Carolin Schäfer (* 5. Dezember 1991 in Bad Wildungen) ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin, die sich auf den Siebenkampf spezialisiert hat. Sie konkurrierte auch beim 100-Meter-Hürdenlauf und im Hochsprung. Ihr größter Erfolg ist die Silbermedaille im Siebenkampf bei den Weltmeisterschaften 2017 in London.

Berufsweg Carolin Schäfer ist seit Januar 2016 PolizeikommissarinSiebenkämpferin Carolin Schäfer: „Habe von beiden Sportarten profitiert“. In: hna.de, 15. April 2016. und gehört der Sportfördergruppe der hessischen Polizei an.Julia Nestle: In: hlv.de.

Sportliche Karriere Schäfer kam durch ihren Bruder zur Leichtathletik. In: leichtathletik.de, S. 53 (PDF) 2007 erregte sie zum ersten Mal internationale Aufmerksamkeit, als sie bei den U18-Weltmeisterschaften Vizeweltmeisterin im Siebenkampf wurde. 2008 wurde Schäfer deutsche B-Jugendmeisterin sowohl im Siebenkampf als auch im Hallenfünfkampf und errang bei den U20-Weltmeisterschaften ihren ersten internationalen Titel als Weltmeisterin im Siebenkampf. 2009 bestätigte sie ihre Form und wurde deutsche A-Jugendmeisterin im Hallenfünfkampf und im Siebenkampf U20-Europameisterin.

Am 17. Juli 2011 belegte sie in Ostrava mit 5941 Punkten den 5. Platz bei den U23-Europameisterschaften. (PDF; 86 kB) 2012 erreichte Carolin Schäfer beim Mehrkampf-Meeting in Ulm mit 6072 Punkten ihre persönliche Bestleistung. Sie verpasste damit nur knapp die Olympianorm (6150), hatte aber den EM-Richtwert (5960) übertroffen und wurde für diesen Wettbewerb nominiert. Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki belegte sie mit 6003 Punkten den elften Platz und etablierte sich mit dieser Platzierung auch auf dem internationalen Parkett der Erwachsenen. Nach der Disqualifikation der ukrainischen Silbermedaillengewinnerin Ljudmyla Jossypenko rückte sie auf den zehnten Platz vor. 2013 gewann sie in Abwesenheit der Jahresbesten Rath, Mächtig und Biesenbach mit 5804 Punkten die in Lage ausgetragenen Deutschen Mehrkampfmeisterschaften.

Am 1. Juni 2014 verbesserte sie beim Mehrkampf-Meeting Götzis ihre Bestleistung um 314 auf 6386 Punkte. Zu den Europameisterschaften in Zürich reiste sie damit als zweitbeste Deutsche an und erreichte mit neuer persönlichen Bestleistung von 6395 Punkten Platz vier, wobei sie neue Bestleistungen in den Einzeldisziplinen Weitsprung und 100 Meter Hürden aufstellte. 2015 konnte sie den Fünfkampf der Halleneuropameisterschaften in Prag wegen Wadenproblemen nicht beenden.Jan-Henner Reitze: In: leichtathletik.de, 6. März 2015 Am 31. Mai 2015 steigerte sie sich beim Mehrkampf-Meeting in Götzis auf 6547 Punkte, nachdem sie sich am 9. Mai bei einem Vierkampf in Neuwied in guter Frühform gezeigt hatte. Beim Siebenkampf in Ratingen einen Monat später absolvierte sie nur fünf Disziplinen und verzichtete auf den 200- und 800-Meter-Lauf, da sie sich nach einer Erkältung nicht fit genug fühlte.Pamela Ruprecht: In: leichtathletik.de, 28. Juni 2015 Im Hochsprung und Hürdensprint trat sie bei den Deutschen Meisterschaften an, wo sie mit 1,75 m Sechste und 13,58 s Vierte wurde.

Den Siebenkampf der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 beendete sie als Fünftplatzierte, wobei sie mit 6540 Punkten nur knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung blieb. In Götzis verbesserte sie 2017 ihren persönlichen Rekord um 279 Punkte auf 6836 Punkte. Mit fünf neuen Bestleistungen in den Disziplinen belegte sie am Ende Platz zwei hinter der Vorjahresolympiasiegerin Nafissatou Thiam. Die Leistung markierte gleichzeitig das beste Ergebnis einer deutschen Siebenkämpferin seit dem deutschen Rekord von Sabine Braun.

Ab 1. Januar 2017 startete sie erneut für die LG Eintracht Frankfurt, wo sie bereits 2014 war. Ab 1. Januar 2015 gehörte Schäfer ihrem Heimatverein TV Friedrichstein Alt-Wildungen 1911 e. V. an, bei dem sie auch vor ihrem ersten Wechsel nach Frankfurt war und in ihrer Jugendzeit die Grundlage für die Erfolge geschaffen wurde. Trotz der Vereinswechsel wohnt und trainiert Schäfer in Frankfurt bei den Eintracht-Mehrkämpfern. Nach 2017 wurde Schäfer 2018 erneut zu Hessens Sportlerin des Jahres gewählt. Bronze gewann sie bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin

Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 belegte Carolin Schäfer den siebten Platz. Für die Weltmeisterschaften 2022 in Eugene, Oregon wurde sie nicht nominiert. Bei den Europameisterschaften 2022 in München belegte sie den sechsten Platz.

Im Juli 2024 kündigte Schäfer ihr Karriereende nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris an. Bei ihrem letzten Wettkampf belegte sie mit einer persönlichen Saisonbestleistung den 17. Rang.

Auszeichnungen 2014: Sportplakette des Landes Hessen 2014: Hessens Sportlerin des Jahres 2017: Hessens Sportlerin des Jahres 2017: Frankfurts Sportlerin des Jahres 2018: Hessens Sportlerin des Jahres 2018: Taufpatin des hessischen Polizeibootes HESSEN 3 in Gernsheim 2025: Lebenslange Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt e. V.

Trivia Schäfer war bis zu dessen Unfalltod mit dem Volleyballspieler Dennis Hefter liiert.

Bestleistungen (Stand: 31. Dezember 2021) Leistungsentwicklung Jahr Alter Punkte 100 m Hürden Hochsprung Kugelstoßen 200 m Weitsprung Speerwurf 800 m 2007 15 5544 14,76 s 1,69 m 12,20 m 24,62 s 5,54 m 43,91 m 2:20,78 min 2008 16 5833 14,10 s 1,78 m 12,42 m 24,53 s 5,78 m 44,02 m 2:22,94 min 2009 17 5697 14,27 s 1,70 m 12,78 m 25,08 s 5,83 m 48,51 m 2:21,67 min 2010 18 5333 14,32 s 1,74 m 12,84 m 25,20 s 5,69 m 46,80 m 2:38,06 min 2011 19 5941 14,32 s 1,79 m 13,11 m 24,40 s 6,03 m 46,55 m 2:25,38 min 2012 20 6072 13,68 s 1,74 m 13,50 m 24,19 s 5,91 m 49,50 m 2:22,88 min 2013 21 5972 13,54 s 1,75 m 13,20 m 24,40 s 6,00 m 46,68 m 2:22,91 min 2014 22 6395 13,20 s 1,84 m 13,37 m 23,78 s 6,30 m 48,76 m 2:15,55 min 2015 23 6547 13,44 s 1,84 m 14,06 m 23,53 s 6,23 m 49,08 m 2:14,10 min 2016 24 6557 13,12 s 1,83 m 14,57 m 23,37 s 6,31 m 50,73 m 2:16,52 min 2017 25 6836 13,07 s 1,86 m 14,84 m 23,27 s 6,57 m 49,80 m 2:14,73 min 2018 26 660213,13 s 1,80 m 14,12 m23,73 s 6,24 m 53,73 m 2:14,65 min 2019 27 6426 13,24 s 1,80 m 14,02 m 23,97 s 6,18 m 51,07 m 2:14,25 min 2020 28 6319 13,40 s 1,80 m 13,83 m 24,12 s 6,07 m 50,33 m 2:16,90 min 2021 29 6419 13,29 s 1,80 m 13,99 m 24,33 s 5,78 m 54,10 m 2:14,82 min* Persönliche Bestleistung: 6836 Punkte (27./28. Mai 2017) im Siebenkampf

Erfolge National 2008: Deutsche B-Jugendmeisterin im Hallenfünfkampf 2008 2008: Deutsche B-Jugendmeisterin im Siebenkampf 2008 2009: Deutsche A-Jugendmeisterin im Hallenfünfkampf 2009 2013: Deutsche Meisterschaften (Siebenkampf)

International 2007: Vizeweltmeisterin U18 in Ostrava 2008: Weltmeisterin U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz 2009: Europameisterin U20-Europameisterschaften in Novi Sad 2011: 5. Platz U23-Europameisterschaften in Ostrava 2012: 10. Platz Europameisterschaften in HelsinkiSiebenkampfergebnisse EM 2012 2014: 4. Platz Europameisterschaften in Zürich 2016: 5. Platz Olympische Spiele in Rio de Janeiro 2017: Silbermedaille Weltmeisterschaften in London 2018: Bronzemedaille Europameisterschaften in Berlin

Weblinks

Website von Carolin Schäfer

Athletenportrait Carolin Schäfer. In: leichtathletik.de 2012 EM Helsinki: 800-Meter-Lauf / Carolin Schäfer im anschließenden Interview (gemeinsam mit Claudia Rath)

Einzelnachweise

Kategorie:Siebenkämpfer (Deutschland) Kategorie:Mitglied einer Sportfördergruppe der hessischen Polizei Kategorie:Polizist (Hessen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2016 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2020 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2024 Kategorie:Geboren 1991 Kategorie:Deutscher Kategorie:Frau