Das Bistum Bova (lat. Dioecesis Bovensis) war eine Diözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in der Stadt Bova in der Metropolitanstadt Reggio Calabria (Region Kalabrien, Italien). Das Bistum ist erstmals in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts als Suffraganbistum des Erzbistums Reggio Calabria dokumentiert. 1986 wurde das Bistum Bova mit dem Erzbistum Reggio Calabria zum Erzbistum Reggio Calabria-Bova vereinigt.

Lage Das Bistum Bova grenzte im Osten und Nordosten an das Bistum Locri-Gerace, im Westen und Südwesten an das Erzbistum Reggio Calabria und im Süden an das Ionische Meer. Das Bistumsgebiet umfasste die Städte und Ortschaften Bova (inkl. dem später gegründeten Bova Marina), Amendolea, Condofuri, Gallicianò, Roghudi (Roghudi Vecchio), Roccaforte, Africo Vecchio, Palizzi, Pietrapennata, Staiti und Brancaleone. Bischofskirche des Bistums Bova war die Kathedrale San Teodoro in Bova.

Geschichte Wann das Bistum Bova gegründet wurde, lässt sich nicht genau bestimmen. Die Existenz ist erstmals in einer Urkunde von 1044 belegt. Es fehlt jedoch noch in der byzantinischen Notitia episcopatuum von 901/902, d. h. die Gründung des Bistums ist in den Zeitraum zwischen 901/902 bis 1044 anzusetzen. Sehr wahrscheinlich wurde dazu ein Teil des Territoriums des Bistums Gerace abgetrennt. Das Bistum Bova war schon bei der Erstnennung ein Suffraganbistum des Erzbistums Reggio Calabria. Die Bulle Sicut in humanis von Papst Alexander III. vom 19. November 1165 bestätigte diese kirchenrechtliche Stellung. Im Bistumsgebiet lagen auch eine Reihe griechischer Klöster wie San Leone (bei Africo Vecchio), San Pantaleone, Santa Maria di Tridetti (bei Staiti), SS. Trinità di Roccaforte, S. Maria delle Grecia di Galliciani, San Nicola di Africo u. a.

Das Domkapitel umfasste den Erzpriester (Protopapas), Dekan, Archidiakon, Kantor, Schatzmeister (Tresoriere) und Primicerius sowie weitere 12 Kanoniker. Im 19. Jahrhundert war das Kapitel auf 21 Kanoniker angewachsen, 7 Würdenträger und 14 einfache Kanoniker. Der Schutzpatron von Bova ist der Hl. Leo, ein griechischer Basilianermönch, der aus Africo stammte. Die Reliquien des Heiligen Leo werden heute in Bova aufbewahrt. In Bova wird auch der aus Bova stammende Basilianermönch Elias Abbas verehrt, ein Zeitgenosse des Hl. Nilus.

Erster bekannter Bischof war Lukas von Bova. Lukas von Bova war auch einige Jahre Administrator des Metropolitansitzes Reggio Calabria während des Streits zwischen Basilius, dem vom Patriarchen von Konstantinopel 1078 eingesetzten, aber nicht investierten Erzbischof von Reggio Calabria und den lateinischen Normannen. Möglicherweise war Lukas also schon in den 1070er Jahren Bischof von Bova.

Im Bistum Bova hielt sich der byzantinische Ritus im Gottesdienst bis 1573. Dies lag sicher auch daran, dass Bova ein Zentrum des griechisch-kalabrischen Dialekts war bzw. ist. Danach wurde von Bischof Giulio Stauriano der lateinische Ritus im Gottesdienst eingeführt. Anscheinend hielt sich der griechische Ritus in den bergigen Regionen des Landesinneren noch länger.

1951 verwüstete ein Unwetter mit Murenabgängen und Erdrutschen die beiden Orte Africo Vecchio und Casalnuovo. Beide Orte wurden in den folgenden Jahren aufgegeben; an der Küste wurde die neue Stadt Africo am Ionischen Meer aufgebaut. Zum 18. Juli 1959 wurde das bisher zur Diözese Locri-Gerace gehörende Gebiet von Casalnuovo dem Gebiet von Africo Vecchio und damit dem Bistum Bova angegliedert. Die neue Gemeinde Africo (bzw. Africo Nuovo) wurde jedoch in die Diözese Gerace-Locri eingegliedert.

Am 12. März 1941 wurde Enrico Montalbetti, Erzbischof von Reggio Calabria, auch zum Bischof von Bova ernannt und vereinte damit die beiden Bischofsämter in einer Person. Auch die zwei folgenden Bischöfe Antonio Lanza und Giovanni Ferro waren Erzbischof von Reggio und Bischof von Bova in Personalunion. Giovanni Ferro gab jedoch 1960 das Bischofsamt von Bova auf, blieb aber Erzbischof von Reggio Calabria. Danach wurden wieder zwei Bischöfe (Giovanni Lenotti und Aurelio Sorrentino) ausschließlich für das Bistum Bova ernannt. Von 1966 bis 1973 blieb das Bischofsamt unbesetzt. 1973 übernahm Giovanni Ferro das Bischofsamt von Bova erneut. Auch Aurelio Sorrentino, der 1977 zum Erzbischof von Reggio Calabria ernannt worden war, hatte ebenfalls das Erzbischofsamt von Reggio Calabria und das Bischofsamt von Bova in Personalunion inne. Am 30. September 1986 wurde das Bistum Bova von der Kongregation der Bischöfe auch formal mit dem Erzbistum Reggio zum neuen Erzbistum Reggio Calabria-Bova vereinigt. Zum Zeitpunkt der Vereinigung umfasste das Bistum Bova noch 14 Pfarreien und war 268 km² groß. Aurelio Sorrentino wurde somit auch erster Erzbischof des vereinigten Erzbistums Reggio Calabria-Bova.

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