Nena war eine deutsche Musikgruppe der Neuen Deutschen Welle, die von 1982 bis 1987 bestand. Ihr größter weltweiter Erfolg war 99 Luftballons. Unter gleichem Namen tritt die Sängerin und Frontfrau Nena seitdem solo auf.

Geschichte Nena zog nach Auflösung ihrer früheren Band The Stripes auf Einladung des Plattenlabels CBS Records mit ihrem Lebensgefährten, dem Schlagzeuger Rolf Brendel, mit dem sie bei den Stripes zusammengekommen war, nach West-Berlin. Dort gründeten sie zusammen mit dem Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen, dem Gitarristen Carlo Karges, den Kerner in Hagen über Extrabreit kennengelernt hatte, und dem Bassisten Jürgen Dehmel, einem Freund von Fahrenkrog-Petersen, die nach ihr benannte Band Nena.

Im Mai 1982 erschien die Single Nur geträumt, deren Verkaufszahlen nach einem Fernsehauftritt in der Sendung Musikladen im August 1982 schlagartig in die Höhe schnellten. Im September 1982 erreichte die Band mit dem zweiten Platz erstmals eine Platzierung in den deutschen Charts.wdr.de Stichtag 13. September 1982. wdr.de; abgerufen am 13. September 2012

Als zweite Single der Band erschien im Januar 1983 der Titel 99 Luftballons. Ein Exemplar davon wurde von der Autorin Christiane F. zusammen mit zahlreichen anderen deutschen Aufnahmen auf eine USA-Reise mitgenommen. Die Single fiel dort dem DJ Rodney Bingenheimer von K-ROQ in Los Angeles auf und verbreitete sich über die Radiosender der US-Westküste in ganz Nordamerika und avancierte in den USA schließlich zum Millionenseller. Der Song wurde zu einem Nummer-eins-Hit und ein internationaler Erfolg. Im April 1983 folgte die dritte Singleauskopplung Leuchtturm, die den zweiten Platz in den deutschen Singlecharts erreichte.

Nach dem 1984 erschienenen und ebenfalls erfolgreichen zweiten Album ? (Fragezeichen) mit dem gleichnamigen Lied und den zwei nachfolgenden Singles Rette mich und Lass mich dein Pirat sein experimentierte die Band mit der Musik. 1985 veröffentlichte sie ihr drittes Album Feuer und Flamme, das parallel in anderen Ländern auf Englisch mit dem Titel It’s all in the Game herausgebracht wurde. Der Stil des Albums unterschied sich von dem der beiden vorigen Alben: Erstmals hörte man New Wave mit vielen synthetischen Klängen, Hintergrundsängerinnen und Saxophon. Feuer und Flamme verkaufte sich gut, wurde aber von Kritikern nicht begeistert aufgenommen. Zudem erlebte man erste Misserfolge, denn die Singles Jung wie du und Du kennst die Liebe nicht schafften keine Platzierung in den Charts, und zur Tour zum Album wurden vergleichsweise wenig Karten verkauft. Irgendwie, irgendwo, irgendwann war die letzte Single, die auch international größere Bekanntheit erlangte.

Wegen dieses Rückschlags trennte sich die Band von ihrem Produzenten Reinhold Heil und von Manager Jim Rakete und produzierte stattdessen das Album Eisbrecher selbst, zusammen mit Klaus Voormann. Das Album und die erste Single Mondsong erreichten nur eine niedrige Chartplatzierung (45 beziehungsweise 37), die zweite Single Engel der Nacht kam nicht in die Charts. Die Band musste feststellen, dass Käufer das Interesse verloren hatten, und so trennte sich die Gruppe im April 1987, nur wenige Monate nach dem Erscheinen ihrer letzten Single.

Aus der erfolgreichen Phase der Band wurden in der DDR als Lizenzproduktion vom staatlichen Plattenlabel Amiga in der Veröffentlichungsreihe Amiga-Quartett 1984 vier Titel (Nur geträumt, Kino, Leuchtturm, Indianer) vom Debütalbum Nena produziert. 1985 erschienen in derselben Reihe vier Singleveröffentlichungen (Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann, ?(Fragezeichen), Rette mich, Lass mich dein Pirat sein). 1986 veröffentlichte Amiga, was bei einem westdeutschen Künstler nicht häufig passierte, sogar eine Langspielplatte mit Musik der Band. Die Kompilation von zwölf Titeln enthielt dabei neben den schon veröffentlichten Singletiteln sieben Songs vom zu dieser Zeit aktuellsten Album Feuer und Flamme. Etwas überraschend blieb dem größten Erfolg der Band und weltweit populären Anti-Kriegssong 99 Luftballons eine Veröffentlichung in der DDR vorenthalten.Joachim Hentschel: Dann sind wir Helden : Wie mit Popmusik über die Mauer hinweg deutsche Politik gemacht wurde. Rowohlt, Hamburg 2022, S. 265.

Viele Hits der Gruppe komponierte der Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen, die Texte stammten zum größten Teil von dem Gitarristen Carlo Karges. Er starb 2002 im Alter von 50 Jahren in Hamburg. Von 2001 bis 2011 erschienen mehrere Kompilationsalben, u. a. Tanz auf dem Vulkan, Definitive Collection (digital remastered), Alles Gute – Die Singles 1982–002, Einmal ist keinmal und The Collection. 2003 wurden zum 20. Jubiläum der Gruppe das Album 20 Jahre – Nena feat. Nena veröffentlicht, mit Neueinspielungen aller Hits von Kerner als Solointerpretin.

Diskografie

Filmografie 1982: Gib Gas – Ich will Spaß 1985: Richy Guitar 1987: Der Unsichtbare

Literatur Hermann Haring: Nena. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1984, ISBN 3-928871-21-8. Rolf Brendel: Nena – Geschichte einer Band. Blumenbar, Berlin 2014, ISBN 978-3-351-05015-3. Anonymus: Nena Songs & Photos. O. O. (Berlin): L & R Productions Gesellschaft für Media-Kommunikation, 1984, ISBN 3-924488-00-2.

Weblinks

nena.de

Einzelnachweise

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