ersten Weltkrieg den „Ersten Wiener Gabelsberger Damen-Stenographieverein“, der Ausbildungskurse für Frauen und Mädchen anbot. Sie war 1910 Mitgründerin und später langjährige Präsidentin der Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs, bis sie 1929 zurücktrat. Nach Kriegsende amtierte sie weiters als Vorsitzende der Kommission für Ernährung des Bundes Österreichischer Frauenvereine (BÖFV). Von 1926 bis 1928 war sie Redakteurin des Magazins Die moderne Frau, das sie zusammen mit Eise Ehrlich und Dora Steininger herausgab und das ab 1928 unter ihrer redaktionellen Leitung als Beilage der Zeitschrift Die Frau und Mutter erschien.Elisabeth Malleier: Zur Verschränkung jüdischer, frauenbewegter und nationaler Identitäten: das Engagement jüdischer Frauen während des Ersten Weltkrieges in Wien. In: Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst. biografiA: neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung. 56. Jg. Nr. 4, 2001, S. 13–14 (PDF).

Fanny Freund-Marcus publizierte Artikel in den Organen der ROHÖ (Frauenblatt, Die Österreichische Hausfrau) und des BÖFV (Der Bund, Die Österreicherin). Auch in anderen Zeitschriften wie Neues Frauenleben erschienen ihre Beiträge, die sich unter anderem mit Fragestellungen der Hauswirtschaftslehre beschäftigten. Weiters hielt sie Vorträge zu politischen und feministischen Themen wie beispielsweise die Stellung der Frau im Ernährungswesen Österreichs, die Frau in Landesversammlung und Gemeinde sowie die Bedeutung des Weiterbestandes des BÖFV zur Verteidigung der erreichten politischen Rechte der Frauen.

Fanny Freund-Marcus war mit Alexander Freund († 1928) verheiratet und hatte einen Sohn Max.

Sie wurde im Juli 1942 von Wien nach Theresienstadt deportiert und starb dort im Dezember 1942 eine Woche vor ihrem 70. Geburtstag.

Veröffentlichungen . In: Neues Frauenleben, Nr. 6/1910 (XXII. Jahrgang), , S. 183 ff. (Online bei ALO). . In: Helene Granitsch: Kriegsdienstleistung der Frauen. Heller, Wien 1915, S. 38–47. (Online bei ALO). . In: Der Bund, Nr. 5/1917 (XII. Jahrgang), , S. 8 ff. (Online bei ALO). . In: Der Bund, Nr. 1/1919 (XIV. Jahrgang), ZDB-ID 2115995-6, S. 13 ff. (Online bei ALO).

. In: Die Österreicherin, Nr. 4/1928 (I. Jahrgang), , S. 6. (Online bei ALO).

Literatur Elisabeth Malleier: Jüdische Frauen in der Wiener bürgerlichen Frauenbewegung 1890–1938. Forschungsbericht. E. Malleier, Wien 2001.

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Einzelnachweise

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